Marktbericht Hyperconverged Infrastructure

Schweizer Unternehmen setzen auf schlüsselfertige IT-Systeme

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Der Markt für Hyperconverged Systems boomt. Um knapp 60 Prozent stiegen die globalen Einnahmen 2018. Auch in der Schweiz interessieren sich immer mehr Unternehmen für eine fertige IT-Lösung. Ob Converged Systems damit Geschichte sind, darüber sind sich die Spezialisten von HPE, Nutanix und Dell nicht ganz einig.

(Source: sorbetto / iStock.com)
(Source: sorbetto / iStock.com)

Der Gesamtmarkt für konvergente Systeme hat 2018 um knapp 15 Prozent zugelegt und betrug 4,18 Milliarden US-Dollar. Während die Umsätze in den Bereichen Integrated Platforms und Certified Reference Systems & Integrated Infrastructure um 8,4 Prozent beziehungsweise 6,4 Prozent sanken, stiegen die Einnahmen bei den Hyperconverged Systems um 57,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit machten Hyperconverged Systems 46,5 Prozent des gesamten Converged-Systems-Marktes aus und generierten einen Umsatz von 1,9 Milliarden Dollar, wie der Marktforscher IDC schreibt.

Betrachtet man die Firmen auf dem Converged-Systems-Markt, lag Dell 2018 mit einem Umsatz von 552,4 Millionen Dollar und 28,6 Prozent Marktanteil an erster Stelle. Auf Platz zwei folgte Nutanix mit einem Umsatz von 284,9 Millionen Dollar und 14,8 Prozent Marktanteil. Den dritten Rang belegte HPE. Mit einem Umsatzanstieg von 70,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr wuchs HPE von den Top-3-Unternehmen am stärksten. "HCI-Lösungen bringen Unternehmen Einfachheit, Agilität und Geschwindigkeit in der Bereitstellung benötigter IT-Ressourcen", begründet Martin Casaulta, CTO bei HPE Schweiz, den Trend hin zu Hyperconverged Infrastructure (HCI). "Im Schweizer Markt sehen wir vermehrt Kunden, die davon profitieren wollen." Dabei handle es sich vor allem um Kunden, die keine eigene IT-Abteilung hätten und da­rauf angewiesen seien, über einen HCI-Ansatz eine schlüsselfertige IT-Lösung erwerben zu können.

Von der Build- zur Buy-Strategie

"Die Schweizer Unternehmen haben die Vorteile von HCI schätzen gelernt", sagt Florian Köppli, Country Manager Schweiz von Nutanix. Unternehmen verstünden immer mehr, dass die Eigenschaften und Vorteile der Cloud wie Skalierbarkeit, bedarfsgerechte Nutzung von Ressourcen oder Elastizität und Geschwindigkeit auch in den internen IT-Umgebungen Einzug halten könnten. "Und dass sie aufbauend auf HCI die Mauern zwischen den verschiedenen Technologie-Stacks der eigenen Infrastruktur und der verschiedenen Public-Cloud-Angebote überwinden können." 2017 war der Markt für Converged Infrastructure (CI) noch grösser als jener für HCI. Ob die Zeiten für CI vorbei sind, darüber sind sich die Spezialisten nicht einig. So sagt Köppli von Nutanix: "Die Zukunft gehört der Software und der Softwaresteuerung, die unabhängig von der Hardware funktioniert. In diesem Sinne sind die Zeiten von CI definitiv vorbei." Casaulta von HPE sagt hingegen: "Wir sind davon überzeugt, dass es eine sinnvolle Koexistenz von CI- und HCI-Lösungen gibt."

Auch Sascha Meier, Field CTO bei Dell Technologies Switzerland, ist der Ansicht, dass CI noch nicht tot sei. "Generell werden über die nächsten Jahre sowohl CI- als auch HCI-Lösungen eine strategisch wichtige Rolle spielen", prognostiziert er. Meier beobachtet ausserdem, dass auf dem Schweizer Markt ein Wechsel von einer Build- zu einer Buy-Strategie vorgenommen werde. Es würden also mehr und mehr Unternehmen Infrastrukturplattformen als Einheit beschaffen. Zur Zukunft des hiesigen HCI-Marktes sagt Meier: "Der Markt wird kontinuierlich wachsen, sodass die Bereitstellung von IT-Basisdiensten weiter automatisiert und optimiert wird." Auch die Spezialisten von Nutanix und HPE sind sich sicher, dass es auf dem HCI-Markt noch weiter bergauf geht. "Der Schweizer HCI-Markt hat seine besten Zeiten erst noch vor sich", sagt Köppli von Nutanix.

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