Kolumne Unternehmensentwicklung (mit Video)

Sind Ihre strategischen Diskussionen wirklich strategisch?

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Jeder weiss, wie schnell man auch in strategischen Gesprächen ins Operative abdriftet. Das hat durchaus seine Berechtigung. Aber so kann man die Zukunft des Unternehmens nicht aktiv gestalten. Kolumnist Raphael Ledergerber zeigt im Video drei Faktoren, mit denen man es schafft, in jeder Diskussion strategisch zu bleiben.

"Diskutieren wir da gerade wirklich Strategisches?", werde ich oft von Kunden gefragt. Jeder kennt das, wie schnell man auch in strategischen Gesprächen ins Operative abdriftet. Es ist auch richtig und wichtig, dass Sie sich als Führungskraft um Ihr Tagesgeschäft kümmern. Dafür sollten Sie den Grossteil Ihrer Zeit einsetzen. Das eine tun, das andere keinesfalls lassen: Sie sollten konsequent mindestens 10 Prozent Ihrer wertvollen Zeit für das langfristig Wertvollste einsetzen: die Zukunft Ihres Unternehmens. Je nach Geschäftsverlauf, Herausforderungen und Ambitionen kann und muss dies auch 20 oder 25 Prozent Ihrer Zeit einnehmen.

Erst wenn Sie auch tatsächlich 10 bis 25 Prozent Ihrer Zeit in strategische Diskussionen investieren, beginnen Sie, Ihre Unternehmenszukunft aktiv zu gestalten. Dafür braucht es immer wieder die richtige Flughöhe. Mit den nachstehenden drei Faktoren stellen Sie sicher, dass Sie strategisch denken:

1. Zukunft im Fokus

Diskutieren Sie gerade über die Gegenwart oder über die Zukunft? Haben Sie dabei die Zukunft im Fokus? Nur mit dem Blick in die Zukunft haben Sie die richtige Flughöhe für Gespräche über Strategien. Denn Unternehmensstrategie gestaltet nicht die Gegenwart, sondern die Unternehmenszukunft. Gerade in Zeiten der grossen und rasanten Veränderung ist es existenziell wichtig, dass Sie nicht nur im Unternehmen arbeiten (operatives Tagesgeschäft), sondern vor allem auch am Unternehmen arbeiten (strategisch).

2. Trends im Blick

Besprechen Sie einfach die bestehenden Marktbedürfnisse oder die Marktbedürfnisse von morgen und über­morgen? Strategische Diskussionen können durch das Einbringen der relevantesten Trends geradezu beflügelt werden.

Strategisches Denken und Handeln dreht sich letztlich vor allem darum, sich bietende Chancen zu erkennen und zu seinem Vorteil nutzen zu können. Wir unterscheiden vier Trendebenen:

  • Gesellschaft, Ökologie, Regulierungen

  • Wirtschaft, Technologie

  • Wettbewerber, Wettbewerbssituation

  • Märkte, Marktbedürfnisse

3. Neu zu Schaffendes

Ertappen Sie sich in Ihren strategischen Gesprächen dabei, wie Sie primär Bestehendes diskutieren? Haben Sie das neu zu Schaffende im Blick?

Nur mit dem Fokus auf das Neue denken Sie strategisch. Nur mit der Sicht auf Neues gestalten Sie Ihre Unternehmenszukunft aktiv. Denn nur, wenn Sie mit Neuem vorangehen, können Sie gestalten. Ansonsten werden es Ihre bestehenden oder ganz neuen Wettbewerber tun. Sie können dann nur noch reagieren und Sie werden in die äusserst unangenehme Defensive gedrängt. Strategische Diskussionen drehen sich um Neues, dazu gehören:

  • Geschäftsmodelle

  • Produkte

  • Services

  • Märkte

  • Wertschöpfungstiefe

  • Differenzierungsfaktoren

Wie schaffen Sie es, bei Ihren strategischen Diskussionen die richtige Flughöhe zu halten? Was sind dabei die grössten He­rausforderungen? Ich freue mich auf Ihre Erlebnisse und Kommentare.

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