Wo laut Lightware Schweiz die Cybergefahren in Pro-AV-Projekten lauern
Das Bewusstsein für IT-Security in der Pro-AV-Branche ist in den vergangenen Jahren gewachsen – noch spielt Security aber eine untergeordnete Rolle. Welche Bedrohungen rund um Pro-AV-Installationen bestehen, sagt Giuseppe Rizzo, Geschäftsführer von Lightware Schweiz.
Welchen Stellenwert hat IT-Security im Bereich Pro-AV? Wird sie von Anfang an mitgedacht oder erst später ergänzt?
Giuseppe Rizzo: IT-Security hat im Bereich Pro‑AV und speziell bei Lightware‑Geräten einen sehr hohen Stellenwert. Die Entwicklungen der vergangenen Jahre zeigen deutlich, dass Sicherheitsfunktionen nicht erst im Nachhinein ergänzt werden, sondern zunehmend von Anfang an integraler Bestandteil der Produktarchitektur sind. Lightware stattet seine Systeme – etwa die Taurus‑Plattform oder die UCX‑Serie – mit erweiterten Sicherheitsmechanismen aus, die speziell auf hybride Arbeitsumgebungen und erhöhte Cyberrisiken zugeschnitten sind. Dazu zählen Funktionen wie Isolated Ethernet Networks, die die Trennung von sensiblen Unternehmensnetzwerken und BYOD‑Geräten ermöglichen, um Angriffsflächen zu minimieren. Darüber hinaus kommen zunehmend unidirektionale Datenpfade (Data Diode Technology) zum Einsatz, die sicherstellen, dass Daten ausschliesslich in eine Richtung übertragen werden können, was besonders für hochsicherheitsrelevante Bereiche entscheidend ist. IT‑Security ist bei Lightware kein nachträglicher Zusatz, sondern ein strategischer Kernbestandteil moderner Pro‑AV‑Systeme.
Welche Bedrohungen können rund um oder durch Digital-Signage- beziehungsweise Pro-AV-Installationen entstehen?
Digital‑Signage‑ und Pro‑AV-Installationen können vielfältigen Bedrohungen ausgesetzt sein, besonders wenn sie netzwerkbasiert arbeiten. Häufige Risiken sind Manipulation oder Missbrauch von Inhalten, etwa durch unbefugten Zugriff auf vernetzte Displays, was zu reputationsschädigenden Botschaften führen kann. Zudem bergen cloud‑ oder CMS‑basierte Steuerungen ein erhöhtes Risiko – kompromittierte Anmeldedaten oder API‑Schnittstellen ermöglichen Angreifern potenziell grossflächige Eingriffe in verbundene Systeme.
Wie lassen sich Pro-AV-Installationen sicher betreiben?
Zentral ist die Funktion Isolated Ethernet Networks, die es Administratoren erlaubt, BYOD‑Geräte strikt vom Unternehmensnetzwerk zu trennen und so potenzielle Angriffsflächen deutlich zu reduzieren. Dazu stehen drei Modi zur Verfügung: "Transparent Mode" für offene Netzwerknutzung, "Separated BYOD Mode", bei dem externe Geräte ein eigenes, getrenntes Netzwerk nutzen, und "Dedicated Mode", in dem jedes BYOD-Gerät ein vollständig isoliertes Ethernet-Netzwerk erhält.
AV-Usability vs. IT-Security: Wo müssen Integratoren Kompromisse eingehen – und wo auf keinen Fall?
Integratoren müssen bei Lightware‑Installationen zwischen einfacher AV‑Usability und konsequenter IT‑Security abwägen. Nutzer erwarten intuitive BYOD‑Funktionen, schnelle Einrichtung und nahtlose Integration in bestehende Kommunikationsplattformen – Anforderungen, die Lightware durch offene IP‑Integration und interoperable Systeme unterstützt. Unverhandelbar bleibt jedoch die Sicherheit: AV‑Geräte dürfen nicht zum Einfallstor ins Unternehmensnetz werden. Fehlende Segmentierung oder ungesicherte Netzwerkzugänge können gravierende Sicherheitsrisiken erzeugen, da kompromittierte AV‑Endpunkte Cyberangriffe erleichtern können.
Wie können IT-Fachhändler und Pro-AV-Integratoren Sicherheit als Verkaufsargument etablieren – statt als Kostenfaktor?
IT‑Fachhändler und Pro‑AV‑Integratoren können Sicherheit als Mehrwert statt als Kostenfaktor positionieren, indem sie zeigen, wie Lightware‑Lösungen betriebliche Risiken reduzieren und gleichzeitig die Systemstabilität erhöhen. Lightware setzt auf offene, IP‑basierte Integration, wodurch IT‑Teams bestehende Tools zur Überwachung und Verwaltung nutzen können – ein klarer Effizienzvorteil für Kunden. Zudem bieten Funktionen wie Isolated Ethernet Networks eine klare Trennung zwischen BYOD‑ und Unternehmensnetzwerken, was Cyberrisiken minimiert und Compliance‑Anforderungen unterstützt – ein starkes Verkaufsargument gegenüber sicherheitskritischen Branchen. So wird Security zu einem zentralen Qualitäts- und Vertrauensmerkmal, nicht zu einem Zusatzkostenpunkt.
Die Antworten der weiteren Teilnehmenden des Podiums:
- Flavio Bossi, Ceconet: "Wie beim Auto Reifen und Lenkrad selbstverständlich dazugehören, sollte auch IT-Security in der AV-Branche Grundvoraussetzung sein."
- Andy W. Bohli, Cingerine/Imaculix: "Integratoren stehen in der Pflicht, alle Kunden in Richtung sicherer Systeme und Prozesse zu lenken."
- Daniel Périsset, Samsung Schweiz: "Oft sind es simple Schwachstellen wie ein nicht gesperrter USB-Port oder eine aktivierte USB-Autoplay-Funktion."
- Goran Iliev, Winkler Systems: "Wer Geräte mit Standardkonfigurationen ins Netzwerk integriert, wird zum Risikofaktor für seine Kunden."
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