Jean Marc Pfammatter im Podium Business-Software

So verändert KI laut Oracle den Geschäftsalltag

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von Coen Kaat

Der Schweizer Markt für Business-Software entwickelt sich stetig weiter. Künstliche Intelligenz wird dabei zunehmend tiefer in Geschäftsprozesse integriert. Inwiefern die Technologie den Arbeitsalltag prägt, sagt Jean Marc Pfammatter, Director ­Applications von Oracle Schweiz.

Jean Marc Pfammatter, Director ­Applications, Oracle Schweiz. (Source: zVg)
Jean Marc Pfammatter, Director ­Applications, Oracle Schweiz. (Source: zVg)

Wie hat sich der Schweizer Markt für Business-Software im ­vergangenen Jahr entwickelt?

Jean Marc Pfammatter: Wir haben einen entscheidenden Wendepunkt erreicht. Die Ära der experimentellen KI-Pilotprojekte neigt sich dem Ende zu, und Unternehmen stellen sich nun nicht mehr die Frage: "Sollen wir in KI investieren?", sondern fragen: "Warum nutzen wir die in unseren Systemen integrierte KI noch nicht?"

Wie viel KI steckt bereits in Ihrer Business-Software?

Bei Oracle haben wir native KI-Agenten direkt in die Oracle Fusion Cloud Applications für die Bereiche Finanzen, Personalwesen, Lieferkette und Kundenerfahrung integriert. Dabei handelt es sich um integrierte Intelligenz und nicht um eine nachträglich hinzugefügte Funktion. Über 32 000 zertifizierte Experten haben diese Agenten trainiert. Sie sind heute im Einsatz, wo sie reale Geschäftsprozesse abwickeln.

Wie gross ist die tatsächliche Effizienzsteigerung durch KI im Geschäftsalltag?

Das hängt ganz von der Methodik der Messung ab. Unternehmen, die vor der Einführung strenge Basiskennzahlen festlegen und anschlies­send die Auswirkungen messen, erzielen erhebliche Effizienzsteigerungen. Wenn Agenten routinemässige Aufgaben mit hohem Volumen bearbeiten, sind die Verbesserungen unmittelbar und quantifizierbar. Der entscheidende Punkt ist, dass jeder Agent durch konkrete KPIs gerechtfertigt sein muss.

Welche (weiteren) Vorteile erwarten Sie von KI-gestützter ­Business-Software?

Ich sehe drei wesentliche Vorteile. Erstens eine Demokratisierung: Unternehmen können Agenten direkt erstellen und modifizieren, ohne KI-Spezialisten zu benötigen, was Innovationen beschleunigt. Zweitens die vertikale KI, die branchenspezifische Probleme mit transformativen Auswirkungen auf Gewinn und Verlust löst. Drittens die Multi-Agenten-Orchestrierung als Wettbewerbsvorteil: Mehrere spezialisierte Agenten arbeiten bei komplexen Arbeitsabläufen zusammen, wobei menschliches Urteilsvermögen erhalten bleibt.

Wie können IT-Dienstleister Unternehmen bei der Nutzung/­Einführung von KI bei Business-Software unterstützen?

Sie sollten eine klare Hierarchie einhalten: nutzen – konfigurieren – erstellen. Zunächst sollten bereits in Anwendungen integrierte vorgefertigte Agenten aktiviert werden. Anschliessend sollten diese mithilfe von Low-Code-Tools für spezifische organisatorische Anforderungen konfiguriert werden. Als letztes Mittel sollten dann massgeschneiderte Lösungen erstellt werden. Darüber hinaus sollten vor der Aktivierung klare KPI-Ziele festgelegt, validierte branchenspezifische Agenten über Partner-Ökosysteme bereitgestellt, mit wirkungsvollen Prozessen für schnelle Erfolge begonnen und strenge Messungen durchgeführt werden, um die Verantwortlichkeit und den ROI sicherzustellen.

 

Die Antworten der weiteren Teilnehmenden des Podiums:

 

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