Der revolutionäre Vordenker, der keiner war
Wer war eigentlich der erste Software-as-a-Service-Anbieter? Bevor die Erwartungen zu gross werden, verrate ich lieber schon jetzt, dass ich diese Frage nicht beantworten kann.
Wer die Ursprünge der Bezeichnung «Software-as-a-Service» recherchiert, findet viele Anekdoten aus den frühen 2000er-Jahren und eine seltsame Anomalie. Verschiedene Quellen – darunter Wikipedia – behaupten, dass es die Bezeichnung schon 1985 gab. Die revolutionäre Vordenkerin soll die französische Firma StratX Simulations gewesen sein. Diese meldete 1985 die Marke «Markstrat» beim Patentamt der Vereinigten Staaten an. «Markstrat» ist übrigens ein Videospiel für Studierende, in dem man die Kontrolle über eine virtuelle Firma übernimmt. Und tatsächlich: Die Onlineversion der 1986 ausgestellten Bestätigung des Patentamts bescheinigt, dass die Markenrechte für Computerprogramme in diversen Bereichen gültig sind – unter anderem eben Software-as-a-Service.
Wikipedia und Co. hätten aber besser auch das Kleingedruckte gelesen. Der Verweis auf SaaS wurde nämlich zu einem späteren Zeitpunkt zum Eintrag hinzugefügt, wie eine Markierung im Text andeutet. Der ursprüngliche Antrag aus den Achtzigerjahren bezieht sich lediglich auf «Computerprogramme, die auf Magnetbändern, Disks, Disketten und anderen Speichermedien» geschrieben wurden. Es sollte noch bis 2016 dauern, bis StratX Simulations den Beschrieb um SaaS ergänzte. Hierfür war jedoch ein reger schriftlicher Austausch mit dem Patentamt nötig. Denn damals war das Amt offenbar noch nicht bereit, die Idee einer nicht physisch erhältlichen Software zu akzeptieren. Keine sieben Jahre später ist so etwas in unserer heutigen XaaS-Welt kaum mehr denkbar.
Übrigens gibt es einen guten Grund, weshalb es nicht so einfach ist, den ersten SaaS-Anbieter auszumachen: Wie viele technologische Entwicklungen entstand auch SaaS nicht aus dem Nichts. Die Sache ist älter als der Begriff. «SaaS» begann vor rund 20 Jahren, die eher sperrige Bezeichnung «Application-Service-Provider-Modell» abzulösen. Die Branche einigte sich aber nicht sofort auf den neuen Namen. Microsoft etwa bezeichnete das eigene SaaS-Angebot noch einige Jahre als «Software plus Services».
Ich wünsche viel Vergnügen bei der Lektüre der aktuellen Ausgabe des «IT-Markt» zu Cloud und Managed Services.
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