Wie Schweizer Unternehmen ihre Cloud an KI anpassen
Schweizer Unternehmen richten ihre Cloud-Infrastrukturen unter dem Einfluss künstlicher Intelligenz neu aus. Laut ISG legen die Unternehmen bei der Auswahl ihrer Anbieter vermehrt Wert auf die Hybrid-Cloud, Datensouveränität, Automatisierung und Zero-Trust-Sicherheit.
Schweizer Unternehmen überarbeiten ihre Cloud-Strategien. Sie wollen den sich wandelnden Anforderungen in den Bereichen künstliche Intelligenz, Regulierung und Geschäftskontinuität gerecht werden. Laut der Studie "Provider Lens Private/Hybrid Cloud – Data Center Services" des Beratungs- und Forschungsunternehmens Information Services Group (ISG) streben Unternehmen mittlerweile danach, Infrastrukturen aufzubauen, die souveräner, widerstandsfähiger und besser auf KI-Workloads zugeschnitten sind.
Hybride Ansätze setzen sich laut der Studie in diesem Zusammenhang als bevorzugtes Modell durch. Anbieter würden indes zunehmend daran gemessen, inwieweit sie Unternehmen langfristig begleiten könnten. Die Entwicklung äussere sich insbesondere darin, dass bestimmte Arbeitslasten aus öffentlichen Clouds zurück in private oder hybride Infrastrukturen verlagert würden, stellt das Beratungsunternehmen fest. Der Trend hänge vor allem mit steigenden Kosten von Hyperscalern, immer komplexer werdenden Lizenzmodellen und dem Bedürfnis nach einer besseren Kontrolle über die Daten zusammen.
Laut der Studie verbleiben in diesen Systemarchitekturen sensible Anwendungen weiterhin in den Rechenzentren der Unternehmen oder bei einem lokalen Anbieter. Die öffentliche Cloud werde hingegen gezielter für Dienste genutzt, die mehr Kapazität erforderten. Eine derartige Kontrolle über das Hosting sei in regulierten Branchen wie dem Finanzwesen, dem Gesundheitswesen und der öffentlichen Verwaltung von besonderer Bedeutung.
KI verändert Kriterien für die Auswahl von Lieferanten
Der Aufschwung der KI verändert gemäss Studie die Erwartungen der Unternehmen an ihre Dienstleister. Über die technischen Fähigkeiten hinaus suchten diese nun nach Anbietern, die in der Lage sind, ihre Transformation langfristig zu begleiten, den Betrieb der Infrastrukturen zu automatisieren und zuverlässige Dienste in hybriden Umgebungen zu gewährleisten.
Auch Sicherheit, Governance und Transparenz gewinnen demnach zunehmend an Bedeutung. Unternehmen setzten auf Zero-Trust-Architekturen und forderten gleichzeitig mehr Transparenz in Bezug auf den Datenschutz, die Verwaltung von KI-Modellen und die Verantwortlichkeiten der Anbieter. Kostenkontrolle und Nachhaltigkeit gehörten nun zu den wichtigsten Auswahlkriterien. Dem Bericht zufolge zeigen Unternehmen ein wachsendes Interesse an Finops, um ihre Infrastrukturausgaben besser zu steuern. Sie verlangten zudem mehr Informationen über die Umweltleistung der Infrastrukturen. Der Bericht hebt ausserdem den Ausbau von Partnerschaften zwischen Anbietern sowie steigende Investitionen in Kompetenzen im Bereich der KI-Infrastrukturen hervor. Mit ihnen soll dem Mangel an qualifiziertem Personal entgegengewirkt werden.
Diese neuen Erwartungen verändern die Art und Weise, wie Unternehmen ihre Lieferanten bewerten. "Je tiefer sich die KI in die Infrastrukturprozesse integriert, desto mehr Transparenz verlangen Unternehmen hinsichtlich der Verwaltung dieser Umgebungen", erklärt Ulrich Meister, Analyst bei ISG und Mitautor des Berichts. Seiner Meinung nach "sind Governance und Verantwortlichkeit mittlerweile genauso wichtig wie Innovation, wenn Unternehmen Infrastrukturanbieter bewerten".
Über eine PwC-Studie zu Schweizer Unternehmen und der Cloud können Sie hier mehr nachlesen.
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