Apple rüstet Mac Mini und Mac Studio für lokale KI auf
Apple stattet den Mac Mini neu mit M6 oder M5 Pro und den Mac Studio mit M5 Max oder M5 Ultra aus. Die neuen Modelle bieten mehr Rechenleistung und Arbeitsspeicher für lokale KI-Anwendungen sowie schnellere Netzwerk- und Thunderbolt-Verbindungen.
Apple bringt den Mac Mini in einer neuen Generation mit M6 oder M5 Pro auf den Markt. Der M6 verfügt über eine CPU und eine GPU mit jeweils 12 Kernen. In jedem GPU-Kern integriert Apple erstmals beim Mac Mini einen Neural Accelerator. Hinzu kommen eine Neural Engine mit 16 Kernen, bis zu 32 Gigabyte gemeinsamer Arbeitsspeicher und eine Speicherbandbreite von bis zu 170 Gigabyte pro Sekunde.
Die höhere Rechenleistung soll insbesondere lokale KI-Anwendungen beschleunigen. Apple nennt etwa die Ausführung von KI-Modellen direkt auf dem Gerät, die Verarbeitung von Prompts für grosse Sprachmodelle und die Entwicklung von KI-Agenten zur Automatisierung von Aufgaben. In LM Studio soll der Mac Mini mit M6 Prompts laut Hersteller bis zu 4,8-mal schneller verarbeiten als das Modell mit M4.
Für rechenintensivere Anwendungen bietet Apple den Mac Mini auch mit M5 Pro an. Der Chip umfasst je nach Konfiguration bis zu 18 CPU- und 20 GPU-Kerne mit Neural Accelerators. Dazu kommen maximal 64 Gigabyte gemeinsamer Arbeitsspeicher und eine Speicherbandbreite von 307 Gigabyte pro Sekunde. Als mögliche Einsatzgebiete nennt Apple unter anderem Softwareentwicklung, Video-Rendering und wissenschaftliche Simulationen. Der grössere Arbeitsspeicher ermöglicht zudem die lokale Ausführung umfangreicherer KI-Modelle.
Apple erweitert auch die Konnektivität des Mac Mini. Das neue Modell unterstützt Wi-Fi 7, Bluetooth 6 sowie Ethernet mit 2,5 Gigabit pro Sekunde. Optional sind 10 Gigabit pro Sekunde verfügbar. Die Ausführung mit M5 Pro bietet zusätzlich Thunderbolt 5. Darüber lassen sich mehrere Mac Minis miteinander verbinden, um laut Apple auch grosse KI-Modelle vollständig lokal auszuführen.
Mac Studio erhält bis zu 512 Gigabyte Arbeitsspeicher
Auch den Mac Studio aktualisiert Apple. Die neuen Modelle verwenden M5 Max oder M5 Ultra. Der M5 Max bietet bis zu 18 CPU- und 40 GPU-Kerne mit Neural Accelerators sowie maximal 128 Gigabyte gemeinsamen Arbeitsspeicher. Beim M5 Ultra steigt die Ausstattung auf bis zu 36 CPU- und 80 GPU-Kerne sowie 512 Gigabyte Arbeitsspeicher. Die Speicherbandbreite erreicht laut Apple bis zu 1,2 Terabyte pro Sekunde.
Als Einsatzbereiche nennt der Hersteller unter anderem Softwareentwicklung, 3D-Anwendungen, Videoverarbeitung, Data Science und KI-Workloads. Der grosse gemeinsame Arbeitsspeicher soll insbesondere die lokale Ausführung grosser Sprachmodelle ermöglichen.

Der neue Mac Studio bietet mit M5 Ultra bis zu 512 Gigabyte gemeinsamen Arbeitsspeicher und soll damit auch grosse KI-Modelle lokal ausführen können. (Source: zVg)
Für Aufgaben, die die Ressourcen eines einzelnen Rechners übersteigen, lassen sich mehrere Mac Studios über Thunderbolt 5 und RDMA zu einem Cluster verbinden. Die Systeme können dabei laut Apple auf einen gemeinsamen Speicherpool zugreifen.
Ein Cluster aus vier Mac Studios soll bei der KI-Inferenz bis zu dreimal so viel Leistung erreichen wie ein einzelner Rechner, wie Apple angibt. Über Thunderbolt 5 lassen sich zudem externe Speichersysteme und PCIe-Erweiterungsgehäuse anschliessen. Für den internen Speicher verwendet Apple neu eine SSD-Architektur mit PCIe Gen 6. Der Mac Studio unterstützt ausserdem bis zu acht Bildschirme.
Mit den neuen Modellen führt Apple auch das Framework Core AI ein. Damit lassen sich laut Hersteller KI-Modelle auf Apple-Chips entwickeln, ausführen und bereitstellen. Daneben bietet Apple das Open-Source-Framework MLX an, mit dem sich Machine-Learning-Modelle direkt auf dem Mac ausführen, trainieren und anpassen lassen.
Der Verkaufsstart für die beiden neuen Mac-Rechner folgt am 22. September. In der Schweiz kostet der Mac Mini ab 899 Franken, den Mac Studio gibt es ab 2499 Franken. Die Variante des Mac Studio mit 512 Gigabyte gemeinsamem Arbeitsspeicher soll Ende Oktober folgen.
Übrigens: Bereits im März hat Apple seine Macbook-Reihe mit M5-Chips aufgerüstet, die insbesondere mehr Leistung für KI-Anwendungen bringen sollen - mehr dazu lesen Sie hier.
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