Telko-Cloud

MWC 2019: VMware wird zum Telko-Zulieferer

Uhr | Aktualisiert

VMware hat am Mobile World Congress 2019 diverse Partnerschaften und Produkte angekündigt. Bei den Pressekonferenzen des Softwareherstellers lag der Fokus auf Entwicklung und Bereitstellung von "Telko-Clouds". Das VMware-Team verriet seine Strategien und was die Ankunft von 5G für Security und IT-Belegschaften bedeutet.

Kernthema von VMware und Dell am MWC 2019: "Die Reise zu 5G". (Source: Netzmedien)
Kernthema von VMware und Dell am MWC 2019: "Die Reise zu 5G". (Source: Netzmedien)

VMware will Teil des Telko-Markts werden. VMware verkündete dazu zahlreiche neue Partnerschaften und Produkte an Briefings und Pressekonferenzen am Mobile World Congress 2019 (MWC) in Barcelona. Auf die Frage, ob das Unternehmen nun mit dem Gedanken spiele, zum Telko zu werden, sagte Pat Gelsing, CEO von VMware: "Wir denken darüber nach, zum Telko-Zulieferer zu werden. Wir haben jetzt rund 60 Service Provider, die VMware-Technologien im Aufbau und Einsatz in ihrem Netzwerk nutzen." Gelsing bezeichnete Vodafone als bestes Beispiel einer solchen Partnerschaft. Andere Betreiber wie T-Systems, AT&T und Singtel nannte er auch.

Verschiedene Telkos, verschiedene Lösungen

VMware hatte etwa am vorangehenden Tag seine Partnerschaft mit AT&T angekündigt. Der US-amerikanische Telko werde das Velocloud SD-WAN von VMware in sein 5G-Netzwerk integrieren. In der Woche vor dem MWC gab VMware ausserdem eine Partnerschaft mit Ericsson bekannt, die es Service Providern ermöglicht, virtualisierte Netzwerkfunktionen von Ericsson auf der Software-definierten Infrastruktur von VMware einzusetzen.

"Die besten Partnerschaften werden von gemeinsamen Kunden angetrieben", erklärte Gelsing. "VMware baut auf Cloud-Infrastrukturen und lässt Partner diese mit ihren eigenen Angeboten kombinieren." Beispielsweise stelle T-Systems seine Hybrid-Cloud-Dienste mit VMware Cloud auf AWS zur Verfügung. Auch Vodafone arbeite gemeinsam mit VMware an Cloud-Infrastrukturen, um Kosten zu optimieren und die Netzwerkleistung zu verbessern.

Landet VMware auch bei Schweizer Telkos? Das steht noch in den Sternen. Aber laut Ayyar Shekar, Executive Vice President Strategy und General Manager Telco Business Unit von VMware, sei dieses wachsende Netzwerk von Partnerschaften bei VMware ein Trend.

Pat Gelsing, CEO von VMware. (Source: Netzmedien)

VMware zielt auf Edge-Computing und IoT ab

Bei der Einführung der kommenden 5G-Netzwerke sehe VMware die Möglichkeit, mit sogenannte "Telko-Clouds" den Netzbetreibern im Aufbau ihrer Infrastruktur auszuhelfen. Edge-, IoT- und Device-Management-Portfolios von VMware bildeten einen wesentlichen Bestandteil der Unternehmens-Strategie.

"Ich fragte verschiedene Service-Provider, was die ultimative Use Case für ihre 5G-Netze sein wird. 8 von 10 gaben Edge und IoT als ihre Top-Antworten", sagte Gelsing. Er sei kein grosser Fan von selbstfahrenden Autos, aber nannte genau das als Beispiel für eine Anwendung bei der die Latenzzeit von kritischer Bedeutung sei – ein wichtiger Use Case dieser Technologie. Die Latenzzeit von 5G betrage lediglich einen Fünftel der Verzögerung, die bei gegenwärtigen Netzen erlebt werde.

In der Schweiz tut sich einiges im Bereich 5G. Lesen Sie im Beitrag "Warum die Schweiz 5G braucht", welche Vorteile die neue Mobilfunkgeneration mit sich bringt und in welchen Bereichen sie überall eingesetzt werden kann.

Ayyar Shekar, Executive Vice President Strategy und General Manager Telco Business Unit von VMware. (Source: Netzmedien)

Security in 5G-Netzen

Wie ist es um die Sicherheit von 5G bestellt? Gelsing antwortete: "Das war bisher eher ein Thema für die IT, weniger für Telkos. Mit 5G ändert sich das aber." In 5G-Netzen werde eine breitere Menge an Applikationen zum Zuge kommen, was mehr Angriffsfläche und Raum für Sicherheitslücken biete. Laut Gelsing müsste sich die IT- und Telko-Welt in diesem Sinne dramatisch verbessern. "Stellen Sie sich vor, alle Menschen müssten ständig ein Beatmungsgerät zum Atmen und eine Dialysemaschine zur Blutfilterung herumtragen", sagte er zur Veranschaulichung. Anstatt Sicherheitslösungen additiv auf Systeme drauf zu pappen, sollten sie direkt in die Technologien integriert werden.

Mimi Spier, Vice President Internet of Things Business von VMware, spezifizierte noch weiter, dass das hauseigene Betriebssystem "Photon" sowie eine Partnerschaft mit Zingbox auch noch im IoT-Bereich mit Security-Lösungen aushelfen sollen. So seien IoT-Netzwerke vor potentiellen Bedrohungen gefeit, auch wenn bunt durcheinander gewürfelte Geräte angeschlossen seien. "Wir wollen Security in die Cloud-Infrastruktur integrieren, um die Sicherheitsarchitektur zu vereinfachen, damit niemand mehr hunderte von Tools dazu braucht", ergänzte Shekar.

Mimi Spier, Vice President Internet of Things Business von VMware. (Source: Netzmedien)

Zukunft der IT-Belegschaften und Rolle der Partner

Gelsing auch Änderungsbedarf in der IT-Branche: "Zu viel der IT-Welt blickt auf die Infrastruktur hinunter." Prozesse müssten weitestgehend automatisiert werden, damit die IT-Welt zum Business und den Applikationen hinaufschauen könne. Systeme seien zu gross und zu kompliziert für Menschen um noch mitzuhalten, stattdessen brauche es mehr künstliche Intelligenz und Automation, um diese Arbeiten zu übernehmen. IT soll sich seiner Meinung nach künftig auf Applikationen und Services fokussieren. "Unsere Mission ist es, diesen Wandel zu ermöglichen und die digitale Transformation anzutreiben."

Mit Partnern wie T-Systems und Samsung stellte sich die Frage, wie sehr die Partner auf der Roadmap von VMware involviert sind. "Wir sind dabei, spezifische Features unserer Produkte gerade für KMU individuell zu vereinfachen", sagte Spier dazu. Das entlaste die Telkos und Netzbetreiber und basiere absolut auf ihren jeweiligen Inputs.

Am MWC 2019 war 5G Dreh- und Angelpunkt vieler Präsentationen, worüber Sie hier mehr lesen können.

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