Wie Reseller gemäss Netcloud erfolgreich zum Anbieter von Back-up-as-a-Service werden
Kann der Fachhandel im Zeitalter von as-a-Service-Angeboten noch gewöhnlichen Storage verkaufen? Und inwiefern müssen sich Reseller anders aufstellen, um Back-up auch als Service anbieten zu können? Die Antworten kennt Beat Schaufelberger, Senior Cloud Consultant bei Netcloud.
Kann der Channel heute noch gewöhnlichen Storage verkaufen?
Beat Schaufelberger: Ja, für Ausbauten bestehender Storage-Infrastrukturen und für Anwendungen mit ganz spezifischen Anforderungen, oder wenn die Anwendungen nach wie vor im eigenen Datacenter betrieben werden. Heute wird dazu vorwiegend auf Flash-Speicher gesetzt. Dies schliesst aber die Nutzung von BaaS-Diensten nicht aus, weil die zweite oder dritte Datenkopie ausgelagert werden kann. Wie gut Cloud-Dienste wie Back-up-Services integriert werden können und wie einfach eine Migration von Anwendungen in die Cloud realisiert werden kann, wird heute in eine Storage-Evaluation miteinbezogen.
Inwiefern müssen sich Reseller anders aufstellen, um Back-up auch als Service anbieten zu können?
Ein Reseller muss sich dem Datenmanagement ganzheitlich annehmen. Er muss nicht nur technische Lösungen bieten, sondern den Kunden auch zu Datenschutz, Compliance und Business Continuity beraten. Zudem mag ein Back-up-Service eines Resellers in sein eigenes Datacenter nicht für alle Kunden das Passende sein. Darum benötigt es Flexibilität, auch Services mit den Hyperscaler wie AWS, Azure oder Google zu integrieren.
Worauf gilt es bei derartigen Mietangeboten zu achten?
Das Wichtigste ist eine klare Definition und Abgrenzung der Verantwortungen zwischen dem Kunden und dem Anbieter. Ein Back-up-Service kann von einer einfachen Überwachung einer Back-up-Infrastruktur bis zu einer garantierten Wiederherstellung im Notfall reichen. Die Einschätzung des zu erwartenden Speichervolumens und der damit verbundenen Kosten ist eine Herausforderung. Erfahrungen von Spezialisten und die Möglichkeit, mit einem Anbieter im Testbetrieb zu starten, sind kritische Erfolgsfaktoren.
Welche Zielmärkte lohnen sich besonders?
Wir sehen hier keinen bestimmten Zielmarkt. Kunden wählen möglicherweise je nach Branche einen unterschiedlichen Speicherstandort, aber die Auslagerung des Back-ups mittels eines Cloud-Services kann für Firmen aus den verschiedensten Märkten eine sehr interessante Möglichkeit sein, damit sich die raren IT-Ressourcen auf die Kernaufgaben fokussieren können.
Welche technologischen Trends erkennen Sie in dem Bereich?
Es gibt immer mehr Lösungen im BaaS-Bereich, mit denen man einen Multicloud-Ansatz fahren kann. Sei es mit der Möglichkeit, Daten aus unterschiedlichen Clouds zu sichern, in verschiedene Clouds zu lagern, etwa in S3 Storage, oder durch die Integration von nativen Cloud-Services.
Die Antworten der übrigen Podiumsteilnehmer:
Martin Boeker, Veritas: "Storage als reines Hardwaregeschäft ist nach wie vor notwendig."
Martin Gartmann, UMB: "Wer sich diese Überlegungen erst jetzt macht, der ist zu spät."
Roland Jung, Bechtle Steffen: "Lösungen mit einen gesamtheitlichen Aspekt sind in einer Poleposition."
Martin Nussbaumer, Fujitsu: "Gewöhnlicher Storage wird nicht über Nacht aus dem Portfolio gestrichen."
Giuseppe Gallo, Veeam: "Der Verkauf von Storage ist immer noch ein wichtiger Aspekt in vielen Projekten."
Heiko von Soosten, Acronis: "Back-up allein reicht nicht mehr aus."
Patrick Stutz, Mount10: "Die Einstiegshürde, um einen eigenen BaaS anzubieten, ist niedrig."
Philippe Wettstein, ITpoint Systems: "Back-up-as-a-Service ist ein relativ überschaubarer Einstieg in das Thema Managed Services."
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