Netzwerktechnologien

FAQ: Das müssen Sie über Wi-Fi 6 und Wi-Fi 6E wissen

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Dieses Jahr kommen die ersten Geräte und Router in die Schweiz, die mit Wi-Fi 6E kompatibel sind. Im FAQ erfahren Sie, wie die Vor- und Nachteile von Wi-Fi 6 aussehen, was Wi-Fi 6 von Wi-Fi 6E unterscheidet und welche Produkte kompatibel sind.

(Source: Bernard Hermant / Unsplash)
(Source: Bernard Hermant / Unsplash)

Was ist Wi-Fi 6?

Wi-Fi 6 ist die Industriebezeichnung für Produkte und Netzwerke, die die nächste Wi-Fi-Generation unterstützen. Mit der nächsten Technologie kommt auch eine neue, vereinfachte Namensgebung. "Seit fast zwei Jahrzehnten müssen Wi-Fi-Nutzer technische Namenskonventionen durchgehen, um festzustellen, ob ihre Geräte das neueste Wi-Fi unterstützen", sagt Edgar Figueroa, Präsident und CEO der Wi-Fi Alliance. Das neue Namenssystem soll den Nutzern helfen, die von ihrem Gerät oder ihrer Verbindung unterstützte Wi-Fi-Generation leichter zu verstehen.

Neu würden Wi-Fi-Generationen durchnummeriert. Die neuen Bezeichnungen könnten von Produktanbietern verwendet werden, um die Wi-Fi-Technologie zu identifizieren, die ein Gerät unterstützt. Ausserdem können die Nummern von Betriebssystemanbietern eingesetzt werden, um die Erzeugung einer Wi-Fi-Verbindung zwischen einem Gerät und einem Netzwerk zu identifizieren und von Dienstleistern, um die Fähigkeiten eines Wi-Fi-Netzwerks für ihre Kunden zu identifizieren.

Was bedeutet jetzt Wi-Fi 4, 5 und 6?

Auch frühere Wi-Fi-Generationen erhalten neue Bezeichungen: 

  • Mit Wi-Fi 6 werden Geräte bezeichnet, welche die 802.11ax-Technologie unterstützen.

  • Mit Wi-Fi 5 werden Geräte bezeichnet, welche die 802.11ac-Technologie unterstützen. 

  • Wi-Fi 4 wird verwendet, um Geräte, die 802.11n-Technologie unterstützen zu identifizieren.

Die Wi-Fi Alliance empfiehlt Geräte- und Betriebssystemherstellern ausserdem, neue Symbole in den Benutzeroberflächen zu integrieren. Dadurch könnten User die von ihnen verwendete Wi-Fi-Generation leichter erkennen.

Was kann Wi-Fi 6? 

Als Schlüsselfähigkeiten von Wi-Fi 6 nennt die Wi-Fi Association:

  • Höhere Datenraten

  • Erhöhte Kapazität

  • Leistung in Umgebungen mit vielen angeschlossenen Geräten

  • Verbesserte Energieeffizienz

So soll es mit Wi-Fi 6 möglich sein, stark frequentierte Orte wie Stadien oder Bahnhöfe, an denen viele Geräte mit dem Wi-Fi-Netzwerk verbunden sind, abzudecken. Zertifizierte Wi-Fi-6-Geräte böten Usern eine verbesserte Leistung in anspruchsvollen Umgebungen, vom IoT und Smarthome bis hin zu Unternehmen, die umfangreiche, unternehmenskritische Implementierungen durchführten. Wi-Fi 6 nutzt sowohl das 2,4-Gigahertz (GHz)-, als auch das 5-GHz-Frequenzband. Die vorerhigen Wi-Fi-Generationen konnten lediglich eine der beiden Frequenzen auf einmal nutzen. Durch die Nutzung beider Frequenzbänder soll Wi-Fi 6 schneller sein als die Vorgänger. Wie "techgenix.com" schreibt, ist eine Geschwindigkeit von bis zu 9,6 Gigabit pro Sekunde (Gbps) möglich. Wi-Fi 5 bringt 3,5 Gbps zustande. Bei diesen Angaben handle es sich aber um technische Höchstwerte, die kaum ein Gerät je erreichen werde. Die Geschwindigkeiten könnten aber über ein ganzes Netzwerk von Geräten verteilt werden, was zu potenziell besseren Geschwindigkeiten auf jedem Gerät unter Verwendung von Wi-Fi 6 führe.

