Roger Semprini im RZ-Podium

Wie Rechenzentren laut Vaultica Data Centers vom KI-Boom profitieren

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von Coen Kaat

Datacenter bilden das Fundament, auf dem KI-Services aufgebaut werden. Vor diesem Hintergrund ist anzunehmen, dass der KI-Hype das RZ-Geschäft in eine goldene Ära führen wird. Inwiefern dies zutrifft, sagt Roger Semprini, Group CCO bei Vaultica Data Centers.

Roger Semprini, Group CCO bei Vaultica Data Centers. (Source: zVg)
Roger Semprini, Group CCO bei Vaultica Data Centers. (Source: zVg)

Inwiefern spüren Sie eine steigende Nachfrage im Geschäft mit RZ-Dienstleistungen aufgrund des KI-Booms – oder findet das Wachstum bislang grösstenteils ausserhalb der Schweiz statt?

Roger Semprini: Wir als paneuropäischer Anbieter stellen an allen Standorten eine steigende Nachfrage fest, auch in der Schweiz. Darum bauen wir die bestehenden Standorte weiter aus. Heute betreiben wir acht Rechenzentren in fünf Ländern (Norwegen, Schweden, Dänemark, Italien, Schweiz) und beabsichtigen, in Märkte zu expandieren wie Madrid, Frankfurt, Paris und Zürich.

Wo setzen Sie KI selbst ein und sehen bereits die erwarteten Vorteile?

Wir nutzen KI aktuell in der Administration und planen, sie schon bald in der Optimierung unserer RZ-Kühlung einzusetzen. Wenn man weiss, dass ein erheblicher Teil des Energieverbrauchs für Kühlung verwendet wird, sehen wir dort ein grosses Potenzial.

Welche weiteren technologischen Anpassungen waren für Sie in den vergangenen 12 Monaten am einschneidendsten?

Wir sind als Vaultica Ende 2025 gestartet, das war für uns zweifellos das Entscheidendste. Vaultica ist das ausgegliederte Geschäftsfeld für Unternehmens-Colocation und -Interconnection, das zuvor zu Stack gehörte – mit Wurzeln bei Digiplex (Skandinavien), Supernap (Italien) und Safehost (Schweiz). Es wurde 2025 von Apollo übernommen, um einen paneuro­päischen Datacenter-Anbieter aufzubauen. Durch diesen strategischen Schritt positionieren wir uns als eigenständiges Unternehmen, das sich der Bereitstellung sicherer, nachhaltiger und leistungsstarker Rechenzentrumslösungen für Unternehmen in ganz Europa verschrieben hat. Wir bedienen Unternehmenskunden und Cloud-Anbieter mit Colocation-, ­Interconnection- und Smart-Hand-Services und richten unseren Fokus auf Konnektivität, operative Exzellenz und Kundenservice.

Wie begegnen Sie steigenden Leistungsanforderungen bei gleichzeitig wachsendem Druck in Bezug auf Nachhaltigkeit?

Unsere Sites in der Schweiz werden zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie betrieben. Ihre Architektur und ihr technisches Design, einschliesslich einer 2N-Stromverteilung und einer zentralen Kaltwasserkühlung, gewährleisten sowohl Betriebssicherheit als auch Effizienz.

Wie nachhaltig sind die RZs in der Schweiz wirklich?

Ich glaube, sehr nachhaltig. Aus meiner früheren Erfahrung und auch in meiner Rolle als Vorstand der Swiss Data Center Association kann ich sagen, dass Nachhaltigkeit nicht nur in der Schweiz, sondern in der gesamten Datacenter-Branche ernst genommen wird.

 

Die Antworten der weiteren Teilnehmenden des Podiums:

  • Lukas ­Hebeisen, ­Swisscom: "Steigende Leistungsanforderungen lassen sich nur mit effizienteren Technologien nachhaltig bewältigen."
  • Patrik Hofer, NorthC: "KI hilft uns, die Kühlleistung dynamisch genau auf den Bedarf anzupassen. Ein Pilotprojekt in den Niederlanden verläuft sehr erfolgversprechend."
  • Marco ­Stadler, Green: "Die eigentlichen Trainings-Workloads mit hohem Energie- und Flächenbedarf finden überwiegend im Ausland statt."
  • Ralph Urech, Solnet/Data11: "Der Trend zu mehr Leistungsdichte geht weiter. Somit muss pro Rack auch mehr Wärme sinnvoll verwertet werden."
  • Yves Zischek,Digital Realty: "Wir werden ganz neue Geschäftsmodelle erleben und unsere Rolle neu definieren müssen."

 

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