Verschwörungstheorien

10 Mythen um 5G widerlegt

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Asut hat einen Faktencheck zum Thema 5G-Mobilfunktechnologie durchgeführt. Das sind die 10 gängigsten Verschwörungstheorien und Ängste gegenüber 5G – und die Fakten, um sie zu widerlegen.

Mit schicken Alu-Hüten ist die Redaktion definitiv vor 5G-Strahlen gefeit. (Source: Netzmedien)
Mit schicken Alu-Hüten ist die Redaktion definitiv vor 5G-Strahlen gefeit. (Source: Netzmedien)

Im Faktencheck zum Thema 5G-Mobilfunktechnologie hat sich der Schweizerische Verband der Telekommunikation (Asut) mit gängigen Verschwörungstheorien auseinandergesetzt. "Die Hitparade der Falschmeldungen im Zusammenhang mit der fünften Mobilfunkgeneration 5G ist lang", heisst es in einer Mitteilung von Asut. Diese Übersicht wird regelmässig aktualisiert und richtet sich an alle, die mehr über 5G wissen wollen.

 

Falschmeldung: Während eines 5G-Tests in den Niederlanden starben hunderte Vögel aufgrund von 5G-Strahlung

Die Fakten: Es gab zu jener Zeit keine 5G-Tests in Den Haag. Zwischen Oktober und November 2018 starben aber tatsächlich hunderte Stare im Huygenspark in Den Haag. Laut einem Bericht von Mimikama.at ist die Todesursache aber eine andere – die Vögel hätten nicht nur die ungiftigen Beeren, sondern auch die giftigen Nadeln von Eiben gefressen.

 

Falschmeldung: 5G ist eine völlig neue Mobilfunktechnologie, die dem Militär als Waffe dient

Die Fakten: Energiewaffensysteme wie das "Active Denial System" nutzen den Frequenzbereich von 95 Gigahertz (GHz) und haben nichts mit 5G zu tun. Laut nationalem Frequenzzuweisungsplan wird der 95-GHz-Frequenzbereich in der Schweiz für Radioastronomie und Satellitennavigation genutzt. 5G wird in der Schweiz seit Ende März 2019 in den Frequenzbereichen von 700 Megahertz (MHz) bis 3,8 GHz genutzt. Gemäss Verordnungen verhindern die Mobilfunkgrenzwerte eine schädliche Erwärmung des Körpers durch Antennenstrahlung.

 

Falschmeldung: 5G erzeugt Krebs

Die Fakten: Wie die Krebsliga Schweiz sagt, unterscheidet sich 5G, wie es in den kommenden Jahren eingesetzt wird, technisch und deshalb auch in seiner biologischen Wirkung kaum von 4G. Nach allem, was heute wissenschaftlich bekannt sei, gebe es keine Gesundheitsschäden aufgrund von Mobilfunkstrahlung. Die Datenlage zu Krebs sei aber teilweise noch unsicher. Die internationale Krebsforschungsagentur IARC bezeichne deshalb Mobilfunkstrahlung vorsichtshalber als "möglicherweise krebserregend" – genauso wie Kaffee und sehr viele andere Stoffe. 90 Prozent der individuellen Strahlenbelastung werde durch das eigene Handy verursacht – auch durch solche Geräte, die noch gar nicht 5G-fähig seien.

 

Lesen Sie im Beitrag "Warum die Schweiz 5G braucht" mehr über die Anwendungsfelder des neuen Mobilfunkstandards und dessen Einführung in der Schweiz.

 

Falschmeldung: 5G lässt Bienen sterben

Die Fakten: Jean-Daniel Charrière, wissenschaftlicher Mitarbeiter von Agroscope, das Kompetenzzentrum des Bundes für landwirtschaftliche Forschung, sagt dazu: "Alle bisherigen Studien zu diesem Thema konnten nicht bestätigen, dass Elektrosmog für Bienen problematisch ist."

 

Falschmeldung: Öffentliche Aufrufe wie "5gspaceappeal.org" behaupten, 5G sei etwas völlig Neues und viel schädlicher als 4G

Die Fakten: Die Bedenken beziehen sich auf Millimeterwellen und auf die Frequenzbereiche von 26 GHz bis 300 GHz. Diese Frequenzen wurden in der Schweiz bei der Konzessionsvergabe gar nicht vergeben und stehen daher gegenwärtig auch nicht für Mobilfunk und 5G zur Verfügung. Die seit März 2019 eingesetzten, konzessionierten 5G-Frequenzen haben eine sehr ähnliche Charakteristik wie die bisherigen, seit 30 Jahren genutzten Mobilfunktechnologien. Einige der neu vergebenen Frequenzen wurden zuvor für die Radio- und TV-Übertragung genutzt. Daher sind auch in Sachen Strahlenbelastung keine wesentlichen Änderungen zu erwarten.

