PwC AI Jobs Barometer 2026

KI-Kompetenzen prägen immer mehr Stellenprofile

Uhr
von Yannick Chavanne und Übersetzung: Dylan Windhaber, nki

Stellenanzeigen mit geforderten KI-Kompetenzen haben 2025 in der Schweiz einen neuen Höchststand erreicht. Laut dem AI Jobs Barometer 2026 von PwC bleiben sie eine Minderheit, signalisieren aber eine zunehmende Verbreitung von KI in bestehenden Berufen.

(Source: StockPhotoPro / stock.adobe.com)
(Source: StockPhotoPro / stock.adobe.com)

Der Schweizer Arbeitsmarkt rund um künstliche Intelligenz gewinnt wieder an Dynamik. Laut dem Schweizer Teil des Global AI Jobs Barometer 2026 von PwC nannten 2025 rund 25'000 Stellenanzeigen KI-Kompetenzen als Voraussetzung. Das seien etwa 9000 mehr als im Vorjahr. Damit sei der Rückgang aus dem Jahr 2023 ausgeglichen, und das Volumen liege wieder über dem Niveau von 2022. Gemessen an allen in der Schweiz publizierten Stellenanzeigen machen solche Ausschreibungen laut PwC jedoch erst 1,8 Prozent des Marktes aus.

Das Bild zeigt eine Grafik der Entwicklung von Stellenanzeigen in der Schweiz, die KI-Skills verlangen (von 2018 bis 2025)

Weltweit sieht das Unternehmen die Entstehung eines zweigeteilten Arbeitsmarkts. In gewissen Berufen übernehme KI grundlegende Aufgaben und überlasse Mitarbeitenden stärker spezialisierte Tätigkeiten. In anderen Bereichen übernimmt KI gemäss PwC dagegen auch komplexe Aufgaben, was den traditionellen Vorteil bestimmter qualifizierter Profile verringern könnte.

KI integriert sich vor allem in bestehende Berufe

Der hiesige Markt wächst weniger stark bei Stellen, die sich der Entwicklung von KI-Lösungen widmen, wie die Studie festhält. Den grössten Teil der Nachfrage würden Stellen ausmachen, in denen KI angewendet werde. Diese hätten 2025 um 61,2 Prozent zugenommen. Bei Stellen für KI-Entwicklerinnen und -Entwickler betrug das Wachstum laut PwC 8,4 Prozent; sie lägen weiterhin unter dem Höchststand von 2022.

In der Finanzbranche betreffen KI-bezogene Ausschreibungen laut Studie zudem fast immer Profile, die KI in ihrem Beruf einsetzen sollen. Sie würden 95,9 Prozent der KI-Stellenanzeigen des Sektors ausmachen. In Technologie, Medien und Telekommunikation sei der Anteil an Entwicklungsstellen mit 16,2 Prozent am höchsten. Dieses Segment weist gemäss PwC auch die stärkste KI-Rekrutierungsintensität auf. Gleichzeitig beobachtet das Beratungsunternehmen 2025 in allen Branchen einen steigenden Anteil von KI-Stellenanzeigen, was auf eine breitere Einführung hindeute.

Die Grafik zeigt die Gesamtzahl der Jobs von 2018 bis 2025, in denen KI genutzt oder KI weiterentwickelt wird

Profile mit KI-Kompetenzen profitieren laut PwC zudem von einem Lohnvorteil in allen Branchen, für die Daten verfügbar sind. Besonders deutlich falle dieser in der Energiebranche und im Gesundheitswesen aus. Dort lägen die ausgeschriebenen Vergütungen für Stellen mit KI-Kompetenzen um 35 beziehungsweise 30 Prozent höher. In Technologie, Professional Services und Finanzdienstleistungen falle der Vorteil moderater aus.

Die Studie zeigt auch, dass sich besonders KI-exponierte Berufe schneller verändern. In der Schweiz stellt PwC fest, dass die am stärksten betroffenen Berufe zwischen 2019 und 2025 die deutlichsten Kompetenzverschiebungen verzeichneten. Zudem tauchten dort mehr neue Kompetenzen auf. KI verändere damit nicht nur das Beschäftigungsvolumen, sondern auch den Inhalt der Funktionen.

Weltweit stellt PwC fest, dass Unternehmen, deren Tätigkeiten sich besonders für den Einsatz von KI eignen, auch die höchsten Produktivitätsgewinne erzielen. Ihr Produktivitätswachstum liege 40 Prozent über jenem von Organisationen, die weniger stark von dieser Technologie betroffen seien. Laut PwC steigerten diese Unternehmen auch Löhne und Personalbestand schneller. Die Studie relativiert damit die Vorstellung eines massiven Ersatzes menschlicher Arbeit. Im Zentrum stehe vielmehr die Neudefinition von Aufgaben sowie die steigende Bedeutung von Kompetenzen wie Urteilsvermögen, Kreativität, Empathie und Leadership.

 

KI verändert unsere Arbeitsweise grundlegend. Im Interview erklärt Arbeitsforscher Hans Rusinek, weshalb dabei weniger Jobs verschwinden als vielmehr Tätigkeiten - und worin sich der aktuelle Umbruch von früheren Transformationen unterscheidet.

Webcode
sMPTvn62