Editorial

Wo Rosen wachsen, sind Dornen meist nicht weit

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von Coen Kaat
Coen Kaat, stellvertretender Chefredaktor. (Source: Netzmedien)
Coen Kaat, stellvertretender Chefredaktor. (Source: Netzmedien)

Anbieter von Managed Services haben Grund, optimistisch in die Zukunft zu blicken. Der globale Markt soll bis 2030 auf ein Volumen von 582,07 Milliarden US-Dollar anwachsen. Das entspricht gemäss einer Analyse von The Business Research Company einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) zwischen 2026 und 2030 von 13,6 Prozent.

Das Geschäft mit Managed Services wächst somit schneller als die weltweiten Gesamtausgaben für IT. Diese bewegen sich zwar auf einem viel höheren Niveau (8,4 Billionen Dollar bis 2030), aber das jährliche Wachstum erreicht im Schnitt noch keine 10 Prozent. Gemäss einer Einschätzung des Marktanalysten Omdia liegt die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate zwischen 2025 und 2030 bei 9,1 Prozent.

Die Aussichten mögen zwar rosig sein – dieser Rosengarten hat aber auch seine Dornen. Die Zahlen zeugen von der starken Durchdringung des Marktes: Managed Services sind allgegenwärtig und längst keine Nischenerscheinung mehr. Dies bringt ­allerdings eine neue Herausforderung mit sich: Was gestern ein cleveres Angebot für ausgewählte Kunden war, kann heute schon eine alltägliche Standardlösung sein. Für Anbieter ist das Fluch und Segen zugleich. Einerseits wächst die Nachfrage. Andererseits droht in den Bereichen, wo Dienstleistungen zum Standard werden, die Austauschbarkeit. Wie man der Commodity-Falle entkommt und wie Anbieter von Managed Services künftig noch punkten können, sagen die Experten im Podium.

Inwiefern die genannten Marktzahlen tatsächlich der Wirklichkeit entsprechen werden, darüber lässt sich streiten. Denn ein Faktor, der in diesen aktuellen Analysen kaum oder nicht berücksichtigt wird, ist die künstliche Intelligenz. KI wirkt sich nämlich auch darauf aus, wie und was Unternehmen auslagern. Gewisse Dienste, die sie früher als Managed Services bezogen, könnten sie künftig versuchen, inhouse mit KI abzudecken. So sorgt die KI dafür, dass die Karten neu gemischt werden. Wie stark sich das auf das Geschäft auswirkt, erläutert der Marktbericht. Der Bericht zeigt auch, wie Unternehmen zunehmend mehr Geld für einzelne Deals zahlen, während ihre jährlichen Ausgaben nur geringfügig steigen.

Doch trotz des guten Ausblicks dank der positiven Prognosen sollten sich Anbieter nicht zurücklehnen. Denn sonst könnte die schöne Aussicht bald verdeckt werden, wenn die Konkurrenz an ihnen vorbeizieht.

Ich wünsche viel Lesevergnügen mit der aktuellen Ausgabe des «IT-Markt» zum Thema Managed Services.
 

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