Marktbericht

Cloud und KI treiben ERP-Nachfrage nach oben

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Der ERP-Markt in der DACH-Region wächst kontinuierlich. Während Cloud-Lösungen und KI-Funktionen die Nachfrage ­ankurbeln, zeigen sich in der Schweiz zugleich eine hohe Systembeständigkeit und leichte Verschiebungen bei den Markt­anteilen.

(Source: Nicolas Herrbach / AdobeStock)
(Source: Nicolas Herrbach / AdobeStock)

Wie der IT-Markt Report 2025 von Profondia zeigt, zeichnen sich im Schweizer Markt für Enterprise-Resource-Planning-Lösungen (ERP) leichte Veränderungen ab: Die Marktanteile von SAP sowie den zahlreichen kleineren ERP-Lösungen, die nach wie vor gemeinsam den Grossteil der installierten Systeme ausmachen, sind minimal zurückgegangen – jeweils um etwa einen Prozentpunkt. Infoniqa hingegen legte nach einem Rückgang im Vorjahr wieder leicht zu. 

Eine weitere Veränderung: Der ERP-Anbieter Messerli Informatik hat laut Profondia erstmals die 1-Prozent-Marke überschritten und wird deshalb neu auch separat in der Statistik ausgewiesen. Abacus führt wie bereits im Vorjahr die Rangliste mit 17 Prozent an. 

Insgesamt blieb die Systemlandschaft somit auch im Jahr 2024 stabil. Schweizer Firmen setzen ihre ERP-Lösungen gemäss Profondia im Schnitt etwa 18 Jahre ein, was die langfristige Bedeutung, Komplexität und Integrationsdichte solcher Systeme unterstreicht. Die Lebensdauer der eingesetzten Systeme nimmt zudem laut Martin Maurer, CEO von Profondia, Jahr für Jahr zu. "Einen Wechsel des ERP-Systems nehmen die Firmen nur auf sich, wenn zwingende Gründe vorliegen", sagt er. Denn stimmten insbesondere Produkt- und Supportzuverlässigkeit, Funktionsumfang, Innovationsfähigkeit sowie schweiz- und branchenspezifische Anforderungen, stünden die Sterne gut für den langfristigen Erfolg eines ERP-Anbieters.

Profondia-Marktbericht. Marktanteile ERP

Marktanteile der ERP-Hersteller in der Schweiz. Quelle: Profondia

Cloudbasiert, KI-integriert, mobil und mehrsprachig

Vor diesem Hintergrund zeichnen sich im ERP-Markt mehrere technologische und funktionale Trends ab. Wie der Marktforscher Statista festhält, bevorzugen Unternehmen in der Schweiz wie auch in Österreich und Deutschland zunehmend cloudbasierte ERP-Systeme. Gründe dafür seien neben höherer Skalierbarkeit und geringeren Investitionskosten auch die flexible Erweiterbarkeit, benutzerfreund­liche Oberflächen sowie die reibungslose Integration in andere Unternehmensanwendungen.
Ein klarer Trend im DACH-Raum ist laut dem Marktforschungsunternehmen zudem die Integration von künstlicher Intelligenz. Unternehmen würden immer häufiger KI-gestützte Funktionen nutzen, um grosse Datenmengen auszuwerten, Prognosen zu erstellen und Entscheidungen zu treffen. Parallel dazu steige der Einsatz mobiler ERP-Anwendungen, da Mitarbeitende zunehmend erwarten, Geschäftsprozesse auch unterwegs in Echtzeit verwalten zu können.

Eine Besonderheit des Schweizer Marktes: Aufgrund ihrer starken internationalen Ausrichtung benötigen Unternehmen ERP-Systeme, die mehrsprachig und global skalierbar sind. Die gute wirtschaftliche Lage erhöht die Nachfrage zusätzlich, während die hohe technologische Expertise im Land das Marktwachstum laut Statista ebenfalls begünstigt.

Wachstum weiterhin in Sicht

Mit der zunehmenden digitalen Transformation und der steigenden Prozesskomplexität bleibt der ERP-Markt in der DACH-Region gemäss Statista auch in den kommenden Jahren attraktiv. Während KI und Cloud das Tempo bestimmen, spricht die hohe Systembeständigkeit – insbesondere in der Schweiz – für einen stabilen, aber dennoch innovationsgetriebenen Markt.

Der ERP-Markt in der DACH-Region verzeichnet 2025 vermutlich erneut ein solides Wachstum. Der Marktforscher prognostiziert einen Umsatz von rund 3,03 Milliarden Euro. Bis 2030 rechne er zudem mit einem jährlichen Wachstum von 2,86 Prozent, wodurch das Marktvolumen auf rund 3,5 Milliarden Euro anwachsen würde.

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