Digitalstrategie

Genf verabschiedet Strategie für digitale Souveränität

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von Alexia Muanza und NetzKI Bot und Übersetzung: Joël Orizet, nki

Der Kanton Genf hat erstmals eine Strategie für digitale Souveränität verabschiedet. Sie soll Leitlinien für Technologieentscheide, den Umgang mit Daten sowie den Einsatz von Cloud, KI und Open Source festlegen.

(Source: bennymarty / stock.adobe.com)
(Source: bennymarty / stock.adobe.com)

Der Kanton Genf hat seine erste Strategie für digitale Souveränität veröffentlicht. Das vom Département des institutions et du numérique (DIN) erarbeitete Dokument legt Leitlinien fest, nach denen die Kantonsverwaltung künftig ihre Technologieentscheide trifft und ihre Daten verwaltet, wie der Kanton mitteilt.

Die Strategie soll Risiken beim Einsatz digitaler Technologien systematisch bewerten. Je nach Bedeutung eines Dienstes sollen unterschiedliche Anforderungen gelten. Zudem will der Kanton Abhängigkeiten von einzelnen Technologieanbietern vermeiden, die sich später nur schwer rückgängig machen lassen.

Zu den Grundsätzen gehören unter anderem ein dem Schutzbedarf entsprechender Umgang mit Daten und Diensten, die Kontrolle über die eingesetzten Systeme, langfristig anpassungsfähige Lösungen sowie die Berücksichtigung technischer, wirtschaftlicher und ökologischer Aspekte. Die Strategie umfasst unter anderem die Bereiche Cloud Computing, Datenmanagement, Cybersicherheit, E-Government, künstliche Intelligenz, Open Source, nachhaltige Digitalisierung, rechtliche Rahmenbedingungen und digitale Kompetenzen.

Genf will digitale Abhängigkeiten verringern

Der Kanton begründet die Strategie damit, dass öffentliche Dienstleistungen zunehmend auf komplexen digitalen Systemen beruhen. Dies betreffe Onlinedienste ebenso wie interne Arbeitswerkzeuge, Datenplattformen oder KI-Anwendungen. Diese Technologien steigern zwar die Effizienz, schaffen aber auch neue Abhängigkeiten und Risiken. Der Kanton versteht digitale Souveränität deshalb nicht nur als technisches, sondern auch als strategisches Führungs- und Governance-Thema.

Laut dem Kanton übernimmt das Office cantonal des systèmes d'information et du numérique (OCSIN) eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung. Die Behörde soll technische Standards koordinieren, die Sicherheit der Systeme gewährleisten und die digitalen Dienstleistungen der Verwaltung begleiten.

Nach Angaben des Kantons soll die Bevölkerung unter anderem von zuverlässigeren digitalen Dienstleistungen, einem besseren Datenschutz sowie einem robusteren Krisen- und Störungsmanagement profitieren. Gleichzeitig soll die Verwaltung ihre Entscheidungsfreiheit gegenüber grossen Technologieanbietern stärken und ihre Lieferantenbasis breiter aufstellen.

Vorerst gilt die Strategie nur für die Kantonsverwaltung. Parallel zur Veröffentlichung gibt der Kanton die Strategie bei den wichtigsten autonomen öffentlichen Einrichtungen und den Gemeinden in die Vernehmlassung. Damit will Genf die Grundlagen für eine schrittweise Ausweitung auf weitere öffentliche Körperschaften schaffen und die Kriterien für künftige Digitalisierungsentscheide vereinheitlichen.

 

Auch andere öffentliche Verwaltungen in der Schweiz beschäftigen sich mit digitaler Souveränität: Warum die Stadt Zürich ihren geplanten Ausstieg aus Microsoft 365 vorerst verschiebt, lesen Sie hier.

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