Was Kunden wollen

Wann und warum die Bühler Group auf externe IT-Dienstleister setzt

Uhr | Aktualisiert

Die Bühler Group mit Sitz in Uzwil ist in 140 Ländern tätig und beschäftigt rund 10 640 Mitarbeiter – über ein Fünftel davon in der Schweiz. Das Familienunternehmen ist der weltgrösste Mühlenbauer und als Technologiekonzern spezialisiert auf Verfahrenstechnik. Welcher IT-Aufwand dahintersteckt, verrät Manfred Goetz, CIO der Bühler Group.

Manfred Goetz, CIO von Bühler Group.
Manfred Goetz, CIO von Bühler Group.

Welche Rolle spielen IT-Dienstleister für Bühlers Unternehmens-IT und welches sind die wichtigsten Eigenschaften, die Ihre IT-Dienstleister mitbringen müssen?

Manfred Goetz: Natürlich spielen IT-Dienstleister bei uns eine wichtige Rolle. Sie unterstützen uns vor allem in Bereichen, in denen wir kein oder wenig internes Know-how haben. Dabei geht es in der Regel um die Einführung von neuen innovativen Technologien oder Applikationen. Daneben setzen wir externe Dienstleister zum Ausgleich von Belastungsschwankungen ein, aber auch für Funktionen, die ein Serviceprovider besser abdecken kann, zum Beispiel einen 24-Stunden-Betrieb. Der Dienstleister muss ausgezeichnete fachliche Skills haben sowie innovativ und flexibel sein. Nicht zuletzt soll er auch als verlässlicher Partner zu uns passen. Wenn alle Faktoren passen, streben wir langfristige vertrauensvolle Partnerschaften an.  

Wie kaufen Sie IT-Hardware und -Software beziehungsweise komplette Lösungen ein? Direkt beim Hersteller oder bei einem Händler?

In der Regel beschaffen wir Hard- und Software direkt beim Hersteller.

Welche Bereiche der Unternehmens-IT hat Bühler ausgelagert? Welche Bereiche würden Sie nie auslagern?

Wir haben heute den Betrieb des globalen Netzwerks ausgelagert. Das entspricht dem klassischen Outsourcing. Daneben setzen wir immer mehr Cloud-Lösungen ein, zum Beispiel Microsoft Office 365 für die globale Collaboration. Ansonsten entwickeln und betreiben wir sehr viele unserer Lösungen selbst. Bereiche, die ein umfassendes Bühler-spezifisches Know-how benötigen, würden wir nie auslagern. Dazu gehört zum Beispiel die Entwicklung der Geschäftsprozesse in Verbindung mit dem notwendigen Application Engineering. Auch Themen wie Strategie, Architektur oder Security behalten wir in eigenen Händen.

Welche Rolle spielen Cloud, IoT, KI, Cybersecurity in Bühlers IT-Strategie?

Alle vier Themen spielen in unserer Strategie eine zentrale Rolle. Cloud Computing setzen wir schon seit einigen Jahren intensiv ein und wird weiter an Bedeutung gewinnen. Die IoT-Technologie spielt derzeit wohl die wichtigste Rolle in unserer Strategie. Unsere Maschinen und Anlagen werden mit entsprechenden Sensoren ausgestattet, die Daten in die Cloud senden. Dort analysieren wir sie und entwickeln Services, die für unsere Kunden einen Mehrwert bieten. Dabei wird zukünftig auch die künstliche Intelligenz vermehrt zum Einsatz kommen. Die Cybersecurity hat grundsätzlich erste Priorität. Alle Systeme müssen sicher laufen. Die Herausforderung ist, dass mit den digitalen Lösungen für unsere Kunden nicht nur die interne Business-IT abgesichert werden muss, sondern auch der ganze IoT-Bereich und die Automation. Diese Bereiche lassen sich hinsichtlich Security nicht mehr trennen, da sie immer stärker ineinander integriert sind.

Die Redaktion fragt in der "IT-Markt"-Rubrik "Was Kunden wollen", was Unternehmen von ihren IT-Dienstleistern erwarten und wo die grössten Baustellen liegen. Die Auswertung der Interviews der vergangenen drei Jahre zeigt: IT-Dienstleister sollten auf ihre Kunden eingehen, einen Blick über den Tellerrand wagen und ruhig mal etwas mutiger auftreten. Lesen Sie hier die komplette Analyse.

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