Interaktive Werbeplattform

Swisscom schickt Beem in Rente

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von René Jaun und lha

Swisscom stellt die Werbeplattform Beem ein. Das Unternehmen verweist auf den unsicheren Markt und nicht geplante Investitionen. Zu seiner Einführung hatte Beem mit geheimnisvollen Kästchen für Aufsehen gesorgt.

(Source: Jose Aragones / Unsplash)
(Source: Jose Aragones / Unsplash)

Nach rund anderthalb Jahren Regelbetrieb stellt Swisscom seine interaktive Werbeplattform Beem ein. Auf Anfrage bestätigt das Unternehmen eine entsprechende Meldung von "persoenlich.com". "Aufgrund der grossen Unsicherheiten im Werbemarkt Schweiz (bedingt durch COVID-19) hätten durch Swisscom weitere, nicht geplante Investitionen beim Plattform-Geschäftsmodell von Beem getätigt werden müssen", begründet Sepp Huber den Schritt. "Weil die Planung weiterhin unsicher bleibt, hat sich Swisscom entschieden, das Plattform-Geschäftsmodell von Beem einzustellen und Beem nicht mehr im Werbemarkt und im Non-Advertising-Bereich anzubieten."

Swisscom hatte Beem ursprünglich im Mai 2019 vorgestellt. Beem-fähige Kinospots oder Plakatstellen senden ein hochfrequentiges Ton-Signal ausserhalb des Hörbereichs und bei Plakatstellen zusätzlich ein Bluetooth-Signal aus, erklärte das Unternehmen damals. Smartphones von Konsumentinnen und Konsumenten in der Nähe sollten dieses Signal empfangen und eine entsprechende Aktion auslösen, etwa eine Website öffnen.

Beem-Plakate oder -Spots sandten ein Signal ans Smartphone von Pasantinnen und Passanten. (Source: Swisscom)

Doch die Audiotechnologie sorgte zunächst für Verwirrung: Die kleinen schwarzen Boxen über Werbeplakaten, die das Signal aussendeten, kamen nicht gut an. Und viele Pasantinnen und Passanten kritisierten, dass Beem auf das Smartphonemikrofon zugriff. In der Folge verschob Swisscom den Marktstart auf Oktober 2019.

"Mit dem Technologiewechsel auf Bluetooth-Beacons im Herbst 2019 wurd das System von Werbetreibenden und auch Konsumenten akzeptiert", schreibt der Unternehmenssprecher rückblickend. Nun allerdings werden die installierten Beacons in Absprache mit den entsprechenden Partnern demontiert und nicht weiter verwendet. Wie viele Kampagnen Swisscom via Beem ausgespielt hatte, sagt das Unternehmen nicht. Man kommuniziere keine Zahlen, schreibt der Sprecher.

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