Planungssoftware

SBB wollen Kosten für Sopre nicht verraten

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von Julia Meyer und rja

Die SBB zahlen Lizenz- und Supportleistungen für die Software Sopre. Doch das Programm sorgte bereits mehrfach für Fehler in der Dienstplanung und hohe Kosten. Nun hat das Bahnunternehmen den Vertrag für die Software verlängert, will aber die dafür anfallenden Kosten nicht bekanntgeben.

Der Blick kritisiert die SBB für die Geheimhaltung der Kosten für Sopra. (Source: © SBB CFF FFS)
Der Blick kritisiert die SBB für die Geheimhaltung der Kosten für Sopra. (Source: © SBB CFF FFS)

Seit 2017 setzen die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) die Planungssoftware Sopre ("Simulation, Optimierung und Planung Ressourcen") ein. Das Programm sorgte in der Vergangenheit mehrmals für negative Schlagzeilen. Das Bahnunternehmen habe 2021 entschieden, die Software dereinst zu ersetzen. Trotzdem habe der Konzern im September 2026 dem Unternehmen Dassault Systèmes, das die Software betreibt, abermals einen Auftrag erteilt, berichtet der Blick. So zahle die SBB weiterhin Lizenz- und Supportleistungen für Sopre. Gegenüber der Zeitung wollten die SBB die dafür anfallenden Kosten nicht beziffern. In einer Mitteilung begründen sie dies mit "vertraglich vereinbarten Vertraulichkeitsbestimmungen".

Transparenzgebot öffentlich-rechtlicher Institutionen

"Die SBB schulden den Steuerzahlern eine Offenlegung des Preises", entgegnet Rita Koch, Professorin für öffentliche Beschaffungen an der Berner Fachhochschule gegenüber dem Blick. Zwar erlaubt das Schweizerische Beschaffungsrecht, Informationen zum Schutz "berechtigter wirtschaftlicher Interessen" zurückzuhalten. Doch Preise für Lizenzen und Support fielen nicht unter diese Bestimmung, findet Koch. Lizenzen und Support für eine Software seien ein Produkt und kein schützenswertes Geschäftsgeheimnis. Die SBB seien durch die Software abhängig von der Anbieterfirma Dassault Systèmes, und diese könne dadurch überteuerte Gebühren für die Software verlangen, ergänzt die Professorin. Öffentlich-rechtliche Institutionen wie die SBB sollten nicht in eine solche Lage gelangen.

SBB verteidigen Sopre

In ihrer Antwort auf die Berichterstattung des Blicks halten die SBB fest, mit Sopre würden täglich mehr als 7000 Züge ohne Fehler eingeplant. "Sopre weist einen hohen Automatisierungsgrad auf und läuft im Betrieb stabil." Die Fehler, die dereinst aufgetaucht sind, seien heute behoben und auch das Kosten-Nutzen-Verhältnis der Software sei gut. Die Nachfolgesoftware für Sopre soll ab 2028 eingeführt werden. "Damit werden die Planung von Zügen und Personal künftig in einem einzigen System zusammengeführt", schreiben die SBB.

Hohe Mehrkosten wegen Softwarefehler

Die SBB bezahlten für die Anschaffung von Sopre 18,8 Millionen Franken, wie der Blick berichtet. Doch nach dem Einführen der Software für die Einsatzplanung der Lokomotivführer sorgten Planungsfehler für Zugausfälle und Verspätungen. Auch externen IT-Fachkräften sei es nicht gelungen, die Softwarefehler zu korrigieren. Eine Zeitlang habe das Bahnunternehmen 60 Angestellte eingesetzt, um kontinuierlich die Fehler der Software zu korrigieren.

Gegenüber dem Blick geben angebliche Insider an, dass Sopre auch heute noch teilweise fehlerhaft laufe. So würden manchmal Abstellorte von Zügen im Programm falsch benannt oder bei Zeitrechnungen falsche Werte erfasst. 

Die Kosten sämtlicher Komplikationen durch die Software dürften die Marke von 100 Millionen Franken überschritten haben, schätzt der Blick, der Sopre als "Geldvernichtungsmaschine" bezeichnet.

 

Bereits 2024 sorgte ein Softwareprojekt der SBB für negative Schlagzeilen. Als sie eine Positionierungs-Software ersetzen wollten, sorgte dies für 900'000 Franken mehr Kosten als geplant. 

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