Serge Ballinari von Atrete im Podium

Wie nachhaltig der Corona-bedingte Schub für die Digitalisierung ist

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von Coen Kaat

Covid-19 und der Lockdown haben die Digitalisierung stark angekurbelt. Viele Firmen mussten ihre Mitarbeitenden ins Homeoffice schicken und die dafür nötige IT besorgen. Wie nachhaltig dieser Corona-bedingte Schub ist, sagt Serge Ballinari, Head of CIO Advisory bei Atrete.

Serge Ballinari, Head of CIO Advisory bei Atrete. (Source: Beat Baschung)
Serge Ballinari, Head of CIO Advisory bei Atrete. (Source: Beat Baschung)

Wie haben Sie den Corona-bedingten Trend hin zum Homeoffice erlebt?

Serge Ballinari: Homeoffice ist kein neuer Trend. Unsere Kunden, meist mittlere bis grosse Unternehmen, hatten grösstenteils entsprechende Konzepte umgesetzt und etabliert. Natürlich musste das Konzept dann schnell auf alle Firmenbereiche ausgedehnt und teilweise auch optimiert werden. Die Unternehmen haben schnell und professionell reagiert, sie haben diese Herausforderung sehr gut gemeistert. Im Dienstleistungssektor sind beispielsweise kaum Engpässe entstanden, in anderen Wirtschaftssektoren war die Herausforderung natürlich ungleich grösser.

Wie sieht die Lage nun rund ein Jahr nach dem Beginn des ersten Lockdowns aus?

Für die meisten Unternehmen hat sich der Geschäftsgang wieder normalisiert. Für bestimmte Branchen bleibt die Situation angespannt. Es gibt aber auch Unternehmen, die ihren Umsatz steigern konnten, weil sie früh auf die Digitalisierung der Verkaufskanäle gesetzt haben. Wir sehen auch, dass sich die Homeoffice-Konzepte bei unseren Kunden langfristig bewährt haben und dass die Produktivität dadurch hoch gehalten werden konnte. Homeoffice wird auch nach Corona einen höheren Anteil als vorher haben, dennoch wird der persönliche Kontakt und die Arbeit im Büro wieder mehr Wertschätzung erhalten.

Welche Technologien waren und sind besonders gefragt?

Die Digitalisierung hat nochmals einen gewaltigen Schub erhalten. Collaboration-Lösungen für die standortunabhängige Zusammenarbeit sind besonders gefragt. Dann ist auch der Trend hin zu hochstandardisierten, skalierbaren und sicheren Hybrid-Cloud-Technologien weiter ungebrochen. In diesem Kontext sind auch viele IT-Infrastruktur-Automatisierungsprojekte gestartet worden. Ausserdem haben viele Unternehmen erkannt, dass die Datennetzwerke das Rückgrat der Digitalisierung bilden und somit auch modernisiert werden müssen.

Wie gingen/gehen Sie mit Lieferengpässen um?

Als Beratungsunternehmen waren wir davon nicht betroffen, da wir ausschliesslich Dienstleistungen erbringen. Remote-Arbeiten war für uns bereits vorher alltäglich. Da die Anreise zu den Kunden und ins Atrete-Office fast vollkommen wegfällt, sind wir tatsächlich dadurch produktiver geworden. Jedoch fehlt uns die Nähe zu unseren Kunden und zu unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Wie nachhaltig ist dieser Boost für die Digitalisierung Ihrer Meinung nach?

Die Unternehmen haben verstanden, dass die Digitalisierung nicht nur eine Frage der Technologien ist. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen alle fähig sein, rasch auf Änderungen reagieren zu können. Agile Organisationen und initiative Mitarbeitende sind der Schlüssel dazu.

Die Antworten der weiteren Teilnehmer des Podiums:

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