SAP Connect Day Romandie

Wie KI-Agenten Geschäftsprozesse autonomer machen

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von Alexia Muanza und Übersetzung: Dylan Windhaber, nki

Am SAP Connect Day Romandie hat der Softwarehersteller gezeigt, wie KI künftig immer mehr Aufgaben innerhalb von Geschäftsprozessen übernehmen soll. Damit Unternehmen tatsächlich mehr Aufgaben automatisieren können, braucht es laut SAP aber zunächst die richtigen Werkzeuge, klare Governance-Regeln und eine technologische Basis, die Raum für Innovation schafft.

Alexander Finger, CTO von SAP Schweiz, am SAP Connect Day Romandie 2026. (Source: zVg)
Alexander Finger, CTO von SAP Schweiz, am SAP Connect Day Romandie 2026. (Source: zVg)

KI-Agenten, Automatisierung und die Modernisierung bestehender SAP-Landschaften standen im Zentrum des SAP Connect Day Romandie 2026. An dem Anlass zeigte der Softwarehersteller, wie er sich die weitere Entwicklung von Unternehmens-IT vorstellt: Künstliche Intelligenz soll nicht mehr nur bei einzelnen Aufgaben assistieren, sondern zunehmend Teil ganzer Geschäftsprozesse werden.

SAP fasst diese Entwicklung unter dem Begriff "Autonomous Enterprise" zusammen. Vollständig selbstständig arbeitende Unternehmen sind damit allerdings nicht gemeint, wie Alexander Finger, CTO von SAP Schweiz, im Gespräch mit der Redaktion erklärte.

"Es ist kein Zustand, sondern eher ein Verhalten", sagte Finger. Die Idee dahinter: Aufgaben, die sich automatisieren lassen, sollen zunehmend von Systemen übernommen werden. Wo hingegen menschliche Interaktion oder Urteilsvermögen gefragt sind, sollen die Mitarbeitenden am Zug bleiben.

Zuerst braucht es die richtigen Werkzeuge

Wie das in der Praxis funktionieren soll, war ebenfalls Thema am Connect Day. Eine zentrale Voraussetzung sieht Finger in Werkzeugen, die auf den Einsatz im Unternehmen ausgelegt sind. Dabei gehe es nicht nur um die verfügbaren Daten. "Ich brauche Governance, ich brauche Sicherheit", sagte der CTO.

KI-Agenten sollen schliesslich nicht uneingeschränkt in Unternehmenssystemen agieren. Zugriffsrechte und interne Vorgaben müssten definieren, welche Aktionen sie ausführen dürften. Dass bei vielen Unternehmen zwischen den Möglichkeiten der Technologie und deren tatsächlichem Einsatz noch eine Lücke besteht, überrascht Finger deshalb nicht. Unternehmen müssten nicht selbst zu KI-Spezialisten werden, sondern die passenden Werkzeuge einsetzen.

Eines dieser Werkzeuge präsentierte SAP mit Joule Work Desktop. Finger bezeichnete den Ansatz als "fundamentalen und disruptiven Wandel" in der Interaktion mit IT-Systemen. Statt sich durch die zahlreichen Funktionen eines ERP-Systems zu arbeiten, sollen Anwender über eine auf sie zugeschnittene Oberfläche auf Funktionen und KI-Assistenten zugreifen können. Auch Dienste wie Microsoft Copilot liessen sich dabei einbinden.

"Kein Nutzer kann alle Prozesse und sämtliche Funktionen eines SAP-Systems kennen", sagte Finger. Joule solle deshalb die Möglichkeiten des Systems für die Nutzer zugänglich machen. Eine Grenze zog der CTO jedoch klar: "Die Verantwortung kann man nicht abgeben."

CCenergie schafft die Grundlage

Dass der Weg zu mehr KI im Unternehmen nicht zwingend mit einem KI-Projekt beginnt, zeigte am Connect Day das Beispiel von CCenergie. Das Unternehmen habe das bevorstehende Supportende von SAP ECC genutzt, um seine bestehende SAP-Landschaft grundsätzlich zu überdenken.

"Unser Vorgehen ging weit über eine reine Terminvorgabe hinaus", sagte Sébastien Geinoz, CIO von CCenergie, im Gespräch mit der Redaktion. Das Unternehmen habe sich für eine Brownfield-Konvertierung auf S/4Hana entschieden. Die bestehende Umgebung sollte also weitergeführt und technisch auf eine neue Grundlage gestellt werden.

Gemeinsam mit Groupe E und Dina setzte CCenergie die Migration laut Geinoz innerhalb von sieben Monaten um. Gleichzeitig sollten andere strategische Projekte weiterlaufen können. Für den CIO zeigt sich der Erfolg der Migration gerade darin, dass die Anwender kaum etwas davon bemerkten: Die eigentliche Umstellung erfolgte während eines verlängerten Wochenendes. Anschliessend hätten die Mitarbeitenden ihre Arbeit weitgehend wie gewohnt fortsetzen können.

Ziel sei zu diesem Zeitpunkt noch nicht gewesen, die Prozesse rund um KI neu zu gestalten. Geinoz sprach vielmehr von einem "Tech Refresh", der den ERP-Kern modernisieren und CCenergie für die nächsten Entwicklungsschritte rüsten sollte.

Diese würden nun unter anderem mit einem Projekt rund um SAP Service Cloud V2 folgen. "Wir können uns nun auf die kontinuierliche Weiterentwicklung von SAP IS-U, die Optimierung unserer Geschäftsprozesse und die schrittweise Integration künstlicher Intelligenz konzentrieren", sagte Geinoz.

Damit traf das Beispiel von CCenergie einen zentralen Punkt der Diskussion am SAP Connect Day: Bevor KI-Agenten grössere Teile von Geschäftsprozessen übernehmen könnten, müssten die Voraussetzungen stimmen. Dazu gehörten nicht nur die KI-Werkzeuge selbst, sondern auch moderne Unternehmenssysteme, integrierte Daten und Prozesse sowie Regeln dafür, was die Systeme dürfen - und wo weiterhin der Mensch entscheidet.

 

Auch der HP Solutions Day 2026 drehte sich ums Thema künstliche Intelligenz. Dabei sprachen die Referierenden unter anderem darüber, wie KI den Arbeitsplatz von morgen verändert. Lesen Sie hier den Bericht zum Event. 

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