Foxconn krallt sich Sharp – vielleicht
Sharp hat die Gerüchte um einen Verkauf an Foxconn bestätigt. Damit geht der erste grosse japanische Elektronikkonzern in ausländische Hände. Falls Foxconn wirklich will.
Die Gerüchte kochten schon lange hoch. Nun hat Sharp sie bestätigt. Der Foxconn-Mutterkonzern Hon Hai aus Taiwan kauft den japanischen Hersteller. Wie Reuters unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person schreibt, entschied sich das Sharp-Direktorium nach zweitägigen Beratungen für die Offerte des iPhone-Auftragfertigers.
Hon Hai soll 484,3 Milliarden Japanische Yen, umgerechnet gut 4,2 Milliarden Franken, für 65,9 Prozent der Unternehmensanteile von Sharp bezahlen. Das Geschäft soll über eine Kapitalerhöhung erfolgen. Doch der Kauf verzögert sich überraschenderweise. Foxconn schob die Unterzeichnung des Vertrags auf, nachdem Sharp zusagte. Als Grund wurden neue Informationen über mögliche Risiken angeführt, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung schreibt.
Auch der japanische Staat wollte Sharp kaufen, um zu verhindern, dass der erste grosse japanische Elektronikkonzern in ausländische Hände gelangt. Wie der Spiegel schreibt, wollte der staatliche japanische Investmentfonds Network Corp. of Japan aber nur rund 2,5 Milliarden US-Dollar in die Sanierung von Sharp investieren.
Foxconn und Sharp verbinden langjährige Zusammenarbeiten. Sie nutzen eine gemeinsame Fabrik in Japan. Laut Spiegel ergeben sich durch den Zusammenschluss vor allem für das LCD-Geschäft von Sharp neue Möglichkeiten. Sharp leidet unter schwindenden Umsätzen mit LCD-Bildschirmen. Der Schuldenberg des Unternehmens beläuft sich mittlerweile auf 4 Milliarden Dollar.
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