ISE 2026: Die Trends der Pro-AV-Messe aus der Sicht von Media Solutions
Vom 3. bis zum 6. Februar hat sich die Pro-AV-Welt in Barcelona zur ISE 2026 getroffen. Die Messe zeigt, in welche Richtung sich die Branche entwickelt. Welche Trends Distributor Media Solutions erkennt, sagen die beiden Geschäftsführer und Inhaber Ramon Rütimann und Dominik Mayer.
An der ISE zeigt die Pro-AV-Branche jedes Jahr im Februar, in welche Richtung sich das Geschäft entwickelt. Auch der Value-Added-Distributor Media Solutions geht jedes Jahr zur Messe, um sich mit Partnern und Kunden auszutauschen und sich die aktuellen Neuheiten der Hersteller anzusehen. Was für sie die Highlights der ISE 2026 waren, sagten Ramon Rütimann und Dominik Mayer, die beiden Geschäftsführer und Inhaber von Media Solutions, im Gespräch an der Messe.
In den vergangenen fünf Jahren entwickelte sich Media Solutions zum Vollsortiment-Distributor im Bereich Pro-AV, wie Rütimann erklärte. "Bei dieser Entwicklung war die ISE natürlich extrem wertvoll, um die richtigen Kontakte kennenzulernen und um die Produkte auch einmal in die Hand zu nehmen, bevor wir uns entscheiden, ob wir sie listen oder nicht." Für den Disti, der Produkte gerne im eigenen Lab auf Herz und Nieren prüft, um zu sehen, ob sie wirklich halten, was das Marketing verspricht, sei dies sehr wichtig.
Der Wandel zum Vollsortimenter ist seit diesem Jahr mit der Aufnahme von LG ins Angebot abgeschlossen, wie Mayer sagte. "Statt auf der Suche nach spezifischen Sortimentserweiterungen von Halterungs-Brand zu Halterungs-Brand zu rennen, konnten wir in diesem Jahr noch mehr Kunden treffen."
Der Trend zu 360-Grad-Remote-Management
Das gab den beiden Geschäftsführern auch die Zeit, sich die Produkthighlights der ISE 2026 anzusehen. "Es wird immer wichtiger, dass man möglichst schnell reagieren kann und nicht immer direkt zum Endkunden rennen muss, wenn bei diesem ein Produkt ausfällt", sagte Rütimann. Der Trend gehe daher in Richtung 360-Grad-Remote-Management. Dies spart den Integratoren auch Geld, wenn sie nicht jedes Mal zum Endkunden fahren müssen.
"Die meisten CMS haben eine Screenshot-Funktion, die zeigt, was ausgespielt wird", ergänzte Mayer. Man sehe aber nur, was in die Cloud übertragen werde - nicht, was das Display effektiv darstelle. "Es kann gut sein, dass das Display schwarz ist, weil es den Kanal gewechselt hat oder weil jemand das Stromkabel herausgezogen hat."

Der Stand von Nexmosphere an der ISE 2026. (Source: Netzmedien)
Man brauche also nicht nur eine Remote-Management-Funktion der Software, um den Mediaplayer zu kontrollieren, sondern auch des Displays und der ganzen Installation (inklusive Stromverbrauch). "All diese Bausteine braucht es, um ein echtes 360-Grad-Remote-Management zu erzielen", sagte Mayer.
In diesem Zusammenhang nennen die beiden Geschäftsführer etwa die Power-Control-Lösungen Neo von Nexmosphere. Diese wurden bereits im Vorjahr präsentiert. Aber: "Wenn es um 360-Grad-Remote-Management geht, kann man dies natürlich nicht einfach mit einem Produkt abdecken", sagte Mayer. "Wir denken immer an Gesamtlösungen, in die Produkte verschiedener Hersteller zusammenfliessen."
Was den E-Paper-Displays noch fehlt
"Weil wir es gesamtheitlich anschauen, haut uns E-Paper noch nicht aus den Socken", sagte Rütimann. Er sehe zwar "ein riesiges Potenzial" - und Media Solutions warte daher schon ungeduldig - aber die Technologie sei noch nicht ganz bereit.
"Wenn ich ein mittelgrosses Projekt umsetze und dafür 50 E-Paper-Displays montiere, wird Lade-Management ein zentrales Thema", sagte Rütimann. Dieses sei derzeit noch nicht sinnvoll gelöst. Zwar gibt es Verwaltungslösungen, um den Content zu steuern und zu prüfen. Der Ladestand der Akkus werde aber nicht dargestellt. "Man sieht jedoch den Content und die Content-Wechsel - anhand dieser Daten könnte man ja ausrechnen, wie lange der Akku noch hält", sagte er. Und dies könnte wiederum Benachrichtigungen auslösen, die darüber informieren, bis wann man das Display spätestens wieder laden sollte.
Bei E-Paper sei diese Frage noch viel zentraler - denn diese Displays werden nicht einfach schwarz, wenn der Akku leer ist. Stattdessen bleibt weiterhin das letzte dargestellte Bild zu sehen. "Wir können uns gut vorstellen, dass ein Endkunde einen leeren Akku gar nicht bemerken würde, weil er vielleicht gar nicht weiss, was die Marketing-Abteilung darauf ausspielen wollte", sagte Rütimann.
"Eine echte Komplettlösung wäre ja eine E-Paper-Installation, die komplett autark läuft", sagte Mayer. Gemeint ist eine Lösung, die keinen externen Aufwand für das Laden der Akkus benötigt. Stattdessen würde sich das Display beispielsweise über Solarstrom selbst versorgen.
"Die Hersteller sind den ersten Schritt gegangen; man kann nun Bilder gut auf die Geräte ausspielen", sagte Mayer. "Jetzt gilt es aber, auch die nächsten Schritte konsequent umzusetzen."
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