Sparmassnahmen auf Kosten der Älteren

DXC Schweiz entlässt über 100 Mitarbeitende

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Massenentlassung bei DXC Technology Schweiz: Das Unternehmen stellt über 100 Angestellte auf die Strasse - ungefähr ein Fünftel der Schweizer Belegschaft. Betroffen sind vor allem ältere Mitarbeitende.

(Source: Mikhail Tolstoy / Fotolia.com)
(Source: Mikhail Tolstoy / Fotolia.com)

DXC Technology Schweiz entlässt 116 Angestellte. Das entspricht einem Fünftel der Schweizer Mitarbeitenden, wie "Inside-Channels" berichtet. Betroffen sind vor allem ältere Angestellte. Zusätzlich habe der IT-Dienstleister eine unbekannte Anzahl Frühpensionierungen in die Wege geleitet.

DXC will auf diese Weise Kosten sparen. Weltweit streicht das Unternehmen 4500 der insgesamt 130'000 Stellen, wie Inside-Channels unter Berufung auf anonymen Quellen schreibt.

DXC: Ein Unternehmen mit HPE-DNA

DXC Technology entstand 2017 aus der Fusion von CSC und der Services-Sparte von Hewlett Packard Enterprise (HPE). Das Joint Venture wurde bereits 2016 angekündigt. Im selben Jahr verkaufte HPE ausserdem seine Business-Software-Sparte in einem 8,8 Milliarden US-Dollar schweren Deal an die britische Software-Firma Micro Focus.

HPE selbst war 2015 nach der Aufspaltung von Hewlett-Packard (HP) entstanden. HP Inc., welches ebenfalls aus der Spaltung hervorgegangen war, konzentriert sich seither auf das Geschäft mit PCs, Druckern und Zubehör sowie 3-D-Drucklösungen. HPE fokussiert sich derweil auf B2B-Geschäfte in zwei Bereichen: Die eine Abteilung (Financial Services) bietet Finanzdienstleistungen an, die andere (Enterprise Group) bietet Storage, Netzwerk-Lösungen, Beratung und Support an. Wie die Aufspaltung in HP Inc. und HPE verlaufen ist und welche Folgen sie hatte, erklärte Marcel Borgo, damaliger Managing Director von HPE, in diesem Interview.

Léo Apotheker war HPs Nostradamus

Die Idee für die Aufspaltung von HP keimte bereits im Jahr 2011, als der damalige HP-CEO und Ex-SAP-CEO Léo Apotheker eine Neuausrichtung für HP vorsah. Er wollte den Konzern stärker auf profitablere Bereiche wie Software, Netzwerke und Storage ausrichten und das Kerngeschäft mit den Computern abstossen.

Doch kam Apotheker nicht mehr dazu, seine Pläne zu verwirklichen. 11 Monate nach Arbeitsantritt feuerte der HP-Verwaltungsrat seinen CEO. Bereits vor dem Rauswurf machten Gerüchte über die Entlassung ihre Runde. Der scharfe Richtungswechsel, den er für das Unternehmen vorsah, könnte dabei eine grosse Rolle gespielt haben. Bereits die Spekulationen über die Entlassung Apothekers, dem ein schroffer Führungsstil nachgesagt wurde, liessen die Aktienkurse steigen.

Auf Apotheker folgte noch im Jahr 2011 Meg Whitman als CEO des Konzerns. Die Ex-Ebay-Chefin sollte HP aus der Krise führen, das im ersten Quartal 2012 einen Gewinneinbruch von 44 Prozent verzeichnen musste. Nach dem Bekanntwerden dieser Zahlen mutmasste Financial Times Deutschland, dass Ex-CEO Apotheker mit der Abstossung und Neufokussierung möglicherweise doch recht gehabt hatte, denn im Service- und Software-Geschäft waren die Umsätze sichtlich gestiegen.

Im Oktober 2012 geriet HP noch tiefer in die Misere: Im Vorjahr hatte der Konzern für 10 Milliarden US-Dollar die britische Softwarefirma Autonomy akquiriert. Nun musste HP das Unternehmen wegen Bilanz-Unregelmässigkeiten für 8,8 Milliarden Dollar wieder abschreiben.

2015 war für HP schliesslich das Jahr der grossen Veränderungen. Apothekers Visionen wurden 4 Jahre nach seiner Zeit als HP-CEO doch noch wahr. Die Aufspaltung in HPE und HP Inc. wurde auf den November 2015 angesetzt. Im Rahmen dieser Neustrukturierung strich HP rund 30'000 Stellen. Doch das waren nicht die einzigen Änderungen dieses Jahr: Das Unternehmen verkaufte Teile seiner Netzwerksparte H3C in China an die chinesische Firma Tsinghua Unigroup. Zudem verkaufte der Konzern seine Security-Tochter Tippingpoint für 300 Millionen Dollar an den japanischen Sicherheitsanbieter Trend Micro.

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