Was Kunden wollen

Was die Helvetia-Versicherung vom IT-Channel erwartet

Uhr | Aktualisiert

Wie wichtig ist die IT für eine Versicherung wie die Helvetia? CIO Armin Suter spricht im Interview über die Herausforderungen, Outsourcing und wie ihn der Handel unterstützen kann.

Armin Suter, CIO bei der Helvetia-Versicherung. (Quelle: Helvetia)
Armin Suter, CIO bei der Helvetia-Versicherung. (Quelle: Helvetia)

Was beinhaltet Ihre tägliche Arbeit, und wo kommen Sie mit IT-Dienstleistern in Berührung?

Armin Suter: Die IT Schweiz von Helvetia ist im Sinne einer Generalunternehmerin für alle IT-Dienstleistungen im Ländermarkt Schweiz verantwortlich. Direkt in meinem organisatorischen Verantwortungsbereich als Leiter IT Schweiz ist im Wesentlichen die Anwendungsentwicklung. Hier komme ich mit externen IT-Dienstleistern in Berührung, wenn es um die Beschaffung von Applikationen oder den Einsatz externer Entwicklungsressourcen geht. Die IT-Infrastruktur und der Betrieb sind bei Helvetia auf Gruppenstufe angesiedelt. Hier bezieht also die IT Schweiz gruppenintern Dienstleistungen.

Was sind die drei wichtigsten Eigenschaften, die Ihre ­IT-Dienstleister mitbringen müssen?

Generell ist für uns wichtig, dass unsere Dienstleister hohe Kompetenz im betreffenden Gebiet haben. Sei dies, damit sie spezialisiertes Know-how einbringen können, das wir intern nicht haben, oder um unsere Kapazitäten in Bereichen zu verstärken, in denen unsere internen Ressourcen zu knapp sind. Unsere Dienstleister müssen verlässliche Partner sein. Und schliesslich müssen die Dienstleistungen zu einem kompetitiven Preis angeboten werden.

Wo kaufen Sie die Komponenten, die Sie benötigen?

Wir kaufen in der Regel direkt beim Hersteller ein.

Welche Bereiche Ihrer Unternehmens-IT haben Sie ­ausgelagert?

Helvetia hat die Infrastruktur und den Betrieb des Mainframes, den SAP-Betrieb und das Massenprinting ausgelagert. Punktuell beziehen wir Anwendungen aus der Cloud als Software-as-a-Service.

Welche Bereiche würden Sie hingegen nie outsourcen?

Unsere internen "Kunden", das heisst die Fachbereiche. Die wünschen IT-Ansprechpartner, die ihre Bedürfnisse verstehen und möglichst nahe bei ihnen sind. Daher würden wir keine fachbereichsnahen Dienstleistungen wie das Business Engineering und die Beratung outsourcen. Weiter wollen wir auch Bereiche in den eigenen Händen behalten, die wir als Kernkompetenzen unserer IT betrachten. Etwa die IT-Architektur oder das Application Management in Bezug auf firmenspezifische Lösungen.

Was werden in der nächsten Zeit die grössten technischen Herausforderungen im Bereich IT für Sie sein?

Die Digitalisierung prägt uns derzeit. Wir sehen sie als Chance und versuchen, die sich bietenden Möglichkeiten bestmöglich zu nutzen. Für uns als Versicherung sind in einem ersten Schritt besonders Onlineplattformen im Sinne von Self-Service-Lösungen für Kunden oder Vertriebspartner sowie die Möglichkeiten von Smart Data und Analytics interessant. Dabei gilt es, die Agilität und Flexibilität bei der Bereitstellung von IT-Lösungen zu steigern, ohne die Stabilität des Betriebs zu gefährden. Ein weiterer Schwerpunkt für Helvetia als international tätiges Versicherungsunternehmen ist das Erzielen von gruppenweiten Synergien. Hier setzen wir auf eine Harmonisierung der IT-Infrastruktur und der damit verbundenen Prozesse.

Wie kann Sie der Handel dabei unterstützen?

Wir erwarten von unseren Partner, dass sie bereits bewährte Lösungen für unsere Problemstellungen sowie deren Vor- und Nachteile kennen. Entsprechend wünschen wir uns eine Unterstützung in Form von Expertise sowie einer entsprechenden Beratung.

Die Redaktion fragt in der "IT-Markt"-Rubrik "Was Kunden wollen", was Unternehmen von ihren IT-Dienstleistern erwarten und wo die grössten Baustellen liegen. Die Auswertung der Interviews der vergangenen drei Jahre zeigt: IT-Dienstleister sollten auf ihre Kunden eingehen, einen Blick über den Tellerrand wagen und ruhig mal etwas mutiger auftreten. Lesen Sie hier die komplette Analyse.

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