HSLU entwickelt KI-Anwalt für Datenschutzfragen
Gemeinsam mit der Plattform Profila entwickelt die Hochschule Luzern einen Chatbot, der bei Datenschutzfragen helfen soll. Dazu greift der "KI-Anwalt" auf eine Datenbank mit knapp einer Million Dokumente zurück. Ist die App einmal ratlos, schalten sich echte Anwälte ein.
Die Hochschule Luzern (HSLU) tüftelt mit der auf Data Privacy und Marketing spezialisierten Plattform Profila an einer Chatbot-App, die Konsumentinnen und Konsumenten bei Datenschutzfragen unterstützen soll. Die von der HSLU als "KI-Anwalt" betitelte App soll Nutzenden in Form von laienverständlichen Q&As Auskunft darüber geben, wie Unternehmen ihre Daten nutzen. Der KI-Anwalt könne aber auch bei der Datenverwaltung unterstützen.
"Konsumentinnen und Konsumenten sollen einfacher selbst bestimmen können, wer Zugang zu ihren persönlichen Daten hat und wofür diese verwendet werden", lässt sich Michel Van Roey, Mitgründer von Profila, zitieren.
Die intelligente Datenbank, welche die Basis des KI-Anwalts bildet, wurde an der HSLU entwickelt. Laut der Hochschule fütterte ein Team von Forschenden des Departements Informatik den Algorithmus der Datenbank mit insgesamt fast einer Million Dokumenten. Diese reichten von Rechtsfällen und Gerichtsurteilen über Datennutzungs-Richtlinien von Behörden und Verbänden bis hin zu Allgemeinen Geschäftsbestimmungen von Unternehmen. Denn je mehr Daten dem System zur Verfügung stünden, desto besser lerne es auf spezifische Fälle einzugehen.
Ist die KI ratlos übernimmt der Mensch
Wie die HSLU schreibt, stellte die Spracherkennung der neuen App eine besondere Herausforderung dar, da den meisten Konsumentinnen und Konsumenten juristische Fachausdrücke nicht geläufig sind. Trotzdem muss die KI in der Lage sein zu verstehen, um welche rechtlichen Probleme es sich handelt. "Wenn es um juristische Fragen geht, müssen die Antworten präzise sein", sagt Projektleiter Alexander Denzler von der HSLU.

Mockup der neuen App (Source: Profila)
Um sicherzustellen, dass der KI-Anwalt richtig funktioniere, werden die Juristinnen und Juristen von Profila die Datenbank mittels Testfragen auf Herz und Nieren prüfen, heisst es. Im Sommer 2022 soll dann eine erste Testversion in deutscher Sprache starten. Bis 2023 wollen die Forschenden das Projekt abschliessen.
Laut Denzler kann es aber auch dann noch vorkommen, dass die App keine Antwort weiss. Denn ist der Fall zu spezifisch liegen dem System eventuell noch keine Daten dazu vor. In solchen Fällen werde der Chatbot eine kurze Liste mit Juristen und Juristinnen aus dem passenden Fachgebiet präsentieren, die gegen eine Gebühr von voraussichtlich etwa 10 Franken pro Frage zeitnah Auskunft geben können.
Für die Umsetzung des KI-Anwalts stellt die Innovationsagentur des Bundes Innosuisse dem auf zwei Jahre angelegten Projekt 550'000 Franken zur Verfügung. Insgesamt betrage das Projektvolumen 950'000 Franken.
Auch der Bundesrat macht sich Gedanken zum Thema Datenschutz. In einer Sitzung hat er beschlossen, Grundlagen für die Datenpolitik zu formulieren. Diese sollen Daten zukünftig nach einheitlichen und verbindlichen Regeln bewirtschaften. Mehr dazu lesen Sie hier.
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