Schweizer HR-Barometer 2026

Beschäftigte sorgen sich bei KI eher um den Arbeitsmarkt als um den eigenen Job

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von Julia Meyer und dwi

Schweizer Arbeitnehmende fühlen sich für den digitalen Wandel mehrheitlich gut gerüstet. Gleichzeitig erwarten viele negative Folgen von KI und Automatisierung für den Arbeitsmarkt, wie der Schweizer HR-Barometer 2026 zeigt.

(Source: Dylan Nolte / Unsplash.com)
(Source: Dylan Nolte / Unsplash.com)

Im Rahmen des Schweizer HR-Barometers haben die Universität Luzern und die Hochschule Luzern (HSLU) zwischen März und Juni 2026 1597 Arbeitnehmende zu digitalen Technologien und den damit verbundenen Veränderungen befragt. Das HR-Barometer erscheint damit bereits zum vierzehnten Mal, wie die HSLU schreibt.

Schweizer fühlen sich neuen Anforderungen gewachsen

70 Prozent der Befragten fühlen sich laut deren eigener Einschätzung gut gerüstet, um mit ihren übertragbaren Kompetenzen bei den neuen Herausforderungen durch digitale Technologien Schritt zu halten. Dazu zählen etwa Projektmanagement, analytisches Denken oder digitale Kompetenzen. 

62 Prozent geben an, ihre Fähigkeiten aktiv weiterzuentwickeln. Anja Feierabend, Mitherausgeberin und Dozentin an der Hochschule Luzern, zieht daraus ein gemischtes Fazit: "Diese Selbsteinschätzungen der Beschäftigten sind positiv. Trotzdem ist das Vertrauen in die eigenen digitalen Fähigkeiten gegenüber den Zahlen im Jahr 2020 leicht zurückgegangen."

Auch beim Einfluss digitaler Technologien auf den Arbeitsalltag zeigt sich ein gemischtes Bild: Rund 30 Prozent der Befragten fühlen sich laut den Umfrageergebnissen durch KI und Automatisierung entlastet. Die Technologien würden die Produktivität steigern und neue Ideen für innovative Arbeitsweisen fördern. Fast die Hälfte der Befragten gibt zudem an, in der täglichen Arbeit auf zuverlässig funktionierende digitale Systeme angewiesen zu sein. Dies weise auf eine hohe Abhängigkeit von digitalen Technologien im Arbeitsalltag hin.

Für sich selbst optimistisch, für den Arbeitsmarkt skeptisch

Nur 11 Prozent der Befragten befürchten, ihren Arbeitsplatz wegen neuer Technologien oder künstlicher Intelligenz zu verlieren, wie die HSLU schreibt. 23 Prozent hielten es hingegen für wahrscheinlich, dass einzelne ihrer Aufgaben automatisiert würden. 

Auffällig sei, schreibt die Hochschule, dass die Befragten ihre eigene Zukunft optimistischer einschätzen als die gesamtgesellschaftliche Entwicklung. 36 Prozent erwarteten nämlich, dass die Automatisierung künftig zu einer Zunahme der Arbeitslosigkeit führen könnte. "Viele Befragte sind also überzeugt, dass der digitale Wandel für sie persönlich weniger Risiken mit sich bringt als für den Durchschnitt der Beschäftigten insgesamt", sagt Bruno Staffelbach, Professor an der Universität Luzern.

Darstellung der Verteilung von Antworten auf die Frage nach der Einschätzung der Wahrscheinlichkeit für den Verlust des eigenen Arbeitsplatzes, Automatisierung eigener Arbeitsaufgaben und Massenarbeitslosigkeit durch Automatisierung
Prozentuale Anteile der Wahrscheinlichkeitseinschätzung für verschiedene Szenarien. (Source: Hochschule Luzern)


Beschäftigte, die sich vor Automatisierung fürchten, seien eher gestresst, unzufrieden mit ihrer Arbeit und weniger engagiert gegenüber ihren Arbeitgebenden. Gemäss Mitteilung hat zudem die wahrgenommene Arbeitsplatzunsicherheit gegenüber den Vorjahren zugenommen. 

 

Die Arbeitslosigkeit in KI-exponierten Berufen ist seit der Einführung von ChatGPT gestiegen. Mehr dazu lesen im Beitrag von Michael Siegenthaler von der ETH Zürich. 

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