2. Quartal 2019

Media-Markt-Mutter Ceconomy ist weiter im Krisenmodus

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Ceconomy hat im zweiten Quartal einen weiteren Rückgang erlebt. Der Media-Markt-Mutterkonzern erwähnt in seinem Geschäftsbericht explizit die Schweiz mit rückläufigem Umsatz. Das Sparprogramm verursacht zunächst vor allem hohe Kosten.

(Source: Mediamarkt)
(Source: Mediamarkt)

Die kriselnde Media-Markt-Mutter Ceconomy hat gestern die Geschäftszahlen für das zweite Quartal publiziert. Nachdem der Konzern Ende April als Sparmassnahme einen Abbau von rund 500 Stellen bekannt gab, kämpft er weiter mit sinkenden Umsätzen und Erträgen.

Ceconomy schreibt von operativen Fortschritten, während es den Transformationsprozess wie geplant vorantreibe. Doch sank der Umsatz von Januar bis März im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2 Prozent auf 5 Milliarden Euro. Als Grund nennt Ceconomy ausser dem "tiefgreifenden Umbruch", der die geschäftliche Entwicklung beeinflusse, auch ungünstige Kalendereffekte, insbesondere die Verschiebung der absatzstarken Vorosterwoche in das dritte Quartal.

Der Konzern schreibt von einem stabilen Umsatz in Deutschland und Wachstum in der Türkei. Doch insbesondere in der DACH-Region und Südeuropa sei das Geschäft zurück gegangen. Explizit nennt Ceconomy in der Medienmitteilung zum Geschäftsbericht die Schweiz, wo der Umsatz rückläufig gewesen sei und eine Filiale geschlossen wurde. Konkrete Angaben für einzelne Länder machte das Unternehmen zwar wie gewohnt keine. Im Geschäftsjahr 2017/2018 brach der Umsatz in der Schweiz aber um 10,4 Prozent auf 643 Millionen Franken ein, so stark wie in keinem anderen Land, wie der Blick berichtete.

"Herausfordernde zweite Jahreshälfte"

Der bereinigte Bruttogewinn (EBIT) sank um 1 Million auf 24 Millionen Euro, das Ergebnis vor Steuern von einem Verlust von 63 Millionen auf einen Gewinn von 33 Millionen Euro. Dies sei massgeblich auf die im Vorjahr vorgenommene Wertminderung der Beteiligung der Metro zurückzuführen, von der sich Ceconomy vor zwei Jahren abspaltete.

Ceconomy-CFO Karin Sonnenmoser sieht die Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal im Rahmen der Erwartungen. Nach dem herausfordernden Geschäftsjahr 2017/2018 gebe es erste positive Signale aus dem deutschen Markt. Erfreulich sei auch das Wachstum im Onlinegeschäft, das den Rückgang im stationären Geschäft aber nicht vollständig habe kompensieren können. Sie schreibt von einer herausfordernden kommenden zweiten Jahreshälfte. Mit dem Fokus auf Umsatzwachstum und aktives Kostenmanagement bestätige sie aber die Prognose für das Gesamtjahr. So erwartet Ceconomy für das Geschäftsjahr 2018/2019 ein leichtes Wachstum des Gesamtumsatzes, aber einen leichten Rückgang beim Bruttogewinn. Zum Rückgang dürfte auch das Sparprogramm beitragen, mit dem Ceconomy zwar jährlich 110 bis 130 Millionen Euro einsparen wolle, im laufenden Geschäftsjahr aber mit Kosten von rund 150 bis 170 Millionen Euro rechne.

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