Kriminelle hacken Heimnetzwerke über veraltete Dienste
Das BACS hat mehrere Meldungen zu Schadsoftware in privaten Heimnetzwerken erhalten. Die Täter verschaffen sich über veraltete, aus dem Internet erreichbare Dienste Zugriff. Setzen sie Ransomware ein, verlieren Betroffene unter Umständen sogar ihre privaten Daten.
PCs, Tablets, Netzwerkspeicher oder Kameras, sogar Heizungen, Rollläden oder Klimaanlagen sind in vielen Haushalten vernetzt. Die meisten Router schirmen diese Geräte standardmässig vom Internet ab. Riskant wird es laut Bundesamt für Cybersicherheit (BACS), wenn Nutzende einzelne Dienste per Port-Weiterleitung nach aussen öffnen, um auch unterwegs darauf zuzugreifen.
Veraltete Dienste als Einfallstor
Das BACS verweist auf eine Schwachstelle in der weit verbreiteten Programmiersprache PHP, vor der die Behörde kürzlich gewarnt hat. Viele Dienste im Heimnetz basieren auf PHP, oft ohne dass Nutzende dies bemerken. Auch im Medienserver Plex klaffen derzeit Lücken. Wer das Produkt nicht aktualisiert, riskiert, dass Kriminelle das Gerät vollständig übernehmen. Dass die Gefahr real ist, belegen laut BACS bereits eingegangene Meldungen. Die Behörde rät deshalb, betroffene Produkte und Dienste zeitnah zu aktualisieren.
Ungepatchte Dienste, die aus dem Internet erreichbar sind, ziehen laut BACS gezielt Kriminelle an. Über solche Lücken könne ein Angreifer unbemerkt ins Heimnetz eindringen und sich Administratorrechte verschaffen. Anschliessend gehe es den Tätern oft darum, Daten zu verschlüsseln oder zu stehlen und die Betroffenen damit zu erpressen. Möglich sei zudem, auf Kosten der Opfer Kryptowährungen zu schürfen oder deren Internetanschluss zu missbrauchen, um die eigene Herkunft zu verschleiern.
Ein Befall falle oft erst auf, wenn die Täter die Betroffenen erpressen. Auf eine Infektion könne beispielsweise ein langsameres Gerät hindeuten, begleitet von ungewöhnlichen Geräuschen oder dauerhaft laufenden Lüftern. Im schlimmsten Fall müsse man das Gerät neu aufsetzen. Das BACS rät zudem, auch die übrigen Geräte im Netz zu prüfen, wenn man ein befallenes Gerät entdeckt hat.
Empfehlungen
- Geräte und Dienste im Heimnetz sollte man regelmässig aktualisieren und mit langen, komplexen Passwörtern schützen.
- Für den Fernzugriff sollte man statt einer Port-Weiterleitung ein VPN mit Zwei-Faktor-Authentifizierung nutzen.
- Nach aussen geöffnete Dienste sollte man vom restlichen Heimnetz trennen und den Zugriff wenn möglich auf bestimmte Länder beschränken.
Hacker tauen übrigens erneut die Kühlanlagen von Supermarktketten in ganz Europa auf. Sogar der Schweizer Detailhändler Coop meldet erste Angriffe. Mehr dazu lesen Sie hier.
Wenn Sie mehr zu Cybercrime und Cybersecurity lesen möchten, melden Sie sich hier für den Newsletter von Swisscybersecurity.net an. Auf dem Portal gibt es täglich News über aktuelle Bedrohungen und neue Abwehrstrategien.
Bundesgericht urteilt gegen Netzsperren ohne Sonderregelung
Leslie Nielsen sorgt für Chaos in Mass Effect
Twint-User können QR-Rechnungen neu per App bezahlen
Gartner nennt KI-Governance und digitale Souveränität als zentrale Technologietrends
Kriminelle hacken Heimnetzwerke über veraltete Dienste
KI-Chatbots können Urheberrechte von Verlagen verletzen
Hacker erbeuten 360 Gigabyte Daten von Holcim
Update: Zürcher Pensionskasse verschiebt Softwareumstellung nach Cyberangriff
Elca übernimmt Luzerner Softwareschmiede Löwenfels