US-Regierung verhängt Sanktionen gegen Russland
Die US-Regierung schreibt die Verantwortung für den Solarwinds-Hack dem russischen Auslandgeheimdienst zu – und verhängt Sanktionen gegen den Kreml. Unter anderem weist das Weisse Haus zehn russische Diplomaten aus.
Die US-Regierung beschuldigt offiziell den russischen Auslandgeheimdienst SVR als Urheber des Solarwinds-Cyberangriffs. Der SVR – auch bekannt als APT 29, Cozy Bear und The Dukes – habe Solarwinds Netzwerküberwachungssoftware Orion kompromittiert, was Russland ermöglicht habe, weltweit in über 16'000 Computersysteme einzudringen, heisst es in einem Statement des Weissen Hauses. Die russische Regierung bestreitet die Vorwürfe und künfigt eine Gegenreaktion an.
Als Vergeltung verweist das Weisse Haus zehn russische Diplomaten des Landes, wie „Reuters“ berichtet. Darunter befänden sich auch fünf Mitarbeitende russischer Geheimdienste. Dabei gehe es nicht nur um den Hackerangriff, sondern auch um die Einmischung in die US-Wahlen vom vergangenen November sowie um die Besetzung der Krim.
Die USA verhängen zudem weitere Sanktionen gegen Russland. Die Biden-Administration verbietet US-Banken den Handel mit russischen Staatsanleihen, die ab dem 14. Juni emittiert werden.
Zudem würden weitere Sanktionen gegen Organisationen und Privatpersonen verhängt – unter anderem gegen sechs russische IT-Sicherheitsdienstleister, die angeblich russische Geheimdienste unterstützen, sowie gegen 32 Organisationen und Personen, die versucht hätten, die Präsidentschaftswahl 2020 zu beeinflussen.
Acht weitere Personen oder Firmen würden in Absprache mit Verbündeten der USA, darunter der Europäischen Union, wegen Russlands anhaltender Besetzung der Krim sanktioniert. Die transatlantische Gemeinschaft stehe vereint zur Ukraine und fordere Russland auf, den jüngsten Truppenaufmarsch entlang der Grenze zu stoppen und seine aggressive Rhetorik einzustellen.
Der Cyberangriff um Solarwinds gilt als einer der grössten Spionageangriffe der vergangenen Jahre. Mitte Dezember 2020 wurde der Fall bekannt. Über die Software von Solarwinds hatten sich Angreifer Zugang zu den Netzwerken von 18'000 Solarwinds-Kunden verschafft – und waren über Monate hinweg unentdeckt geblieben. Gemäss Microsoft waren über 1000 Softwareentwickler an den Cyberangriffen beteiligt.
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