Finance-as-a-Service

Fünf Kantonalbanken wechseln in die Cloud von Inventx - aus dem Homeoffice

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Die Kantonalbanken von Appenzell, Glarus, Nidwalden, Obwalden und Uri hieven ihre Kernbankensysteme in die Cloud von Inventx. Von der Open-Finance-Plattform des Churer Unternehmens werden sie ihre Anwendungen as-a-Service beziehen und Partner anbinden. In gut einem Jahr soll es soweit sein.

(Source: Samuel Trümpy, Glarner Kantonalbank)
(Source: Samuel Trümpy, Glarner Kantonalbank)

Inventx hat fünf weitere Kantonalbanken als Kunden gewonnen. Wie der Churer Finanzinformatik-Dienstleister mitteilt, wechseln die Kantonalbanken von Appenzell, Glarus, Nidwalden, Obwalden und Uri auf seine Cloud-Plattform "ix.OpenFinance". Die fünf Banken bildeten zusammen einen Interessenverbund, der sich um die Evaluation der IT-Servicepartner und die Schaffung von Standards kümmere.

In Zukunft werde Inventx mit Standorten in Chur, St. Gallen und Zürich für den IT-Betrieb und das Application Management des Finnova-Kernsystems sowie der Umsysteme der fünf Kantonalbanken verantwortlich sein, schreibt der Anbieter. Der bestehende Vertrag mit dem bisherigen Plattform-Provider Econis laufe per 30. Juni 2021 aus, teilt die Glarner Kantonalbank mit.

Die Leistungen werden über die Open-Finance-Plattform bezogen und erlauben den gemeinsamen sowie Bank-individuellen Bezug von Services. Die Kantonalbanken werden das Rechenzentrum und das Application Management gemeinsam bei Inventx betreiben. An der Nutzung der Kernbankensoftware von Finnova ändere sich nichts. Auch für die Kunden der fünf Banken sollen sich aus dem Plattformwechsel keine Änderungen ergeben.

Inventx betreibe zwei eigene georedundante Rechenzentren in Chur und St. Gallen, schreibt das Unternehmen auf Anfrage. Ab Juli komme noch ein dritter RZ-Standort hinzu. Inventx stelle das Kernbankensystem von Finnova den fünf Banken als dedizierter Building Block zur Verfügung. Dabei würden vorgängig die Daten und die Parametrierung im Rahmen des Transitionprojektes 1:1 zu Inventx verlagert.

Keine Verzögerung durch Pandemie

Der Abschluss des Transitionsprojekts und das Go-Live seien das Pfingstwochenende 2021 angesetzt. "Die Frage, ob die aktuelle Corona-Krise den Zeitplan dieses IT-Projekts beeinflusst, konnte nach eingehender Prüfung mit grosser Sicherheit entkräftet werden", schreibt die Glarner Kantonalbank. "Gerade in der IT ist die Digitalisierung weit fortgeschritten und sämtliche Prozessschritte können weitestgehend im Homeoffice und im Remote-Modus abgewickelt werden."

Die ix.OpenFinance-Plattform kombiniert nach Angaben von Inventx eine für die Finanzbranche entwickelte Private-Community-Cloud mit verschiedenen Finanzapplikationen. Anwendungen und Funktionen liessen sich dabei as-a-Service beziehen oder als Drittsysteme von Ökosystem-Partnern über API-Schnittstellen anbinden.

Intentx legt weiter zu

Die fünf Kantonalbanken hätten sich in einem ausführlich durchgeführten Evaluationsprozess für den Wechsel in die Cloud von Inventx entschieden, begründen sie den Wechsel. Der neue Anbieter sei ein unabhängiges Schweizer IT-Unternehmen und biete Infrastruktur mit einer offenen Architektur und höchsten Sicherheitsstandards an.

Mit der Migration der fünf Kantonalbanken beziehe nun jede dritte Schweizer Kantonalbank Services von Inventx, schreibt Gregor Stücheli, Mitgründer und Mitinhaber des Unternehmens, in der Mitteilung. Eine davon ist die Thurgauer Kantonalbank, die im Herbst 2017 ihren Vertrag mit Inventx verlängerte, wie Sie hier lesen können.

Inventx setzt mit den fünf Kantonalbanken einen Wachstumskurs fort. Vor drei Monaten holte das Unternehmen nach eigenen Angaben die Bank Avera sowie die Zürcher Landbank auf seine Cloud-Plattform, im Dezember 2018 EY Schweiz und Anfang 2018 die Regionalbanken der Clientis-Gruppe. Vor einem Jahr lancierte Inventx ausserdem die cloudbasierte DevOps-Plattform "ix.AgileFactory".

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DPF8_175830

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