CE-Expo 2015

Stresstest fürs Smarthome-Geschäft

Uhr | Aktualisiert

Was braucht es, um im Smarthome-Geschäft Fuss zu fassen? An einer Podiumsdiskussion im Rahmen der CE Expo 2015 haben Experten aus Industrie, GNI und Handel Antworten auf die wichtigsten Fragen gesucht. Nicht immer waren sie sich einig.

GfK Switzerland und CEtoday haben gestern nach dem zweiten CE-Expo-Messetag zur Abendveranstaltung: "Das Smarthome - unsere Zukunft" geladen. Jürgen Boyny, Global Director Consumer Electronics bei GfK, zeigte auf, wo der Markt in der Schweiz steht: noch am Anfang. "Das Smarthome ist noch nicht beim Kunden angekommen", meinte Boyny und belegte die Aussage mit deutschen und Schweizer Umfrageergebnissen.

72 Prozent einer Umfrage in Deutschland kann demnach noch nichts mit dem Begriff Smarthome anfangen. "Es besteht eine Wissenslücke", glaubt Boyny und sieht dabei eine Chance für den Fachhandel. "Es geht darum, die Konsumenten mit persönlicher Beratung ohne Fachchinesisch abzuholen", meinte der Analyst. Das Potenzial für den Handel scheint gross, Boyny rechnet mit 2 Millionen möglichen Smarthome-Haushalten in der Schweiz.

Fachhandel schafft das "Produkt Smarthome"

Die meisten der Befragten Konsumenten hätten sich aufgeschlossen zum Thema Smarthome gezeigt, wenn ihnen die Vorteile aufgezeigt wurden. Besonders die Themen Sicherheit und Energieeinsparung würden auf grosses Interesse stossen.

"Das Problem bei Smarthomes sind aber die hohen Preise", fand Dario Casari, Sales Director bei Samsung Schweiz, an der anschliessenden Podiumsdiskussion. Casari betonte Samsungs Engagement zum Smarthome mit dem Versprechen, dass ab 2017 alle Samsung-Geräte vernetzt sind.

Digitalstrom-CEO Martin Vesper plädierte hingegen für Lösungen verschiedener Hersteller mit offenen Schnittstellen. Der Handel müsse diese beim Kunden zusammenbringen. Erst dann entstehe das "Produkt Smarthome". Dafür müsse der Handel viel Zeit in seine Ausbildung investieren, meinte René Senn von der Gebäude-Netzwerk-Initiative.

"Ich muss meine Frau vom Smarthome überzeugen"

Fachhändler Damian Zanella lobte die Schulungsangebote einzelner Distributoren. Casari erwähnte, dass auch Samsung Trainings auf allen Stufen anbiete. Entscheidend sei aber die Einfachheit der Geräte. "Im Haushalt muss ich meine Frau von den Vorteilen überzeugen. Das kann ich nur, wenn die Bedienung einfach ist", meinte Dario Casari. Damian Zanella forderte zudem den Fachhandel auf, die Technik selbst zu nutzen, um den Trend Smarthome vorzuleben.

Für grosse Smarthome-Projekte arbeitet Zanella mit Architekten zusammen. So sei er schon vor der Planungsphase an Bord. Er habe aber lange suchen müssen, um die richtigen Partner zu finden. Stephan Kühler, Leiter Schulungen bei Distributor Alltron, wies darauf hin, dass neben den Neubauten auch die bestehenden Häuser grosse Möglichkeiten versprechen.

Alle Podiumsteilnehmer waren sich einig, dass das Smarthome kommt. Die Frage bleibt nur, wer die Chance nutzt, um im Markt erfolgreich wirken zu können.

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