Datenschutzverstösse

Spanien hat die meisten, Irland die höchsten DSGVO-Strafen

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von Maximilian Schenner und cla

Seit 2018 wurden in EU-Staaten Geldstrafen in Höhe von 2,6 Milliarden Euro für Verstösse gegen die DSGVO ausgesprochen - die meisten davon in Spanien. Irland vergab die höchsten Bussen, den Grossteil davon an Facebook-Mutterkonzern Meta.

(Source: Sebastian Duda / Fotolia.com)
(Source: Sebastian Duda / Fotolia.com)

Seit 2018 gilt in der Europäischen Union die Datenschutzgrundverordnung oder DSGVO. Wer sich nicht daran hält, wird abgestraft. Der GDPR Report von Proxyrack zeigt nun auf, wo es in den letzten fünf Jahren die meisten respektive die höchsten Strafen für DSGVO-Verstösse gab. 

Spanien straft am öftesten ab

Bei der Anzahl der Strafen hat Spanien die Nase weit vorne. 651 Mal wurden dort Unternehmen zur Kasse gebeten, welche die Datenschutzrichtlinien der EU verletzten. Zuletzt wurde in Spanien Google LLC eine Geldstrafe in Höhe von knapp 10 Millionen Euro auferlegt - der Konzern hatte Informationen unerlaubterweise an ein anderes Unternehmen weitergegeben. Auf dem zweiten Platz liegt Italien, wo 265 Bussen ausgesprochen werden mussten. In Deutschland (148) und Rumänien (144) liegt die Zahl der Strafen ebenfalls im dreistelligen Bereich. Ungarn, Griechenland, Norwegen, Polen, Belgien und Zypern machen den Rest der Top-Ten aus.

Irland verlangt am meisten

Die höchsten Strafen gibt es jedoch anderswo, nämlich in Irland. Im Schnitt müssen Datenschutz-Sünder dort pro Strafe fast 105 Millionen Euro zahlen, mehr als viermal so viel im zweitplatzierten Luxemburg (25 Millionen Euro). Ein Unternehmen hob den Schnitt dabei in den letzten Jahren nahezu im Alleingang: Meta, der Mutterkonzern von Facebook, Instagram und Whatsapp. Erst im August sprach die irische Datenschutzkommission eine Geldstrafe in Höhe von 1,2 Milliarden Euro aus. Grund dafür ist ein inkorrektes Vorgehen bei der Weitergabe von Daten aus Europa in die USA, wie Sie hier lesen können.

Die dritthöchsten Beträge fliessen in Frankreich (8,5 Millionen Euro), gefolgt vom Vereinigten Königreich (5,7 Millionen Euro) und dem Schweizer Lieblingsnachbarn Österreich (1,3 Millionen Euro).

Meta als unrühmliche Nummer eins

Die Summe aller jemals erteilten DSGVO-Bussen betrug Stand Februar 2023 2,6 Milliarden Euro. Erneut zeichnet Meta für einen grossen Teil davon verantwortlich. Die im Mai ausgehändigte 1,2-Milliarden-Euro-Strafe war die bislang höchste in der gesamten EU. Mit drei weiteren Bussen, allesamt im neunstelligen Bereich, entfallen vier der fünf höchsten Summen auf den Zuckerberg-Konzern. Dazu gesellt sich der Versandriese Amazon, der mit 746 Millionen Euro die zweithöchste Geldstrafe einheimste. Die Meta-Tochterkonzerne Whatsapp und Facebook sowie Google komplettieren die Liste der zehn höchsten Bussen.

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