Algorithmwatch und Digiges sammeln Unterschriften gegen Überwachungsmassnahmen der SBB
Algorithmwatch und die Digitale Gesellschaft haben einen offenen Brief an die SBB veröffentlicht. Darin fordern sie den Konzern auf, alle Pläne zur Sammlung sensibler Daten in Bahnhöfen aufzugeben.
Die Systeme zur Messung der Kundenströme der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) sorgen weiter für Aufregung. Zuletzt beteuerte das Bahnunternehmen zwar, beim geplanten System keine Gesichtserkennung einsetzen zu wollen. Doch einige Organisationen, die sich für mehr Datenschutz einsetzen, sind von den Plänen nach wie vor nicht begeistert. Angeführt von Algorithmwatch CH und dem Verein Digitale Gesellschaft, haben sie einen öffentlichen Brief mit angehängter Petition lanciert.
Darin formulieren sie drei Forderungen an die SBB: So soll das Bahnunternehmen "Klarheit schaffen bezüglich dieses Vorhabens". Weiter soll es darauf verzichten, Infrastruktur zur biometrischen Identifikation, Verfolgung oder Kategorisierung in Bahnhöfen zu installieren, weil damit die Voraussetzung für eine umfassende Überwachung geschaffen würden. Und drittens sollen die SBB "von jeglicher Datenerfassung und -bearbeitung im öffentlich zugänglichen Raum absehen, die nicht mit unseren Grundrechten konform ist".
Bis zum 16. März 2023 sammeln die Organisationen Unterschriften zum offenen Brief. Danach wollen sie die Petition an Monika Ribar (SBB-Verwaltungsratspräsidentin) und Vincent Ducrot (SBB-CEO) schicken.
Anfang Februar 2023 wurde auf die SBB ein Cyberangriff verübt. Bahnbetrieb und Kundendaten waren davon jedoch nicht betroffen, wie Sie hier lesen können.
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