Index zeigt leicht hinauf

ICT-Reseller können aufatmen

Uhr | Aktualisiert
von Coen Kaat

Nach dem Nachfrageschwund im April zeigt der ICT-Reseller-Index leicht bessere Werte für den Monat Mai. Viele Bereiche, darunter das Computer-Segment, haben aber noch immer sinkende Umsätze und Absatzrückgänge zu beklagen.

Nach der Hiobsbotschaft vom letzten Monat gibt der ICT-Reseller-Index von Proseller im Mai Grund zum Aufatmen. Das normalerweise im Mai beginnende Sommerloch beginnt dieses Jahr später, wie Proseller mitteilt. "Den in den bisherigen Jahren gewohnten und sehr stabilen saisonalen Rhythmus hat es dieses Jahr durch den starken Impuls im Januar völlig zerschossen", sagt Thomas Czekala, Mitglied des Verwaltungsrats bei Proseller und Autor des ICT-Reseller-Index. Czekala verweist dabei auf die Aufhebung des Euro-Mindestkurses.

Der Mai liegt auf dem Index sogar leicht über dem Wert des Vormonats. Im Vergleich zum April stieg der Index um zwei Punkte und erreichte im Mai 87 Punkte. Der gesamte Umsatz für die Monate Januar bis Mai 2015 lagen 11 Prozent unter dem Vorjahreswert. Insbesondere die klassischen IT-Hardware-Produkte und –Systeme würden hier am meisten verlieren, heisst es in der Mitteilung.

Computer-Sparte geht am stärksten zurück

Im Bereich Computer ging die Nachfrage um 12 Prozent gegenüber 2014 zurück. Auch die Sparten Software, Verbrauchsmaterial und Storage konnten das Kundeninteresse nicht halten. Hier reduzierte sich die Nachfrage um jeweils 7 Prozent zurück. Leicht besser steht die Zubehörsparte da. Hier schrumpfte die Nachfrage lediglich um 4 Prozent.

Im Gegensatz zum Vormonat haben im Mai 2015 zwei Bereiche bessere Zahlen abgeliefert als im Vorjahr. Bei den Netzwerkkomponenten stieg die Nachfrage um 18 Prozent, bei den Peripheriegeräten um 6 Prozent gegenüber 2014 an.

Umsatz bei IT-Systemen schrumpft um 70 Prozent

In den Kategorien Displays, Projektoren sowie Zubehör und Netzwerkkomponenten stiegen zudem die Umsätze im Jahresvergleich an. Im Mai verkauften sich vor allem die höherwertigen Displays und Projektoren gut.

Die IT-Hardware beklagt hingegen noch immer einen sinkenden Absatz und sinkende Preise. Zusammen sorgen sie für eine Umsatzeinbusse von 38 Prozent. IT-Systeme traf es noch härter. Bei konstanten Preisen ging der Umsatz um knapp 70 Prozent zurück.

Insgesamt seien die Entwicklungen zwar nicht erfreulich, wie Proseller in seiner Mitteilung schreibt. Im Vergleich zum April-Einbruch sei der Verlauf im Monat Mai aber schon fast beruhigend.

Reseller wachgerüttelt

Die drastischen Veränderungen haben aber auch einen positiven Aspekt, wie Thomas Czekala erklärt. "In der Biologie wird dieses Phänomen als 'Boiling Frog Syndrom' beschrieben", sagt er. "Eine schleichende Veränderung der Situation führt bei Lebewesen nicht zu aktivem Handeln. Die Reseller wurden also wachgerüttelt und gehen aktuell daran sich neu und bewusster zu positionieren."

Ohne den Nachfrageschwund im letzten Monat, wären dieses Jahr gemäss seiner Einschätzung wohl einige Reseller "ohne viel Geschrei in die Pleite gerutscht". ICT-Reseller sollten künftig auf ein passendes Dienstleistungsangebot setzen. "Wer rechnen kann weiss, dass reines Consulting im Endeffekt nicht beliebig skalierbar ist", sagt Czekala. "Kaufmännisch am interessantesten sind System-Lösungs-Projekte. Hier liegt für viele die Zukunft."
 

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