Editorial

10 000 Quadratmeter neue Nutzfläche

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von Coen Kaat
Coen Kaat, stellvertretender Chefredaktor (Source: Netzmedien)
Coen Kaat, stellvertretender Chefredaktor (Source: Netzmedien)

Dem Schweizer Geschäft mit Rechenzentren (RZ) stehen interessante Zeiten bevor. Der Markt ist nämlich stark in Bewegung. So will etwa der Attinghauser RZ-Betreiber Deltalis Ende des Jahres aus dem Geschäft aussteigen, wie Anfang April bekannt wurde. Das Gleiche gilt für Quickline. Der Telko zog Ende März den Stecker und verkaufte sein Enterprise-Geschäft inklusive des RZ namens Datacube in Münchenstein. Der Käufer ist ­Datahub. Der IT-Dienstleister mit Sitz in Wallisellen hat ­gros­se Pläne. Das von Quickline abgekaufte RZ war nur der Auftakt für das Jahr 2018. Im Juni eröffnete das Unternehmen ein ­neues Rechenzentrum in Biel, das Hub:Biel. 3000 Quadrat­meter neue Nutzfläche mit einer Investition von 40 Millionen Franken.

Datahub ist nicht der einzige Schweizer RZ-Betreiber mit Ambitionen. Das Energiedienstleistungsunternehmen EWL (Energie Wasser Luzern) baut derzeit ein neues RZ in einem ausgedienten Militärbunker. Rund 1700 Quadratmeter des ­Stollens sollen in naher Zukunft das neue Heim von bis zu 529 Racks werden.

Im Mai, innerhalb zweier Tage, kündigten gleich zwei Betreiber an, ihre RZs auszubauen. Green.ch will seinem RZ in Lupfig ein drittes Modul verpassen. Der Bau soll im Spätsommer beginnen und die bestehende Nutzfläche um 3500 Quadratmeter erweitern. Equinix plant derweil, 51 Millionen US-Dollar in sein RZ in Oberengstringen zu stecken. Der Ausbau soll im ersten Quartal 2019 abgeschlossen sein und rund 800 Quadratmeter neue Nutzfläche schaffen.

Wem das noch nicht genügt: Der Sicherheitsanbieter Kaspersky will Teile seiner internationalen Aktivitäten aus Russland in die Schweiz verlegen. Zu diesem Zweck will das Unternehmen bis Ende 2019 ein Rechenzentrum in Zürich eröffnen. Noch ein bisschen früher, schon in der ersten Jahreshälfte 2019, will Google die Schweiz zur eigenen Cloud-Region machen. Zürich wird dann zum sechsten Standort der Google Cloud Platform in Europa. Und auch Microsoft will mit Schweizer Cloud-Dienstleistungen antreten. Ab 2019 mietet sich der IT-Konzern in Schweizer Rechenzentren ein, um Unternehmenskunden und Verwaltungen Microsoft Office 365, Azure und Dynamics von Zürich und Genf aus anzubieten. Was diese Entwicklungen für den Schweizer Markt bedeuten, diskutieren die Experten im Podium.

Interxion ging unterdessen der Frage nach, wo Schweizer Unternehmen ihre Daten horten – on Premise, in einer Colocation-Lösung oder in der Public Cloud. Die resultierende Studie zeigt ­einen deutlichen Trend hin zur Public Cloud. Sie zeigt aber auch, dass es je nach Anwendungsbereich starke Unterschiede gibt. Mehr dazu lesen Sie in der Auswertung der Studie "Cloud-Trends 2020: Wo wohnen die Daten?".

Lesen Sie ausserdem in dieser Ausgabe, wie Hiag Data mit einem neuen Infrastructure-as-s-Service-Angebot den Cloud-Markt aufmischen will. Im Interview erklärt COO ­Hanspeter Tinner, was dabei für IT-Dienstleister herausspringen soll. Und der Marktbericht widmet sich dem Markt für Hyperconverged Infrastructure und wer dort aktuell die Nase vorn hat.

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