Bundesrat ermöglicht textbasierte Notrufe über Mobilfunknetze
Der Bundesrat schafft die Grundlage für digitale Notruffunktionen. Polizei, Feuerwehr und Sanität lassen sich künftig auch per Echtzeittext über das Smartphone erreichen - ein Fortschritt insbesondere für Menschen mit einer Hörbeeinträchtigung.
Der Bund modernisiert den Zugang zu Notdiensten. Zu diesem Zweck passte der Bundesrat mehrere Verordnungen an, sodass Menschen in Notlage die Polizei, Feuerwehr und Sanität künftig auch per Echtzeittext über Mobilfunknetze erreichen können. Dies erleichtere den direkten Zugang zu den Notdiensten, insbesondere für Menschen mit einer Hörbeeinträchtigung, teilt der Bund mit.
Echtzeittext bezeichnet die Übertragung von Textnachrichten während eines laufenden Sprachanrufs. In aktuellen Smartphones ist diese Funktion bereits integriert; eine separate App oder ein Login sind nicht erforderlich.
Die Umsetzung erfordert jedoch noch Anpassungen an Infrastruktur und Prozessen. Dazu zählen die vollständige Digitalisierung der Mobilfunknetze, die Beschaffung der erforderlichen Ausrüstung in den Alarmzentralen, die Schulung des Personals und umfangreiche Tests.
Im Schweizer Mobilfunknetz dürfte die Echtzeittext-Funktion frühestens ab Mitte 2028 verfügbar sein. Den genauen Starttermin legen Behörden und Notrufzentralen gemeinsam fest.
Die Regierung passt zudem den automatischen Fahrzeug-Notruf (Next Generation eCall) an neue Mobilfunkstandards an. Dies mit dem Ziel, dass dieser auch nach dem Ende von 2G und 3G funktioniert.
Übrigens: Die App "DeafVoice" dient gehörlosen Menschen in der Schweiz dazu, die Polizei, Sanitätsdienste, die Feuerwehr oder die Rettungsflugwacht Rega zu alarmieren - mehr dazu lesen Sie hier.
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