Was unterscheidet Wi-Fi 6 von Wi-Fi 6E?

Wi-Fi 6E unterscheidet sich insofern von Wi-Fi 6, als es zusätzlich zum 2,4-GHz- und zum 5-GHz-Frequenzband eines mit 6 GHz nutzt. Frühere Generationen von Wi-Fi-Produkten und -Geräten haben keinen Zugriff auf das 6-GHz-Band. Dieses Frequenzband wird bereits für andere Arten der Kommunikation genutzt, die es daher nun mit Wi-Fi-6E-Geräten teilen müssen. Gemäss BAKOM gibt es Studien, die erklären, wie Wi-Fi-Geräte betrieben werden können, ohne diese bestehenden Dienste zu stören. Ziel ist es, harmonisierte Standards und regulatorische Bedingungen zu entwickeln. Entsprechend hat die Europäische Kommission hat am 17. Juni 2021 die harmonisierten technischen Bedingungen für die Nutzung des 6-GHz-Bandes verabschiedet. Sie sind für die EU-Mitgliedstaaten verbindlich und auch die Schweiz richtet sich danach. Die betroffenen Länder müssen dieses Frequenzband bis spätestens 1. Dezember 2021 für die Implementierung von Wi-Fi 6E zur Verfügung stellen, heißt es in der Ausgabe des Amtsblatts der Europäischen Kommission vom 30. Juni 2021.

Welche Produkte sind kompatibel?

Um von einer Wi-Fi-6-Verbindung zu profitieren, müssen sowohl das Gerät (Smartphone, Laptop und ähnliche) als auch der Router dem Standard entsprechen. Kompatible Produkte (Router, Netzwerkkarten, Smartphones oder angeschlossene TV-Geräte) sind von der Wi-Fi Alliance zertifiziert. Es gilt zu beachten, dass einige Produkte kompatibel sind, ohne diese Zertifizierung erhalten zu haben. Zu den ersten mit Wi-Fi 6E kompatiblen Produkten gehören die Access Points der Aruba 630-Serie (HPE), die 802.11-Netzwerkkarte von Broadcom und das Modell AX210 von Intel, mehrere Chipsätze von Qualcomm, der Router Netgear Nighthawk RAXE500 und das Smartphone Samsung Galaxy S21 Ultra.

Ist Wi-Fi 6E überall einsetzbar?

Das für Wi-Fi 6E zur Verfügung gestellte Frequenzspektrum unterscheidet sich je nach Region. Die USA haben Frequenzen von 5925 bis 7125 Megahertz (MHz) zugewiesen, während das in Europa freigegebene Band mit 5945-6425 MHz, viel schmaler ist. Die Schweiz folgt der europäischen Norm und Verordnung. Sie plant, am 1. September 2021 rechtsverbindliche technische Schnittstellenvorschriften zu veröffentlichen. Ein Informationsblatt des BAKOM weist darauf hin, dass Wi-Fi-6E-Geräte, die für andere Märkte (etwa die USA) produziert wurden, möglicherweise nicht für den europäischen und schweizerischen Markt zugelassen sind, da die verwendeten Frequenzbänder unterschiedlich sein können.

Die Wi-Fi Alliance hat übrigens auch den Verschlüsselungsstandard WPA3 abgesegnet. Er soll drahtlose Netze mit dem Einsatz neuer kryptografischer Verfahren sicherer machen. Offline-Wörterbuchangriffe sollen nicht mehr möglich sein. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

Webcode
DPF8_144275

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