 

Falschmeldung: Elektrosensible Menschen werden viel stärker unter 5G leiden

Die Fakten: Es gibt laut Experten sehr viele Studien zur Elektrosensibilität. In Doppelblindstudien im Labor wurde kein Beweis dafür gefunden, dass Mobilfunkstrahlung einen Einfluss auf das Wohlbefinden hat. Die Symptome werden aber von Betroffenen subjektiv – mangels einer klaren Diagnose – der Strahlung zugeordnet. Wenn Mobilfunkstrahlung Symptome auslöst, dann also höchstens bei einer sehr kleinen Minderheit. Feststellbar ist ein sogenannter Nocebo-Effekt, bei dem erwartete negative Wirkungen spürbar sind.

 

Falschmeldung: Der Staat und die Mobilfunkbetreiber stecken unter einer Decke – 5G wird durch die Hintertür eingeführt

Die Fakten: Die für 5G zu nutzenden Frequenzen wurden vom Bundesrat im Rahmen des nationalen Frequenzzuweisungsplanes festgelegt. Die Frequenzen wurden von der eidgenössischen Kommunikationskommission Comcom im Rahmen einer Auktion vergeben. Mit der Erteilung der Funkkonzessionen durch die Comcom an die Mobilfunkbetreiber sind diese berechtigt, die Frequenzen zu nutzen. Um 5G an bestehenden oder neuen Mobilfunkstandorten in Betrieb nehmen zu können, werden entsprechende Gesuche an die zuständigen Fach- beziehungsweise Bewilligungsbehörden in den Kantonen und Gemeinden gestellt. Nach einem positiven Bescheid nehmen die Mobilfunkbetreiber 5G am jeweiligen Standort in Betrieb.

 

Falschmeldung: Mit 5G braucht es nur ganz kleine, lokale Antennen

Die Fakten: Weltweit habe sich ein "De-facto-Standard" beim Bau von Mobilfunknetzen etabliert. Leistungsstarke Antennen auf Hausdächern oder Sendemasten tragen die Hauptlast der Mobilfunkversorgung und werden durch kleinere und lokale Antennen ergänzt. An diesem Grundsatz der mehrschichtigen Mobilnetz-Architektur ändert sich aufgrund der physikalischen Begebenheiten mit 5G nichts, wie Asut schreibt. Leistungsstarke Antennen dienen der Flächenabdeckung und der Kapazität inner- und ausserhalb von Gebäuden. Zur Netzverdichtung und für Kapazitätserhöhungen kommen Kleinzellen an Orten zum Einsatz, an denen sehr viel Mobilfunkverkehr anfällt. Kleinzellen eignen sich aber nicht dazu, die Abdeckung innerhalb von Gebäuden zu verbessern. Für die zusätzliche Versorgung in einzelnen Räumen innerhalb von Gebäuden kämen allenfalls noch Femtozellen zum Einsatz.

 

Falschmeldung: 5G braucht es nicht, 4G reicht noch lange

Die Fakten: Laut Bakom lassen sich mit 5G zum einen die Kapazitätsengpässe in den heutigen 4G-Mobilfunknetzen beheben. Zum anderen ist 5G für die Digitalisierung und Innovation in der Schweiz von grosser Bedeutung. Die Nutzung von 5G erfolgt im Einklang mit der bundesrätlichen Strategie "Digitale Schweiz". Neben leistungsfähiger Mobilkommunikation wird 5G gemäss Comcom viele neue Anwendungen ermöglichen, etwa im Internet der Dinge (IoT), für E-Health-Anwendungen, bei bildverarbeitenden Anwendungen wie Virtual Reality und Augmented Reality oder für eine intelligente Verkehrssteuerung.

 

Falschmeldung: Es gibt tausende wissenschaftliche Studien, die beweisen, dass Mobilfunk schädlich ist

Die Fakten: In einer Ausgabe der NZZ heisst es: "Unterhalb der gängigen Grenzwerte für die Strahlung konnte keine Studie Risiken nachweisen." Viele Studien, die behaupten, elektromagnetische Felder schädigen die Gesundheit, erfüllen die Kriterien der Wissenschaftlichkeit nicht. Dazu gehören die Reproduzierbarkeit der Studie sowie deren Veröffentlichung in einem Wissenschaftsjournal. Qualitätsmerkmale, die viele Studien nicht erfüllen können, wie Harald Walach sagt.

 

Swisscom lud Ende März zur Diskussion über 5G – und über das Ende von 2G. Lesen Sie hier mehr im Bericht dazu.

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