Elpida beantragt Gläubigerschutz
Der japanische Speicherhersteller Elpida wird von seinen Schulden erdrückt.
Der letzte japanische Speicherhersteller hat einen Antrag auf Gläubierschutz gestellt: Elpida ist zahlungsunfähig. Am 28. März soll er von der Liste der Tokioter Börse gestrichen werden, berichtet Bloomberg. Der Hersteller sei bereits in den vergangenen fünf Quartalen nicht profitabel gewesen.
Elpidas Hauptproblem: Der Preiszerfall am Speichermarkt. Alleine im dritten Quartal des vergangenen Jahres sanken die Preise laut Angaben von iSuppli um rund 30 Prozent. Berechnungen Bloombergs zufolge verloren die Speicherhersteller während der letzten drei Jahre zusammen 14 Milliarden US-Dollar. Für Japans Speicherhersteller kommt der starke Yen, der japanische Produkte teuer macht, erschwerend hinzu. Davon profitierten zuletzt die Mitbewerber aus Korea und Taiwan.
480 Milliarden Yen Schulden
Ende letzten Jahres drückten Elpida 480 Milliarden Yen Kreditschulden, die im April fällig werden. Als Gläubiger gelten die Bank of Tokyo-Mitsubishi, Sumitomo Mitsui Banking, Sumitomo Trust & Banking und Mizuho Corporate Bank, wie Golem.de unter Berufung auf die japanisch Zeitung Nikkei berichtet. Der Apple-Zulieferer hatte im Verlauf dieses Februars bereits angekündigt, unsicher zu sein, im Geschäft noch weiter bestehen zu können. Zuletzt sei ein Deal mit der japanischen Entwicklungsbank über eine Finanzierung von 92 Milliarden Yen gescheitert.
Elpidas Insolvenz, von der rund 6'000 Mitarbeiter betroffen wären, wäre die grösste Unternehmenspleite seit dem Grounding von Japanese Airlines im Jahr 2010. Elpida entstand 1999 aus dem Zusammenschluss der Speicher-Geschäfte von NEC und Hitachi. Im gleichen Jahr zog sich Fujitsu aus dem Speichermarkt zurück, Toshiba folgte 2001, um sich auf die Herstellung von NAND-Flash zu konzentrieren.
Vorteil für Taiwans Speicherhersteller
Kurzfristig sei ein Speichermarkt ohne Elpida von Vorteil, meinte Andy Wei, Analyst bei Eastspring Investments, gegenüber Bloomberg. Besonders für die taiwanesichen Mitspieler am Markt, wie beispeilsweise Nanya, da sich durch Elpidas Ausscheiden vorübergehend eine Speicher-Knappheit ergäbe. Langfristig gesehen würde die gesamte Speicher-Industrie davon profitieren, da eine Restrukturierung oder gar eine Übernahme Elpidas gleichbedeutend mit einer besseren Kontrolle über die am Markt verfügbaren Kapazitäten wäre.
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