Mixed Reality & AI

Microsoft eröffnet zusammen mit der ETH ein Lab direkt in Zürich

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Microsoft hat einen neueren Standort in Zürich eröffnet. Im Mixed Reality & AI Lab werden in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich Projekte in den Bereichen Augmented Reality und künstliche Intelligenz verfolgt. Abgesehen von der Microsoft Cloud-Plattform spielt auch die Hololens-Datenbrille eine wichtige Rolle.

Microsoft hat einen neuen Standort eröffnet - gut erreichbar im Zürcher Börsenviertel. Im Mixed Reality & AI Lab werden Forschungsprojekte in den Themengebieten Augmented Reality und künstliche Intelligenz verfolgt – angetriebenen von Microsofts eigener Cloud.

Marc Holitscher, Leiter des Technology Office von Microsoft Schweiz, sprach von technikgetriebenen Anwendungen im Lebensbereich als neues Businessmodell. Durch eine Partnerschaft mit dem Bühler-Konzern nutze man Microsoft Azure zum Beispiel zur Optimierung in der Lebens- und Futtermittelindustrie. Die Cloud ermögliche als Innovationsplattform eine Demokratisierung der Wirtschaft, weil sie auch kleinen Firmen digitale Services zur Verfügung stellt.

 

Im August hat Microsoft eigene Cloud-Rechenzentren in der Schweiz eröffnet. Die Details zu Kosten, Features und Ausbau können Sie hier nachlesen können.

 

Der Leiter des Mixed Reality & AI Zurich Labs ist Marc Pollefeys. Der ETH-Professor verbrachte zwei Jahre in Redmond, USA, um an der Hololens 2 zu arbeiten. Die zweite Version von Microsofts Augmented-Reality-Headset kann mit seinen vier Kameras jeden Raum vermessen. Das Team im neuen Lab kümmert sich sozusagen um die Vermessung der Welt. Denn die Frage "Wo bin ich?" ist quasi die Grundlage für alle AR-Funktionen.

 

Ein Grossteil der Rechenleistung erbringt die im Headset verbaute Hardware selbst. Alle Funktionen, die nicht auf eine niedrige Latenz angewiesen sind, kommen aus der Cloud. Die Verzögerung zwischen der echten Welt und der Welt durch die Gläser der Hololens soll so gering wie möglich gehalten werden.

 

Die Zusammenarbeit mit der ETH ermögliche dem Lab, Langzeitkonzepte zu entwickeln. Derzeit sind zwölf Mitarbeiter und fünf Stundenten in der Talstrasse beschäftigt, der Weg zur ETH wurde möglichst kurz gehalten. Studenten bekommen durch die Cloud Zugang zu neuen Forschungsmöglichkeiten und können ihr Wissen selbst weitergeben. Auch deshalb besitze Zürich ein starkes Ökosystem für die IT-Branche, sagte Pollefeys. Die Konkurrenz durch Facebook und Co. innerhalb der Stadt sehe er ebenfalls positiv.

 

Die Evolution der Computer

Für Microsoft ist die Hololens die dritte Generation von Computern. Nach dem Heim-PC und dem Smartphone ist man jetzt so weit, dass der Computer genau das gleiche wie der Nutzer sieht. Damit der Computer sehen kann, braucht es die angesprochenen Langzeitkonzepte. Die Grundlagen für Computer Vision, also das maschinelle Sehen, wurden bereits in den 2000er-Jahren gelegt. Microsofts Kinect-Kamera war damals eine der ersten Hardwareprodukte in dem Bereich.

Die Leiterin des Swiss Joint Research Center, Scarlet Schwiderski-Grosche, sprach über die Anforderungen der Cloud. Microsoft verdoppelt seine Azure-Infrakstruktur jährlich, um mit den exponentiell steigenden Datenmengen mitzuhalten. Schwiderski-Grosche selbst forscht an der Universität von Cambridge an optischen Technologien. Gemäss ihr soll die Speicherung von Daten auf Glasscheiben das Problem der kurzen Lebensdauer aktueller optischer Medien für immer lösen.

 

 

(Source: Netzmedien)

 

Auf einer Tour durch die Räumlichkeiten präsentierte der Gastgeber unter anderem einen selbstfahrenden Roboter. Dieser lässt sich über eine AR-App steuern. Der Roboter und die App haben stets eine Übersicht über den Raum, die auf verschiedenen Karten basiert. Vor Hindernissen wie Wänden oder Menschen hält der Roboter selbstständig an. Zwei Räume weiter wird an der neusten Version von Microsofts Kinect-Kamera gearbeitet. Die dritte Version der Hardware nutzt den gleichen Sensor wie die Hololens 2, ist allerdings leistungsstärker.

 

Wie Microsoft sich den Einsatz der Hololens 2 vorstellt, präsentierte der Hersteller an einem einfachen Beispiel. Ein Tutorial zur Bedienung einer Kapsel-Kaffeemaschine soll die Möglichkeit der Hardware zeigen. Der Nutzer hat beide Hände frei zum Arbeiten, während er mit seinen Augen durch die Augmented Reality steuert. Schritt für Schritt wird der Ablauf mit leuchtenden blauen Pfeilen und fliegenden Händen vorgeführt. Der Gebrauch des Headsets fühlte sich natürlich an. Verbunden mit dem Reiz des Neuen war es eine nachvollziehbare Präsentation der Technik.

 

(Source: Netzmedien)

 

Für die Hololens 2 gibt es immer noch keinen Schweizer Verkaufsstart. Mehr über die Technik des Headsets können Sie hier lesen.

Webcode
DPF8_153809

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