Was Kunden wollen

Was Claudio Hintermann von Abacus nie auslagern würde

Uhr | Updated
von Marcel Urech

Welche IT-Bedürfnisse hat ein Softwareanbieter? Claudio Hintermann, CEO von Abacus, spricht über seine Ansprüche an ­IT-Dienstleister, was er nie auslagern würde und was die grösste Herausforderung für Abacus ist.

Claudio Hintermann, CEO von Abacus. (Quelle: Abacus Research)
Claudio Hintermann, CEO von Abacus. (Quelle: Abacus Research)

Was beinhaltet Ihre tägliche Arbeit und wo kommen Sie mit IT-Dienstleistern beziehungsweise Serviceanbietern in Berührung?

Claudio Hintermann: Was unsere Kunden wollen, das wissen wir ganz genau. Nämlich funktionierende IT-Systeme respektive eine Business-Software, die rund um die Uhr tadellos funktioniert. Mit diesem hohen Anspruch beschäftige ich mich tagtäglich und mit mir alle meine Kolleginnen und Kollegen in der Entwicklung und im Support unserer ERP-Software. Als Entwicklungsfirma sind wir in einem hohen Masse auf unsere Partner, die als IT-Dienstleister bei unseren gemeinsamen Kunden ERP-Projekte realisieren, angewiesen. Sie sind es, die mit unserer ERP-Standardsoftware kundenoptimierte Lösungen realisieren, die den Unternehmen helfen, ihre Geschäftsprozesse effizient abzuwickeln und damit Kosten zu sparen.

Was sind die drei wichtigsten Eigenschaften, die Ihre IT-­Dienstleister beziehungsweise Serviceanbieter mitbringen müssen?

Abgesehen von den unerlässlichen Programmkenntnissen unserer Business-Software sind vertiefte Kenntnisse der Branche und ihrer Eigenheiten notwendig, für die sie Lösungen mit unserer ERP-Software realisieren. Als ganz wesentlich hat sich immer wieder herausgestellt, dass ein erfolgreiches ERP-Projekt nicht zuletzt von den Projektmanagementfähigkeiten des IT-Dienstleisters abhängt. Ein ERP-Projekt ist ausserordentlich anspruchsvoll und braucht eine straffe Führung, damit Zeit, Kosten und Lieferumfang eingehalten werden können. Sonst gibt es unliebsame Überraschungen.

Wo kaufen Sie die Komponenten, die Sie benötigen? Direkt beim Hersteller oder bei einem Fachhändler?

Als Softwarehersteller beziehen wir unsere Instrumente wie Programmiersprache, Lizenzen, Tools und Komponenten direkt bei den verschiedenen Herstellern.

Welche Bereiche Ihrer Unternehmens-IT haben Sie ­ausgelagert?

Wir lassen unsere E-Commerce-Lösung Abashop, ein Webshop, den Abacus-ERP-Anwender als integralen Bestandteil ihrer Lösung nutzen können, in einem externen Rechenzentrum hosten. Gleiches gilt für unsere E-Business-Lösung Abanet, mit der unsere Kunden Dokumente wie etwa Bestellungen und Rechnungen mit ihren Geschäftspartnern papierlos austauschen können. Solche Prozesse sind ausserordentlich geschäftskritisch und dürfen keinesfalls durch ein nicht funktionierendes System gefährdet sein, da sonst ein ganzes Unternehmen unter Umständen lahmgelegt wird. Darum vertrauen wir in diesem Bereich auf einen professionellen Anbieter.

Welche Bereiche würden Sie hingegen nie outsourcen?

Unseren E-Mail-Server würden wir nie auslagern. Den betreiben wir weiterhin bei uns im Haus, genauso wie unsere eigene Software für die Auftragsabwicklung und Verwaltung von Kundenlizenzen.

Was werden in der nächsten Zeit die grössten technischen Herausforderungen im Bereich IT für Sie sein?

Der Anspruch der Kunden, immer mehr Auswertungen und Simulationen schnell zur Verfügung zu haben, verlangt nach immer mehr Ressourcen. Dies kann das ganze System besonders bei der Verbuchung von Transaktionen verlangsamen. Eine Aufsplittung zwischen Transaktions- und Auswertungsserver wird darum immer wichtiger. Auch besteht vermehrt der Anspruch, das System 7 x 24 Stunden verwenden zu können, sodass man sich kaum mehr "Down"-Zeiten erlauben kann.

Wie können Partner Sie dabei unterstützen?

Die Installation solcher aufgeteilter Systeme braucht einiges an Know-how. Je nach Kunde und dessen Bedürfnissen ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Kunden und Händler notwendig.

Die Redaktion fragt in der "IT-Markt"-Rubrik "Was Kunden wollen", was Unternehmen von ihren IT-Dienstleistern erwarten und wo die grössten Baustellen liegen. Die Auswertung der Interviews der vergangenen drei Jahre zeigt: IT-Dienstleister sollten auf ihre Kunden eingehen, einen Blick über den Tellerrand wagen und ruhig mal etwas mutiger auftreten. Lesen Sie hier die komplette Analyse.

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