120 Jugendliche bangen um ihre ICT-Lehrstelle
120 Jugendlichen, die beim Berner Unternehmen BICT Lehrgänge für Mediamatik und Informatik absolvieren, droht der Verlust ihrer Lehrstelle. Das Unternehmen ist in eine finanzielle Notlage geraten. Zusammen mit den Behörden arbeitet BICT an einer Lösung für die Lehrlinge.
Das Berner Unternehmen BICT bietet Lehrgänge für Mediamatik und Informatik an. Durch eine finanzielle Notlage droht nun die Einstellung des Betriebs. Betroffen sind unter anderem 120 Jugendliche, die bei BICT die Lehre absolvieren wollten, wie die Berner Zeitung (Paywall) berichtet. Einige der Jugendlichen haben erst in diesem Monat angefangen, wie es weiter heisst. Für sie muss nun schnell eine neue Lösung gefunden werden.
BICT wurde gemäss dem Bericht vor 25 Jahren von Armin Wyss gegründet. Er habe auch die Informatik- und Mediamatik-Lehrgänge mitgeprägt, schreibt die Berner Zeitung. Das Unternehmen sei noch dabei, einen Covid-Kredit aus der Zeit der Pandemie abzuzahlen, begründet Wyss der Berner Zeitung gegenüber die finanzielle Situation. Auf dem Platz Bern sei zudem die Nachfrage nach IT-Kräften gesunken. Man spüre die schwierige Wirtschaftslage, den Einfluss der KI und die Sparmassnahmen bei der Post und den Bundesämtern. Das Geschäftsmodell der BICT rechne sich so nicht mehr. Wie die Berner Zeitung weiter schreibt, verlieren zehn Ausbildnerinnen und Ausbildner ihre Stelle. Ein Konkurs drohe gemäss Wyss nicht.

BICT-Gründer Armin Wyss. (Source: zVg)
Dem Kanton Bern ist die situation bewusst. Bereits am 3. August 2026 führte die Bildungs- und Kulturdirektion einen runden Tisch durch, wie der Website von BICT zu entnehmen ist. Darauf verschickten die Behörden einen Aufruf an IT-Lehrbetriebe, wie die Berner Zeitung weiter berichtet. Darin heisst es, man suche nach Unternehmen, die Lernende übernehmen können.
Wyss zeigt sich laut dem Bericht zuversichtlich, dass die Lehrlinge neue Ausbildungsplätze finden werden. Der Kanton Bern gewähre dabei grosse Unterstützung. Ein Teil der Jugendlichen könnte demnach früher als vorgesehen in die Betriebe der Post und von Bundesämtern aufgenommen werden. Lehrlinge, die in einem Praktikum tätig seien, sollen ihre Lehre in der jeweiligen Firma fortsetzen können. Dies gelte auch, wenn es sich nicht um einen Ausbildungsbetrieb handle. Wie es laut Bericht im Schreiben der Behörden an die Branchenbetriebe heisst, werde der Kanton "ohne grosse Formalitäten eine befristete Bildungsbewilligung für dieses Lehrverhältnis erteilen können".
Die Arbeitslosigkeit in Schweizer ICT-Berufen ist im ersten Halbjahr 2026 gestiegen, wie das SECO bestätigt. Welche Funktionen und Altersgruppen am meisten betroffen sind, können Sie hier nachlesen.
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