Was Phoeniqs von seinen IT-Partnern erwartet
Der Schweizer Cloud- und KI-Anbieter Phoeniqs setzt bei modernen KI- und Hochleistungsinfrastrukturen auf eine enge Zusammenarbeit mit IT-Partnern. Executive Chairman und Mitgründer Thomas Taroni erläutert im Interview, weshalb dabei Transparenz, Sicherheit und ökosystemisches Denken entscheidend sind.
Was beinhaltet Ihre tägliche Arbeit und wo kommen Sie mit IT-Dienstleistern in Berührung?
Thomas Taroni: Meine Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle von Technologie, Strategie und Ökosystemaufbau. Ich beschäftige mich täglich mit der Frage, wie High-Performance-Computing, KI und künftig auch Quantencomputing für Unternehmen sicher und praktikabel nutzbar werden. Mit IT-Dienstleistern stehen wir dort in engem Austausch, wo unsere souveräne Infrastruktur als Basis für komplexe Anwendungen dient – etwa in der Finanz-, Pharma- oder Industriebranche. Wir verstehen uns als Technologie-Enabler, auf dessen Plattform Partner ihre Lösungen aufbauen können.
Was sind die drei wichtigsten Eigenschaften, die Ihre IT-Dienstleister mitbringen müssen?
Erstens technologische Tiefe: Unsere Partner müssen verstehen, was High-Performance-Computing, KI und Cloud-Orchestrierung wirklich bedeuten – nicht nur auf Marketingebene. Zweitens Verlässlichkeit und Transparenz, insbesondere im Umgang mit sensiblen Daten und Betriebsmodellen. Und drittens ökosystemisches Denken: Wer mit uns arbeitet, muss bereit sein, gemeinsam Lösungen zu entwickeln – nicht isoliert, sondern im Verbund mit anderen Akteuren.
Was sollten (potenzielle) IT-Partner tunlichst vermeiden?
Zu glauben, man könne komplexe Hochleistungs- oder KI-Infrastrukturen mit Standardansätzen lösen. Ebenso problematisch ist fehlende Offenheit bei Abhängigkeiten, etwa von Hyperscalern oder proprietären Technologien. Für unsere Kunden ist klar nachvollziehbar zu halten, wo Daten liegen, wer Zugriff hat und unter welcher Jurisdiktion Systeme betrieben werden.
Wie kaufen Sie IT-Hardware und Software ein?
Wir setzen auf leistungsfähige, bewährte Hardwareplattformen und kombinieren diese mit einer eigenen Softwareebene. Entscheidend ist für uns, dass wir die Systeme vollständig kontrollieren und an spezifische Kundenanforderungen anpassen können. Bei Software verfolgen wir einen klaren Architekturansatz: offen, modular und skalierbar – damit unsere Plattform mit technologischen Entwicklungen Schritt halten kann.
Welche Bereiche Ihrer IT haben Sie ausgelagert, und welche verlagern Sie nie aus?
Die Kerntechnologie, also das Operating System für Super- und Hochleistungsrechnen sowie sicherheitskritische Steuerungsebenen, bleibt vollständig bei uns. Ausgelagert werden standardisierte Leistungen, die keinen Einfluss auf die Datensouveränität oder Systemarchitektur haben. Alles, was strategisch oder sicherheitsrelevant ist, betrachten wir als unverzichtbaren Teil unserer eigenen Wertschöpfung.
Was sind die grössten technischen Herausforderungen?
Die grösste Herausforderung ist die Orchestrierung extrem leistungsfähiger Rechenressourcen bei gleichzeitig höchsten Anforderungen an Sicherheit und Stabilität. Unternehmen wollen KI-Modelle, Simulationen oder komplexe Rechenprozesse produktiv nutzen – ohne Kompromisse beim Datenschutz, bei der Verfügbarkeit oder Kontrolle. Genau diese Balance herzustellen, ist technologisch anspruchsvoll.
Wie können IT-Dienstleister Sie dabei unterstützen?
Indem sie unsere Plattform nutzen, um kundenspezifische Lösungen zu entwickeln – von KI-Anwendungen bis zu datenintensiven Industrie-Workloads. Wir liefern die technologische Basis, die Skalierung und die Sicherheit. Die Dienstleister bringen Branchen-Know-how und Applikationskompetenz ein.
Setzen Sie KI bereits produktiv ein?
Ja, KI ist ein integraler Bestandteil unserer Plattform. Unsere Kunden setzen sie heute bereits für sehr anspruchsvolle Anwendungsfälle ein – etwa in der Forschung, der Finanzanalyse oder der industriellen Optimierung. Dabei geht es weniger um einzelne Modelle als um die Fähigkeit, KI sicher, performant und kontrolliert zu betreiben.
Welchen Herausforderungen begegnen Sie im Bereich IT-Sicherheit?
Die zentrale Frage lautet: Wie lassen sich hochsensible Daten in extrem leistungsfähigen Umgebungen verarbeiten, ohne Vertrauen zu verlieren? Unsere Antwort liegt in klaren Sicherheitsarchitekturen, vollständiger Transparenz und dem Betrieb unter Schweizer Rechtsrahmen. Sicherheit ist für uns kein Zusatz, sondern Grundvoraussetzung.
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