So verändert KI laut Workday den Geschäftsalltag
Der Schweizer Markt für Business-Software entwickelt sich stetig weiter. Künstliche Intelligenz wird dabei zunehmend tiefer in Geschäftsprozesse integriert. Inwiefern die Technologie den Arbeitsalltag prägt, sagt Jens Löhmar, CTO Kontinentaleuropa & DACH bei Workday.
Wie hat sich der Schweizer Markt für Business-Software im vergangenen Jahr entwickelt?
Jens Löhmar: Wir erleben in der Schweiz eine grosse Nachfrage, die stark beeinflusst ist von den Anforderungen an Datensouveränität und Datensicherheit.
Wie viel KI steckt bereits in Ihrer Business-Software?
Als Grundlage für wirksame KI-Anwendungen brechen wir Silos auf und führen Daten aus HR, Finanzen und dem operativen Geschäft auf einer einzigen Plattform zusammen. So kann KI ihr enormes Potenzial voll entfalten und schnellere, fundierte Entscheidungen sowie eine überzeugende Nutzungserfahrung ermöglichen. In Zukunft werden Menschen und KI-Agenten nahtlos zusammenarbeiten. Unsere Agenten erkennen Bedürfnisse frühzeitig und können Prozesse, etwa im Recruiting, sowohl verbessern als auch beschleunigen. Um unsere Kunden langfristig zukunftsfähig zu machen, entwickeln wir skalierbare Lösungen. Offene Schnittstellen erlauben es, weitere Tools einzubinden und so dauerhaft von den neuesten Innovationen zu profitieren.
Wie gross ist die tatsächliche Effizienzsteigerung durch KI im Geschäftsalltag?
Unsere Kunden bestätigen, dass sie beispielsweise mit unseren Agenten echten Mehrwert realisieren. So reduziert der Contract Intelligence Agent die Zeit für Vertragsausführungen um 65 Prozent und beschleunigt Vertriebszyklen und das Onboarding neuer Lieferanten erheblich. Der Payroll Agent automatisiert Routineaufgaben in der Lohnbuchhaltung und stellt die Einhaltung von Compliance-Richtlinien bis zu viermal schneller sicher. Entscheidend ist, dass Unternehmen die eingesparten Ressourcen sinnvoll nutzen und in ihre Mitarbeitenden reinvestieren.
Welche (weiteren) Vorteile erwarten Sie von KI-gestützter Business-Software?
Wenn KI zunehmend administrative Tätigkeiten und Standardaufgaben übernimmt, werden Kapazitäten für strategische Aufgaben und die individuelle Weiterentwicklung frei. Diese können Mitarbeitende für zielgerichtetes Upskilling und Reskilling nutzen, was ihnen spannende Karrierepfade eröffnet. Gleichzeitig können Unternehmen Kompetenzlücken schliessen und ihre Belegschaft bestmöglich einsetzen.
Wie können IT-Dienstleister Unternehmen bei der Nutzung/Einführung von KI bei Business-Software unterstützen?
KI-Implementierung ist nicht nur ein technologischer, sondern vor allem auch ein Veränderungsprozess, der Teil der übergeordneten Transformationsstrategie ist. Das müssen Applikationsanbieter, IT-Dienstleister und die Unternehmen selbst berücksichtigen. Transparenz, Kontrollmechanismen und ein verantwortungsvoller Einsatz von KI sind unerlässlich.
Die Antworten der weiteren Teilnehmenden des Podiums:
- Claudio Beltrametti, Bexio: "KI ist kein Selbstzweck, sondern ein Schlüssel zur Steigerung des Kundennutzens."
- Stefan Inderbitzin, Proalpha: "Der Schlüssel ist, auf bewährte Lösungen zu setzen, statt alles selbst zu entwickeln."
- Gregroy Leproux, Salesforce: "KI-gestützte Software entwickelt sich vom Datensystem zum Handlungssystem."
- Dino Minichiello, Servicenow: "Effizienz entsteht dann, wenn KI tief in die Geschäftsprozesse integriert wird."
- Jean Marc Pfammatter, Oracle: "Der entscheidende Punkt ist, dass jeder Agent durch konkrete KPIs gerechtfertigt sein muss."
- Christian Reiter, Opacc: "Durch KI-gestützte Business-Software erhalten wir mehr zentral verfügbare Daten für bessere Entscheidungen in Echtzeit."
- Alexander Trautmann, Sage: "KI-Agenten werden künftig eigenständig Prozesse steuern und so die Wettbewerbsfähigkeit weiter stärken."
- Alexander Vegh, Abacus: "Ausser der Effizienz verbessert KI auch die Qualität von Entscheidungen."
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