Datensouveränität ist mehr als eine Standortfrage
Datensouveränität hört nicht beim Speicherort auf. An der "Seagate Expertenrunde 2026" diskutierten rund 25 bis 30 IT-Entscheiderinnen und -entscheider sowie Branchenfachleute über sichere Datenspeicherung, nachhaltige Rechenzentren und die Kontrolle über digitale Infrastrukturen.
Unter dem Motto "Zukunft gestalten. Daten schützen. Verantwortung übernehmen." luden Seagate und Littlebit am 27. Oktober zur "Seagate Expertenrunde 2026". Rund 25 bis 30 IT-Entscheiderinnen und -entscheider sowie Branchenexpertinnen und -experten kamen im The Circle Convention Center am Flughafen Zürich zusammen.
Im Zentrum des Events stand die Frage, "wie Unternehmen ihre Daten sicher, souverän und gleichzeitig nachhaltig verwalten können", wie Philipp Schlichtherle, Sovereign Cloud & Neo Cloud Lead Europe bei Seagate Technology, sagt. Im Mittelpunkt seien dabei die steigenden Datenmengen, regulatorische Anforderungen, moderne Storage-Infrastrukturen sowie der verantwortungsvolle Umgang mit Energie und Ressourcen gestanden.
Vier Unternehmen beleuchteten das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Schlichtherle habe gezeigt, wie sich immer grössere Datenmengen effizient speichern liessen. Mit der Mozaic-Technologie können Unternehmen laut Schlichtherle bei einer Speicherkapazität von einem Exabyte die Zahl der benötigten Laufwerke von 33'300 auf 22'700 reduzieren. Das spare Platz, Energie und Ressourcen.
Tomas Strnatko von Vertiv widmete sich der Stromversorgung und Kühlung moderner Rechenzentren, insbesondere angesichts des KI-Booms. Weiter zeigte Matthias Straubhaar von Anapaya anhand der Netzwerktechnologie SCION, wie Unternehmen ihre Datenwege gezielter kontrollieren und absichern können. Littlebit-CEO Stefan Ebnöther wiederum rückte die Lieferketten in den Fokus: Wer Speicherplatz langfristig sichern wolle, müsse angesichts knapper Kapazitäten frühzeitig planen.
Souveränität hört nicht beim Server auf
In der anschliessenden Expertenrunde liefen laut Schlichtherle die unterschiedlichen Perspektiven zusammen. Ein zentrales Thema sei gewesen, dass digitale Souveränität weit mehr als nur den Standort der Daten bedeute. So hätten die Teilnehmenden diskutiert, welche Kontrolle Unternehmen über Daten, Datenwege, Energie, Hardware, Software, Betrieb und Lieferketten behalten müssten. Dabei sei auch die Frage aufgekommen, ob eine lokale Datenspeicherung allein überhaupt ausreiche.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Nachhaltigkeit in Rechenzentren. Dabei sei es nicht nur um den Energieverbrauch gegangen, sondern um das gesamte System - von der Energieversorgung und Kühlung über die Speicherdichte und Hardware-Lebensdauer bis hin zur Wiederverwendung und Kreislaufwirtschaft. Zur Debatte stand laut Schlichtherle, ob Nachhaltigkeit lediglich eine Kennzahl sei oder bereits bei der Architektur eines Rechenzentrums berücksichtigt werden müsse.
Zudem hätten die Experten darüber diskutiert, ob Souveränität, Performance und Nachhaltigkeit zwangsläufig miteinander konkurrierten oder sich durch eine ganzheitliche Planung sogar gegenseitig unterstützen könnten.
Die Diskussion machte gemäss Schlichtherle deutlich: "Netzwerk, Storage, Energie, Kühlung und Lieferketten müssen zusammenspielen", denn echte Souveränität ende nicht beim Speicherort.
Laut einer Umfrage von TI&M und der Hochschule Luzern hat nicht einmal jedes dritte Schweizer Unternehmen eine Strategie für digitale Souveränität. Hier lesen Sie mehr dazu.
Peoplefone bezieht neuen Hauptsitz in Zürich
So spielt man Schach im Jahr 2026
Swiss FS-CSC trainiert Cyberabwehr in der Romandie
Apple erntet Rekordumsätze
Anthropic meldet deutliches Umsatzplus und massiven Verlust kurz vor Börsengang
Update: Nordkorea bestreitet FBI-Vorwürfe zum Binance-Angriff
Wie Managed Services gemäss MTF Differenzierung schaffen
TD Synnex Schweiz partnert mit Palo Alto Networks
Hacker stiehlt Daten des Schweizer Basketballverbands