BACS warnt vor Cyberangriffen am G7-Gipfel
Das BACS rechnet mit Störversuchen anlässlich des geplanten G7-Gipfels in Frankreich. Das Bundesamt fordert Organisatoren, Teilnehmende und Betreiber von kritischen Infrastrukturen dazu auf, grundlegende Massnahmen zur Cyberabwehr umzusetzen.
Das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) ruft im Vorfeld des G7-Gipfels zu erhöhter Wachsamkeit auf. Frankreich organisiert das internationale Treffen, das vom 15. bis 17. Juni 2026 in Évian bei Genf stattfindet. Laut einer Mitteilung rechnet die Bundesbehörde mit Störversuchen im Cyberspace und erinnert an die Schutzmassnahmen, die bei grossen internationalen Veranstaltungen zu ergreifen sind.
Laut BACS stellen solche Veranstaltungen potenzielle Ziele für Cyberkriminelle, Hacktivisten oder andere böswillige Akteure dar. Angriffe könnten sich gegen die Veranstaltung selbst, die beteiligten Organisationen, die Teilnehmenden oder auch die damit verbundene digitale Infrastruktur richten. Die Motive dafür reichen laut Mitteilung von finanziellem Gewinn über politischen Aktivismus bis hin zum Bestreben, eine medienwirksame Veranstaltung zu stören.
Das BACS gibt an, mit den Organisatoren des Gipfels zusammenzuarbeiten. Das Bundesamt habe zudem die Betreiber kritischer Infrastrukturen in der Schweiz sensibilisiert und ihnen seine Empfehlungen übermittelt. Die Schutzmassnahmen würden im Grossen und Ganzen dieselben bleiben wie unter normalen Umständen, aber bereits ihre konsequente Umsetzung könne viele Vorfälle verhindern.
DDoS-Attacken im Fokus
Zu den befürchteten Szenarien zählen laut Mitteilung Distributed-Denial-of-Service-Angriffe (DDoS). Diese würden in der Regel eher darauf abzielen, mediale Aufmerksamkeit zu erregen oder die öffentliche Meinung zu verunsichern, als Daten zu kompromittieren. Hackergruppen wie etwa “NoName057(16)” führten laut BACS bereits solche Attacken auf Schweizer Organisationen durch und könnten dies wieder tun.
Das Bundesamt hat zwei Dokumente für betroffene Organisationen veröffentlicht: ein Merkblatt mit Massnahmen zur Cyberabwehr bei Grossveranstaltungen und internationalen Konferenzen sowie einen Leitfaden zum Thema DDoS-Attacken. Darin empfiehlt das BACS insbesondere, den Zugriff auf interne Ressourcen durch eine Zwei-Faktor-Authentifizierung zu sichern, auf mit dem Internet verbundenen Systemen umgehend Sicherheitspatches zu installieren und regelmässig Offline-Backups durchzuführen. Das Merkblatt empfiehlt zudem die Ernennung eines Sicherheitsbeauftragten sowie den Einsatz von Tools zur Erkennung von Anomalien. Der Leitfaden zu DDoS-Attacken beschreibt Schutzmassnahmen für Dienste, die im Internet zugänglich sind.
Die Behörde bittet zudem darum, verdächtige Aktivitäten über ihr Formular zu melden, um die Erkennungs- und Reaktionsfähigkeiten zu stärken. Schliesslich appelliert das Amt an die Medien und ruft diese zu einer sachlichen und zurückhaltenden Berichterstattung über Vorfälle auf, die im Zusammenhang mit dem Gipfel auftreten könnten.
Vor kurzem fiel übrigens das Festnetz von Salt aufgrund einer DDos-Attacke aus, wie Sie hier lesen können.
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