Manipulierte SMS legt Android-Smartphones lahm
Präparierte Kurznachrichten können den Telefondienst von Android-Smartphones zum Absturz bringen. Auch Notrufe können dabei abbrechen. Im schlimmsten Fall löst die unsichtbare SMS eine Neustartschleife aus.
Hacker nutzen derzeit manipulierte SMS, die den Telefondienst von anvisierten Android-Smartphones zum Absturz bringen können. Dabei setzen die Angreifer gemäss Sicherheitsforscher Mark Blaszczyk auf sogenannte WAP-Push-Nachrichten, über die Mobilfunkanbieter beispielsweise MMS-Einstellungen übertragen, wie "Blue News" berichtet. Blaszczyk bezeichnet die Schwachstelle auf seiner Website als "SMS of Death" - auf Deutsch "SMS des Todes".
Die Sicherheitslücke betreffe die Android-Versionen 12 bis 17, also einen Grossteil der modernen Android-Handys, schreibt Blaszczyk. Der Sicherheitsforscher habe die Lücke Ende Oktober 2026 nach zahlreichen Tests auf verschiedenen Android-Geräten auf der Website "smsofdeath.com" öffentlich gemacht.
Fix ist verfügbar - aber nicht für alle Android-Versionen
Die SMS könne Telefongespräche und Notrufe abbrechen und betroffene Geräte sogar in eine Neustartschleife zwingen. Grund zur Panik gebe es laut Blaszczyk trotzdem nicht. Alltägliche Angriffe seien dem Forscher nicht bekannt, da die Angreifer die Telefonnummern ihrer Opfer gezielt auswählen müssten. Zudem habe Google die Sicherheitslücke bereits mit einem Sicherheitsupdate im Oktober 2026 geschlossen.
Zu beachten ist jedoch, dass Google die Schwachstelle nur für die Android-Versionen 14 bis 17 behoben hat, wie "Blue News" schreibt. Smartphones mit den von Google nicht mehr unterstützten Versionen Android 12 und 13 hätten keinen Fix erhalten.
Bereits im Mai 2026 habe Blaszczyk Google auf die Lücke aufmerksam gemacht. Der Tech-Konzern habe sie zunächst jedoch als nicht behebungswürdig eingestuft. Eine Lösung sei bereits im Juni 2026 in vorläufige Sicherheitsupdates integriert worden. Gemäss "Blue News" verzögerte eine interne Panne die Veröffentlichung des Fixes bis Oktober.
Zum Schutz empfiehlt "Blue News", den Sicherheitsstand der Geräte zu prüfen und verfügbare Updates umgehend zu installieren. Ebenso sollten Nutzerinnen und Nutzer Backups erstellen und ältere Handys, die keine Sicherheitsupdates mehr erhalten, nach Möglichkeit ersetzen. Blaszczyk betont zudem, dass Betroffene ihre Daten bei einer Neustartschleife nicht löschen sollten, da Fachleute den Fehler beheben könnten.
Mit einer einzigen Nachricht beginnen auch viele Phishing-Scams. Kriminelle nutzen derzeit beispielsweise Whatsapp-Konten von scheinbar bekannten Kontakten, um Links zu Phishing-Websites zu teilen. Mehr dazu lesen Sie hier.
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