ZHAW Onlinehändlerbefragung 2020

Corona-Boom: Schweizer Onlinehändler rechnen mit langfristigem Wachstum

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Die grosse Mehrheit der Schweizer Onlinehändler geht davon aus, dass die Coronakrise ihnen langfristiges Wachstum beschert. Viele von ihnen haben in den letzten Monaten einen Umsatzanstieg von bis 1500 Prozent erlebt. Besonders stark profitierten die Bereiche Garten und Do-it-Yourself, Computer und Zubehör sowie Sportwaren.

(Source: StockSnap / Pixabay)
(Source: StockSnap / Pixabay)

Die Coronakrise hat dem hiesigen Onlinehandel zu mehr Kunden verholfen. Rund die Hälfte der Onlineshops erlebte in mindestens einem Sortiment einen Bestellungsanstieg von über 20 Prozent verglichen mit dem Vorjahr. Das geht aus der Onlinehändlerbefragung 2020 der ZHAW hervor. Kleine und grosse Onlineshops hätten von der Krise profitiert. Die Bestellungen stiegen gemäss Studie im B2B- und auch im B2C-Bereich.

Aber nicht alle profitierten gleich viel. Bei 22 Prozent der Befragten nahm das Bestellvolumen leicht zu und 12 Prozent verzeichneten gleich viele Bestellungen wie 2019. 16 Prozent gaben an, dass die Bestellungen leicht oder stark abnahmen.

"Viele Onlineshops erlebten eine Umsatzsteigerung von bis zu 1500 Prozent und konnten sich vor Bestellungen kaum retten", sagt Studienautor Darius Zumstein. Der Autor spricht von einem Boom, der "bisher stark unterschätzt wurde". Die starke Zunahme an Bestellungen führt die Studie auf das veränderte Konsumentenverhalten zurück. Dieses wurde durch die Krise und den Lockdown ausgelöst.

Computer- und Do-it-Yourself-Bereich als grosse Gewinner

"Die Schweizerinnen und Schweizer kauften wegen der temporären Schliessung oder zur Vermeidung des Besuchs von stationären Läden vermehrt online ein. Ausserdem arbeiteten viele Menschen im Homeoffice, verbrachten auch sonst deutlich mehr Zeit zu Hause und änderten ihre Freizeitgestaltung", sagt Zumstein.

Am stärksten profitierte davon der Bereich Garten und Do-it-Yourself. 73 Prozent der Befragten gaben an, dass die Bestellungen bei ihnen in diesem Bereich stark zunahmen. Auch das Segment Computer und Zubehör legte kräftig zu. Hier gaben 67 Prozent an, dass die Bestellungen stark zunahmen. In den Bereichen Sportwaren (58 Prozent), Lebensmittel (56 Prozent) und Multimedia- und Elektrogeräte (53 Prozent) gaben die Befragten an, dass das Bestellvolumen stark anstieg.

Der Anstieg an Bestellungen brachte für die Onlinehändler aber nicht nur Positives. Gemäss Studie führten die plötzlich ansteigenden Bestellungen bei 62 Prozent der Onlineshops zumindest teilweise zu Lieferschwierigkeiten. Am meisten haderten die Händler aber in der Geschäftsleitung. 86 Prozent gaben an, dass es Herausforderungen in Sachen Strategie und Entscheidungen gab. 82 Prozent sahen sich mit Schwierigkeiten in der Beschaffung beziehungsweise beim Einkauf konfrontiert und 68 Prozent hatten mit Herausforderungen in der Bestellverarbeitung, also mit Kundenanfragen und Beschwerden, zu kämpfen.

(Source: ZHAW Onlinehändlerbefragung 2020)

Mit 82 Prozent ist die grosse Mehrheit der befragten der Ansicht, dass sie auch längerfristig ein moderates oder starkes Bestellungswachstum verzeichnen werden. Viele Unternehmen planten dementsprechend verstärkte Investitionen in das digitale Geschäft, etwa einen Ausbau ihres Onlineshops, des Lagers oder des Onlinemarketings. Die Studienautoren gehen davon aus, dass die Umsätze im Schweizer Onlinehandel auf 16 Milliarden Franken ansteigen werden. 2019 lagen sie bei 10,3 Milliarden - mehr dazu im E-Commerce Report. 10 Prozent der Onlinehändler rechnen allerdings damit, dass sich kein nachhaltiges Wachstum ergeben wird und 2 Prozent gehen langfristig von einem Rückgang an Bestellungen aus.

Am meisten profitiert hätten in den letzten Monaten Unternehmen mit stark digitalisierten Prozessen, die mehrere Einkaufs- und Vertriebskanäle hätten. Wie es in der Studie heisst, bieten die meisten Schweizer Onlinehändler ihren Kundinnen und Kunden auch Bestellmöglichkeiten per Telefon, E-Mail, Social Media oder über Marktplätze wie Amazon an.

Über die Studie

Für die Studie befragte die ZHAW School of Management and Law 330 Schweizer Onlineshops aller Grössen. Die Befragung wurde zwischen dem 6. Mai und 13. August 2020 durchgeführt. Die ZHAW führte die Befragung auch schon 2018 und 2019 durch.

Webcode
DPF8_190157

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