Podium zum Schweizer Druckermarkt

Kein Drucker ohne Extras: Peter Zanoni von HP sagt, warum

Uhr | Aktualisiert
von Coen Kaat

Ein Drucker gehört in jedes Büro – zumindest im Moment noch. Aber schon heute stellt sich die Frage, wie man mit diesen allgegenwärtigen Produkten Geld verdient. Welche Zusatzdienstleistungen Händler noch erbringen müssen, sagt Peter Zanoni, Country General Manager Printing & Solutions bei HP Schweiz.

Peter Zanoni, Country General Manager Printing & Solutions bei HP Schweiz. (Source: HP Schweiz)
Peter Zanoni, Country General Manager Printing & Solutions bei HP Schweiz. (Source: HP Schweiz)

Wie wird sich das Drucker-Jahr 2019 entwickeln?

Peter Zanoni: Wir erwarten einen stabilen oder leicht rückläufigen Druckermarkt im Jahr 2019. Geschäftskunden achten verstärkt auf Sicherheit und Umweltverträglichkeit bei der Gerätebeschaffung. Zudem möchten sie Drucker einfach mit der Cloud verbinden. Privatkunden wünschen Drucker, deren Design in moderne Einrichtungen und zu ihrem Lifestyle passen. Darüber hinaus gewinnen mit Netflix vergleichbare Abo-Modelle auch im Druckermarkt an Beliebtheit.

Wie verdient man heute mit so allgegenwärtigen Produkten wie Druckern noch Geld?

Der Druckermarkt ist sehr kompetitiv. Doch wir haben ein sehr breites, innovatives Produktportfolio. Unser Sortiment reicht vom kleinsten Privatkundendrucker bis zur gewerblichen Endlosdruckmaschine. Wir können neue Technologien, wie etwa HP Pagewide, in sämtlichen Bereichen einsetzen und amortisieren so die Entwicklung deutlich schneller. Mit den Dienstleistungen, die unser Angebot abrunden, sind wir Marktführer.

Welche Zusatzdienstleistungen sind unabdingbar für den Erfolg im Druckergeschäft?

Der Trend geht hin zu Printing-as-a-Service und Device-as-a-Service. Dies sind skalierbare Lösungen, mit denen Arbeitsplätze komplett ausgelagert werden können. Damit entlasten wir die IT-Ressourcen unserer Kunden, die zudem ihre Investitionen einfacher planen können. Bei Privatkunden ist unser Tinten-Lieferservice "Instant-Ink" gefragt. Dabei erkennt der Drucker, wenn der Tintenstand niedrig ist, und löst automatisch eine Bestellung aus.

Wie profitabel sind Refurbishing- und Recycling-Angebote?

Recycling ist sehr wichtig für HP. Durch unser Programm "Design for Environment" stellen wir von Beginn an sicher, dass Umweltaspekte in die Entwicklung unserer Tintenpatronen und Tonerkartuschen einfliessen. 2017 haben wir weltweit 14 800 Tonnen Tonerkartuschen und 1500 Tonnen Tintenpatronen recycelt. 84 Prozent der Materialien in Tonerkartuschen und 74 Prozent der Materialien in Tintenpatronen setzen wir bei der Produktion neuer Produkte ein.

Wo liegen die Wachstumsmärkte?

Wir sehen Potenzial bei Farbmultifunktionsgeräten, Printing-as-a-Service und bei Beratungsdienstleistungen. Denn Kunden erwarten innovative und sichere Drucklösungen, die sich nahtlos in ihr digitales Arbeits- und Privatleben einfügen.

Die Antworten der anderen Podiumsteilnehmer:

  • Achim Barmettler, ARP: "Durch die Preisentwicklung im Druckermarkt haben Refurbishing- und Recycling-Angebote an Bedeutung verloren."

  • Luis Branquinho, Oki: "Ein flexibles Angebot ist der Wachstumstreiber der Zukunft."

  • Tom Brunner, Also: "Operational Excellence – das ist die Grundvoraussetzung, damit man mit Druckern Geld verdienen kann."

  • Walter Frezza, Kyocera: "Wir können im Druckermarkt noch wachsen, jedoch hängt dies vom Tun jedes Einzelnen ab."

  • Richard Gaechter, Xerox: "Refurbishing und Recycling-Angebote von Geräten sind dann profitabel, wenn sich, ausser dem Preis, keine Vorteile daraus ergeben."

  • Sandro Nizzola, Brother: "Im Businessmarkt ist aufgrund der leicht wachsenden Wirtschaftslage noch Potenzial vorhanden."

  • Thomas Rieder, Faigle: "Im klassischen Digitaldruck-Bereich bietet die spezialisierte Beratung die grössten Wachstumsmöglichkeiten."

Webcode
DPF8_123527

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