Das halbe Budget für Fixkosten

Die IT-Budgets steigen im Jahr 2021

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von Rodolphe Koller und Übersetzt von Fabian Kindle

Laut einer Capgemini-Studie erhöhen 48 Prozent der Unternehmen im Raum Schweiz, Deutschland und Österreich ihr IT-Budget im Jahr 2021. Allerdings wird nur jeder zweite Schweizer Franken in die Modernisierung oder Entwicklung neuer Systeme und Anwendungen fliessen.

(Source: IPGGutenbergUKLtd / iStock.com)
(Source: IPGGutenbergUKLtd / iStock.com)

Jedes zweite Unternehmen wird sein IT-Budget im Jahr 2021 erhöhen. Das geht aus einer Vorabveröffentlichung der jährlichen Capgemini-Umfrage zu IT-Trends hervor. Im Rahmen der Umfrage befragte das Beratungsunternehmen diesen Herbst 144 IT-Entscheidungsträger in der Schweiz, Deutschland und Österreich. Von den Unternehmen, die ihr Budget nicht erhöhen, halten die meisten die Ausgaben auf dem Niveau von 2020. Nur 15 Prozent der Befragten gaben an, die finanziellen Ressourcen, die der IT zur Verfügung stehen, zu reduzieren. Es gibt also Grund zum Optimismus, allerdings auf einem niedrigeren Niveau als vor einem Jahr: Damals planten zwei Drittel der Entscheidungsträger in der Region eine Erhöhung des IT-Budgets.

Laut der Capgemini-Umfrage fliessen die IT-Investitionen vor allem in Digitalisierungsinitiativen. Diese sind eine Priorität für 87 Prozent der Unternehmen und Verwaltungen. In unserer CIO-Umfrage wurde der Digitalisierung die zweithöchste Priorität zugestanden. In der Prioritätenliste folgen darauf Effizienzsteigerung und Kostensenkung, heisst es von Capgemini.

Die Hälfte der Budgets wird zur Aufrechterhaltung des Betriebs verwendet

Allerdings wird nur die Hälfte der IT-Budgets für neue Projekte ausgegeben, wie die Umfrage zeigt. Demnach sollen 27 Prozent der Mittel für Modernisierungsprojekte und 26 Prozent für die Entwicklung neuer Systeme und Anwendungen verwendet werden. Der Rest wird für die Fixkosten der bestehenden IT-Systeme verwendet.

Capgemini stellt jedoch fest, dass es den Grosskonzernen gelingt, einen grösseren Teil ihrer IT-Budgets für neue Systeme freizusetzen. Nach Angaben der Beratungsfirma haben KMU aufgrund der geringeren Nutzung von Cloud-Diensten und des geringeren Automatisierungsgrades möglicherweise höhere Fixkosten für bestehende Systeme.

"Die IT-Budgets sind in den letzten Jahren fast permanent gestiegen, doch die Anteile der Ausgaben für Bestands-IT und Neues haben sich kaum verändert. Um finanziellen Spielraum zu gewinnen, sollten Unternehmen und Behörden ihre Kosten für das Bestehende senken – etwa durch Automatisierung und andere Innovationen. Dann können sie leichter auf Marktveränderungen reagieren und ihre Geschäftsmodelle visionärer weiterentwickeln", sagt Guido Kamann, Geschäftsführer von Capgemini Switzerland.

Eine andere Studie zeigt: Die Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer sieht die Digitalisierung als Chance - vor allem für die Wirtschaft. In puncto Datenpolitik will die Bevölkerung aber mehr mitreden. Mehr darüber können Sie hier nachlesen.

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