Analyse von ESG-Daten

Six übernimmt kanadische Datenfirma Orenda

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von Joël Orizet und kfi

Börsenbetreiberin Six hat die Mehrheit an Orenda übernommen. Die kanadische Datenanalysefirma ist spezialisiert auf Daten zu Umwelt, Gesellschaft und Unternehmensführung.

(Source: six-group.com)
(Source: six-group.com)

Six übernimmt eine Mehrheitsbeteiligung an Orenda Software Solutions. Das Unternehmen sitzt in Ontario, Kanada und analysiert Daten zu Umwelt, Gesellschaft respektive Soziales und Unternehmensführung. Der Deal soll im ersten Quartal 2021 zum Abschluss kommen, wie Six mitteilt. Über die finanziellen Details macht die Börsenbetreiberin keine Angaben.

Orenda bietet Unternehmen Reputationsanalysen und insbesondere ESG-Bewertungen an. Damit sollen Unternehmen beispielsweise beurteilen können, ob und inwiefern sie nachhaltig wirtschaften oder welche sozialen Auswirkungen ein bestimmte Geschäftsentscheidung nach sich ziehen könnte.

ESG steht für Environment, Social und Corporate Governance. Unter dem Schlagwort ESG bewerten Finanzinstitute nachhaltige Anlageprodukte. Die Schweizerische Bankiervereinigung publizierte unlängst einen Leitfaden für den Einbezug von ESG-Kriterien für die Beratung von Privatkunden.

Mehr Know-how bei alternativen Datensätzen und ESG

Durch die Beteiligung der Six erhofft sich Orenda gemäss Mitteilung mehr Kunden und die Möglichkeit, neue Angebote auf Basis der Wertpapierdatenbank von Six zu entwickeln. Six wiederum verspricht sich durch den Deal mehr Know-how in puncto alternative Datensätze, Data Science und ESG. Man wolle Kundinnen und Kunden dabei unterstützen, Erkenntnisse aus Daten zu gewinnen und so schnellere sowie bessere Entscheidungen treffen zu können, heisst es in der Mitteilung weiter.

Die Schweiz habe es verpasst, frühzeitig eine global führende Rolle im Fintech-Bereich einzunehmen - nun biete sich für den Schweizer Finanzplatz aber eine neue Chance an, schreibt Netzwoche-Kolumnist Rino Borini in seiner "Wild Card". "Das neue Schlagwort lautet Sustainable Finance." Die Grundzutaten: Start-ups mit Know-how in den Bereichen Technologie und Nachhaltigkeit. "Innovative Jungunternehmen werden die Treiber sein, denn dank der effizienten Nutzung digitaler Technologien können sie einerseits als Innovationspartner traditioneller Finanzakteure auftreten, andererseits können sie entlang der Wertschöpfungskette etablierte Banken und Vermögensverwalter teilweise ablösen", schreibt Borini. Lesen Sie hier seinen Beitrag: "Green Fintech – Allez la Suisse!"

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